. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
7. Januar 2010, 15:40 Uhr

Seehofer und Rüttgers fordern Neustart

Steuern, Gesundheitskosten, Vertriebenenstiftung: Seit Wochen macht Schwarz-Gelb vor allem mit internem Streit Schlagzeilen. CSU-Chef Seehofer und CDU-Vize Rüttgers haben jetzt einen Neuanfang der Koalition verlangt - und dabei gleich wieder auf die FDP angelegt.

CSU, Seehofer, Rüttgers, Wildbad, Kreuth, Krisengipfel, Koalition

"Gelegenheit zum Neustart": Horst Seehofer (l.) und Jürgen Rüttgers© Michaela Rehle/Reuters

Die Union macht sich nach dem wochenlangen Steuerstreit für einen Neuanfang der schwarz-gelben Koalition stark. Nach dem Dreikönigstreffen der FDP sei nun die "Gelegenheit zum Neustart" des Regierungsbündnisses, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) am Donnerstag bei der Klausur der CSU-Landesgruppe in Wildbad Kreuth. CSU-Chef Horst Seehofer schloss sich dem an: Solch ein Neustart "wäre wünschenswert", erklärte der bayerische Ministerpräsident. Seit dem Abschluss der Koalitionsverhandlungen habe es einen vielstimmigen Chor in der Koalition mit etlichen Interviewäußerungen gegeben. "Das könnte unterbleiben, aber das gilt für meine Partei auch."

"Die Kopfpauschale ist nicht vereinbart"

Seehofer will keine Zusage für die Höhe der Steuersenkungen machen und wies zurück, dass er den Koalitionsvertrag infrage stellt. "Da gibt's keinen Schwenk, da gibt's keine Neuinterpretationen, da gibt's keine Verabschiedung." Zuvor hatte der CSU-Chef gesagt, er halte die vereinbarte Entlastung von bis zu 24 Milliarden Euro möglichst 2011 für unrealistisch.

CDU-Vize Rüttgers wollte sich ebenfalls nicht auf eine bestimmte Entlastungssumme festlegen. Im Koalitionsvertrag sei festgelegt, dass alle fiskalpolitischen Maßnahmen unter Finanzierungsvorbehalt stünden, sagte er. Deshalb müssten die weitere wirtschaftliche Entwicklung und die Steuerschätzung im Mai abgewartet werden. Derzeit seien die Wachstumsprognosen noch zu ungenau. Zugleich attackierte Rüttgers die FDP. Die Partei müsse auch erklären, wie sie künftige Ausgaben finanzieren wolle und nicht nur bedingungslos auf Steuersenkungen beharren.

Auch Seehofer rasselte in Richtung FDP mit den Säbeln: Für das geplante Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel und FDP-Chef Guido Westerwelle kündigte er seinen Widerstand gegen die liberalen Pläne für eine Kopfpauschale in der gesetzlichen Krankenversicherung an. "Die Kopfpauschale ist nicht vereinbart", sagte der CSU-Chef. "Und wenn sie immer wieder ins Gespräch gebracht wird, dann muss man etwas sagen."

Gröhe stellt sich hinter Steinbach

Im Streit über Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach rief die CDU die FDP zu einem Kompromiss auf: "Alle Beteiligten müssen die jetzt gemachten Vorschläge konstruktiv und mit aller Fairness prüfen", forderte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe. "Für die Union will ich hinzufügen: Wir werden dies mit Wohlwollen tun und dem klaren Ziel vor Augen, zu einer Verständigung zu kommen."

Westerwelle lehnt die Berufung Steinbachs in den Stiftungsrat der Vertriebenen-Gedenkstätte bisher ab und droht mit einem Veto. Gröhe stellte sich hinter die CDU-Bundestagsabgeordnete Steinbach. Sie verlangt unter anderem, dass die Regierung auf ihren Einfluss bei der endgültigen Besetzung des 13-köpfigen Stiftungsrates verzichtet.

Merkel, Westerwelle und Seehofer wollen noch im Januar bei einem Abendessen im Kanzleramt über die Streitthemen beraten. Seehofer sprach am Rande der CSU-Klausur von einem "reinen Routinetreffen". "Das Jahr hat neu begonnen, und da setzt man sich halt einmal zusammen", sagte er. Das Treffen sei "überhaupt nichts Spektakuläres".

mad/APD/Reuters/DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
Tempelhofer (08.01.2010, 15:04 Uhr)
@ nightmare_online
Ich habe durchaus zugegeben, dass es öffentliche Reibereien gibt, aber von einer Regierungskrise ist das meilenweit entfernt. Und Abstimmungsgespräche zwischen Regierungspartnern sind nichts ungewöhnliches.

Machen Sie sich keine Hóffnung, alle Vorteile liegen bei der Regierung. Die Arbeitsmarktzahlen sehen nicht schlecht aus, und die Wirtschaftsentwicklung gibt Anlass zum Optimismus. Das sind die Themen, die zählen, und nicht Steinbach oder die Umsatzsteuer für Hoteliers.

Diese völlig ausgeuferte Kampagne der SPD-Medien gegen Union und FDP ist doch auch nur ein Zeichen der eigenen Hilflosigkeit. Wer selbst nichts auf die Beine stellt, kann nur gegen seinen Gegner giften. Das ist keine Herausforderung.
nightmare_online (08.01.2010, 14:30 Uhr)
@Tempelhofer
Sie haben mal wieder völlig recht. Es ist alles in Ordnung in der Koalition, Agesehen von ein paar kleinen "öffentlich ausgetragenen Meinungsverschiedenheiten". Und weil das so ist, setzt Merkel ein Krisentreffen an, und Rüttgers und Seehofer fordern einen "Neustart". Vermutlich ist das alles Schuld der "linken Medien" nicht? Muahahahaha
jps-mm (08.01.2010, 13:17 Uhr)
Warum kritisieren die beiden nicht die Merkel für die fortgesetzte Verletzung von Bürgerrechten?
Mit der Merkel werden Menschenrechtsverletzungen schwerster Art unverändert fortgesetzt:

Im Jahr 2005 stellte die Merkel das Programm für die Legislaturperiode unter das Motto "Mehr Freiheit wagen". Tatsächlich aber hat die Merkel in den letzten 4 Jahren u.a. dafür gesorgt, dass
- die Bürgerrechtsverletzungen schwerster Art unverändert fortgesetzt wurden,
- die dafür verantwortlichen Rechtsbrecher systematisch der Strafverfolgung entzogen wurden,
- mittels Vorratsdatenspeicherung sämtliche Verbindungsdaten von Internet- und Handy-Verbindungen über einen Zeitraum von 6 Monaten gespeichert werden,
- das BKA eigenmächtig - ohne Beaufsichtigung durch einen Staatsanwalt -präventive Ermittlungen ohne konkreten Tatverdacht durchführen darf,
- die Befugnisse des BKA zu Lauschangriffen auf Wohnungen nochmals deutlich ausgeweitet wurden,
- das BKA auch die Befugnis für Video-Überwachungen von Wohnungen erhalten hat,
- die Durchsuchung und Überwachung von Computern im Wege der sogenannten Online-Durchsuchung zulässig ist.

Die Merkel hat die Bürgerrechte vollständig ausgehöhlt und die letzten Restbestände der Verfassung faktisch außer Kraft gesetzt.

Die Merkel hat den Begriff "Freiheit" damit vollständig entkernt.
Nursery (08.01.2010, 09:13 Uhr)
Keine Opposition
Die Opposition in NRW könnte seit langem Rüttgers und seine FDP auf ihre Wahlversprechen festnageln.Das Problem ist nur, das die SPD auch im größten Bundesland kaum noch was zu melden hat.
Es zeigt wie die gesamte Politische Kultur den Bach runtergeht.Das es in der Presse nur noch darum geht ,Fotogen zu wirken und Schlagfertig mit den Reportern ein "Schwätzchen"zu halten.Langfristige und Nachhaltige Lösungen die Real sind, sind nicht gefragt.Wann wachen die Wähler endlich auf?Den auch Sie sind das Problem und knicken nach Wochenlangen Umfragebarometern und Scheingefechten ein.Der Manipulation Tür und Tor geöffnet.
winn111 (08.01.2010, 06:31 Uhr)
Neuwahlen ???
Also ich verstehe unter Neustart Neuwahlen, denn diese Koalition schafft es eh nicht, etwas vernünftiges zustande zu bringen !!!
SethusCalvisius (07.01.2010, 22:58 Uhr)
Herr Tempelhofer,
Ich hatte ja immer den Verdacht, dass Sie selbst Mitglied dieser Regierungskoalition sind, da Sie sie so vehement verteidigen. Mittlerweile sehe ich ein, dass ich mich geirrt habe, denn die Regierungsmitglieder gehen wesentlich kritischer mit ihrer Arbeit um als SIe.

Auch wenn Sie heir wieder nur eine Medienkampagne vermuten, der Ruf nach einem Neustart nach nur wenigen Wochen Regierungsarbeit stammt nicht vom Stern, auch nicht von den bösen Linken, sondern mitten aus der Regierungskoalition. Das stellt doch das "Nachbessern" des Herrn Schröder um Längen in den Schatten.
knilch_59 (07.01.2010, 22:35 Uhr)
Au ja - Neustarrt!
CDU und CSU fordern Neuwahlen!! ??? Oder was ist mit einem Neustart gemeint?
.
Ich wäre zwar dafür, aber ich befürchte, dass ich die beiden Clowns wieder mal falsch verstanden habe. Aber noch besser wäre es natürlich, in Zukunft zuerst die Regierung zu bilden, sich dann durch die Legislaturperiode zu wursteln und gegen Ende erst den Koalitionsvertrag abzuschließen.
galonero (07.01.2010, 21:48 Uhr)
Nix Neustart
Ich will jetzt endlich mehr Nutto vom Bretto, aber flott!!!!!!
oppenwehe (07.01.2010, 21:34 Uhr)
Neustart???
Neustart? Nein. Diejenigen, die diese Truppe gewählt haben, sollen das jetzt auch vier Jahre lang ausbaden.
whismerh2 (07.01.2010, 19:18 Uhr)
@tannenbaum
Srimme mit allen bei Ihnen hinterlegten Fragezeichen, von wegen Neuanfang überein.
Wichtig zu lösende Fragen, zwar nicht die Einzigen, die ich noch so sehe
(keine Recressforderungen an die Banken,unverschämte Lohnerhöhungen seitens der EU-Politiker naja usw.)
Was mir am wenigestenst gefällt, der Termin wird auf Mai verschoben, wegen wieder neuen Steuerschätzungen ???.
Ich würde mal behaupten nach der Wahl in NRW, aber mein Optimismus bleibt.
MEHR ZUM ARTIKEL
Treffen noch im Januar Krisengipfel soll Koalition kitten

Seit Wochen knirscht es mächtig im Gebälk der Koalition. Vor allem der Steuerstreit entzweit die neue Regierung. Ein Krisengipfel soll nun den Zwist beenden, den offiziell niemand zugeben will. mehr...

Klausur in Wildbad Kreuth CSU macht sich selbst Mut und bläst zur Attacke

Die CSU will in Wildbad Kreuth zu alter Stärke zurückfinden. Wir sind "selbstbewusst und dynamisch" betonte Horst Seehofer auf der Klausurtagung. Im Steuerstreit schoss der CSU-Chef scharf gegen die FDP: "Westerwelle wird der erste sein, der die Fahnen einrollen muss." mehr...

Dreikönigstreffen Die Westerwelles im Rausch der Macht

Stolperstart? Sinkende Umfragewerte? Das kratzt keinen. Im Gegenteil: In Stuttgart ist eine stolze FDP zu besichtigen. Und ein Jungstar intoniert den "mitfühlenden Liberalismus". mehr...

Dreikönigstreffen der FDP Westerwelle verteidigt sein Steuer-Mantra

Zuckerbrot und Peitsche vom FDP-Chef: Guido Westerwelle hat auf dem Dreikönigstreffen das Verhalten von Kanzlerin Merkel und CSU-Chef Seehofer im Steuerstreit gelobt. In der Sache blieb der Vizekanzler jedoch hart. mehr...

CSU-Klausur in Wildbad Kreuth Seehofer braucht Merkel - nicht umgekehrt

Kurz vor der traditionellen Klausurtagung in Wildbad Kreuth steigt die Nervosität in der CSU: Die Bayernpartei steckt in der größten Krise ihrer Geschichte. Dafür gibt es Gründe. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe