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2. Oktober 2009, 14:33 Uhr

Wird der Gesundheitsfonds abgeschafft?

Koalitions-Check (3)

Am Montag beginnen die schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen. Den größten Streit gibt es bei der Gesundheitspolitik. Werden sich die Liberalen gegen Angela Merkel durchsetzen? stern.de klärt die wichtigsten Fragen. Von Sönke Wiese und Axel Hildebrand

Eine schwarz-gelbe Koalition übernimmt die Macht in Deutschland. Was steht den Bürgern bevor, wie wird sich das Land verändern? stern.de analysiert in einer regelmäßigen Serie, was Union und FDP auf den wichtigsten Politikfeldern vorhaben. Bei kaum einem anderen Thema sind die Fronten zwischen Union und FDP so verhärtet wie bei der Gesundheitspolitik. Sie sorgt schon im Vorfeld der Koalitionsverhandlungen für die größten Konflikte zwischen den künftigen Regierungsparteien. Politiker sowohl aus der CDU wie auch der FDP sind vorgeprescht und haben vorab erklärt, nicht von ihren Positionen abrücken zu wollen. Das Problem: Der Streit entzündet sich nicht an Details, sondern am Grundsätzlichen – dem Gesundheitsfonds.

Unten klären wir die wichtigsten Fragen in der Debatte.

Was will die FDP?

Die Liberalen wollen das Gesundheitssystem radikal umbauen. Ihre Prämissen sind: mehr Konkurrenz, mehr Eigenverantwortung. Die FDP setzt auf ein weniger solidarisches, dafür mehr freiheitliches System. Motto aus dem Regierungsprogramm: "Privat kommt vor dem Staat". Erklärtes Ziel ist es, als erstes den von Union und SPD geschaffenen Gesundheitsfonds zu kippen. Gegen viele seiner zentralen Elemente wie zum Beispiel einheitliche Kassenbeiträge kämpft die FDP vehement.

Stattdessen wollen die Liberalen mehr Wettbewerb unter den Krankenkassen. Sie plädieren für eine starke private Krankenversicherung, die in Konkurrenz zu den gesetzlichen Versicherern steht. Die gesetzlichen Kassen wiederum sollen die Beitragshöhen selbst bestimmen können - damit soll der Wettbewerb um Mitglieder gefördert werden.

Die Beiträge der Mitglieder sollen sich nicht mehr nach deren Lohn richten, stattdessen soll ein Prämiensystem eingeführt werden. Die Bürger sollen weitgehend selbst entscheiden, welche Risiken sie wie stark absichern wollen. Daraus ergeben sich unterschiedliche Tarife je nach Paket, das der Versicherte wählt. Lediglich für Risiken, die den Einzelnen im Krankheitsfall finanziell überfordern würden, soll es eine Pflichtversicherung geben. Unterstützung von Einkommensschwachen soll aus Steuermitteln finanziert werden.

Was wollen CDU und CSU?

Im gemeinsamen Wahlprogramm von CDU und CSU finden sich kaum konkrete Aussagen zum Gesundheitssystem, beispielsweise der Gesundheitsfonds wird mit keinem Wort erwähnt. Allerdings hat Bundeskanzlerin Angela Merkel diese jüngste Reform immer wieder öffentlich verteidigt - auch gegen Kritik aus den eigenen Reihen. Nach der Bundestagswahl erklärte die CDU-Chefin erneut, dass die Grundstruktur des Gesundheitsfonds nicht angetastet werde. In diesem Punkt gibt die CDU schon vor den Koalitionsverhandlungen mit der FDP eine harte Linie vor.

Schwer einzuschätzen ist dagegen die CSU, die seit Monaten einen regelrechten Zickzack-Kurs fährt. Sie hat mehrfach ihre Haltung zum Gesundheitsfonds geändert. Zuerst stimmte sie der Reform zu, dann wetterte Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder im März dieses Jahres wieder dagegen: Der Fonds werde "ein Zwischenspiel bleiben und im Herbst sicher abgeschafft". Die CSU verlangte - wie jetzt die FDP - einen Neuanfang in der Gesundheitspolitik. Später gaben die Bayern ihren Widerstand vorübergehend auf - um dann kurz vor der Bundestagswahl erneut gegen den Fonds zu wettern. Nun ist die Gelegenheit gekommen, die Änderungswünsche in den Koalitionsverhandlungen wieder auf den Tisch zu legen. Die CSU ist vor allem gegen die Ausgleichszahlungen unter den Krankenkassen, sie verlangt "mehr Regionalität statt Zentralismus." Hintergrund: Durch das Fonds-Konzept fließen viele Millionen Euro bayerischer Kasseneinnahmen an die Kassen ärmerer Bundesländer.

Wer wird sich durchsetzen?

Für die Liberalen geht es um eine Herzensangelegenheit. Die FDP hat es im Wahlkampf als eines ihrer vorrangigen Ziele erklärt, den Fonds zu kippen, um das Gesundheitssystem radikalen Änderungen unterziehen zu können. Für ihre Positionen gibt es durchaus etliche Sympathisanten in der Union. Die CDU hatte ursprünglich für ein ähnliches Konzept gefochten, sich dann aber in der Großen Koalition zu dem Kompromiss mit der SPD durchgerungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel boxte den Gesundheitsfonds gegen Kritiker aus den eigenen Reihen durch. Danach sprach sie mehrmals öffentlich Machtworte, auch nach der Bundestagswahl stellte sie klar: Die Grundstruktur des Gesundheitsfonds werde nicht angetastet. Damit steht sie nun bei den Bürgern im Wort. Das Vorpreschen war sicherlich wohlüberlegt; ließe die CDU sich nun von den Liberalen weichklopfen, wäre das eine schwere Niederlage für Merkel.

Doch die FDP gibt nicht so schnell klein bei und bleibt bei ihrer zentralen Forderung aus dem Wahlkampf: Der Gesundheitsfonds müsse weg. Auf Unterstützung könnte sie dabei von der CSU hoffen, die nach all den lautstarken Tiraden in der Vergangenheit allein schon einen symbolischen Erfolg nötig hat. Auch ihr Hauptziel kaprizierte sich auf die Abschaffung des Fonds. Ansonsten aber gibt es zwischen CSU und FDP große Differenzen. Beispielsweise dem Prämiensystem, das die FDP favorisiert, hat die CSU eine klare Absage erteilt.

Nach all den starken Auftritten Angela Merkels ist es schwer vorstellbar, dass die Union den Gesundheitsfonds zuliebe der FDP komplett fallen lässt. "Die schwarz-gelbe Koalition wird den Gesundheitsfonds nicht radikal abschaffen", glaubt der Gesundheitsexperte Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen. Das ist auch gar nicht nötig, um zu einem Kompromiss zu gelangen. "Der Gesundheitsfonds ist kein festgelegtes Konstrukt. Einzelne Elemente kann die neue Regierung verändern, ohne den Fonds abzuschaffen", sagt Wasem, der an vielen Teilen des Fonds mitgewirkt hat.

Tatsächlich deutet sich bereits an, dass die Union zu Veränderungen bereit ist, wenn es grundsätzlich bei dem Modell bleibt. Der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn sagte, man könne Korrekturen vornehmen, um die Autonomie der Kassen bei der Beitragserhebung zu erhöhen und den Zugang zur privaten Krankenversicherung zu erleichtern. So könnte die FDP Wahlversprechen einlösen und die CDU trotzdem das Gesicht wahren.

Was sind Bürgergeld und Kopfpauschale?

Bevor der Gesundheitsfonds kam, standen sich zwei Konzepte gegenüber. Auf der einen Seite die Kopfpauschale (hat die CDU vertreten) , auf der anderen Seite die Bürgerversicherung (hat die SPD vertreten).

Die Kopfpauschale: Egal ob Kassiererin oder Investmentbanker: Jeder sollte die gleiche Summe an die Krankenkasse zahlen. Bei Familien und Armen sollte der Staat mit Milliarden einspringen, um diese nicht zu überfordern.

Die Bürgerversicherung: Ulla Schmidts Idee einer Bürgerversicherung sollte mehr Gerechtigkeit schaffen. In sie sollten alle Deutschen einzahlen, der Fachverkäufer genauso wie der Industrielle. Damit sollte die Einnahmenbasis der Kassen erweitert werden, da auch Beamte und Selbstständige in das gesetzliche System einzahlen würden.

In der Großen Koalition konnte keine Seite eines der beiden Konzepte durchsetzten. Man einigte sich auf den Gesundheitsfonds. Der ist kein starres Konzept und ließe sich im Laufe der nächsten Legislaturperiode umbauen - etwa in ein Modell, welches der Kopfpauschale nahe kommt.

Allerdings ist unklar, was Angela Merkel genau plant und was sie durchsetzen kann. Offiziell jedenfalls hat sie sich von der Kopfpauschale verabschiedet. Der Gesundheitsfonds ist aktuelle Parteilinie. Es bleibt jedoch die Möglichkeit, das Kopfpauschalen-Konzept in einer schwarz-gelben Koalition wieder aus der Schublade zu holen. Merkel lässt sich derzeit nicht in die Karten schauen.

Wie funktioniert der Gesundheitsfonds?

Vereinfacht gesagt: Mit dem Fonds hat die Politik eine riesige Geldverteilungsmaschine geschaffen. Alle Kassen zahlen ein und das Geld geht von den reichen zu den armen Kassen.

Seit Januar fließen sämtliche Beitragseinnahmen der Versicherten sowie die Zuschüsse des Bundes aus Steuermitteln in den neuen Finanzpool - insgesamt 167 Milliarden Euro pro Jahr. Die Arbeitgeber überweisen die Beiträge wie bisher an die Kasse des Beschäftigten, von dort müssen sie direkt an den Fonds weitergeleitet werden. Aus dem Pool erhält jede Krankenkasse rechnerisch eine bestimmte Summe pro Versichertem - je nach Gesundheitszustand, Alter und Geschlecht gibt es Zu- oder Abschläge. Für einen Altersdiabetiker bekommt eine Kasse somit mehr Geld als für einen gesunden Auszubildenden.

Mit der Einführung des Gesundheitsfonds Anfang 2009 ist der Beitragssatz für alle Kassen gleich. In diesem Jahr waren das ursprünglich 15,5 Prozent. Seit Anfang Juli hat die Regierung den Satz jedoch auf 14,9 Prozent gesenkt - um die Folgen der Wirtschaftskrise abzufedern.

Krankenkassen, die mit der Summe aus dem Fonds nicht auskommen, müssen einen Zusatzbeitrag erheben. Der Zuschlag darf maximal ein Prozent des Bruttoeinkommens betragen. Gut wirtschaftende Kassen können ihren Versicherten Geld zurückerstatten.

Warum sind Gesundheitsreformen nötig?

Das deutsche Gesundheitswesen gilt als gut in der Versorgung - und teuer in der Finanzierung. Nach den USA, der Schweiz und Frankreich gibt Deutschland, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, am meisten Geld für Gesundheit aus.

Doch die Einführung des Gesundheitsfonds hat zwei Hauptprobleme nicht beseitigen können. Erstens leidet die Behandlung von Kassenpatienten unter der Budgetierung der Ärzte. Ist das Quartalssoll erfüllt, können sie nicht mehr behandeln und müssen Patienten teilweise abweisen. Privatpatienten sind deutlich lukrativer, an ihnen verdienen die Ärzte mehr - und versuchen die Zusammensetzung der Patientenschar entsprechend zu steuern.

Zweitens gibt es Gruppen in der Ärzteschaft, die vom Fonds besonders profitieren. So genannte Apparatemediziner, wie zum Beispiel Radiologen, verdienen entsprechend gut. Praktische Ärzte haben dagegen oft langwierige, aber schlecht bezahlte Tätigkeiten wie Hausbesuche zu erledigen.

Was bedeuteten die Pläne für die privat und gesetzlich Versicherten?

Für gesetzlich Versicherte könnte sich eine Menge ändern. Grundsätzlich verteilt der Gesundheitsfonds das Geld der gesetzlichen Krankenkassen. Vereinfacht gesagt werden Kassen mit vielen reichen Einzahlern stärker belastet als jene mit vielen armen Mitgliedern.

Eine schwarz-gelbe Regierung könnte diese Geldströme im Fonds verändern. "Ganz viele Be- oder Entlastungen können wieder rückgängig gemacht werden - mit entsprechenden Folgen", sagt Gesundheitsexperte Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen zu stern.de. Sollte sich die FDP durchsetzten und würden die Beiträge wieder frei von den Kassen bestimmt werden, würden einige Mitglieder höhere, andere niedrigere Beiträge zahlen.

Privatpatienten sind vom Gesundheitsfonds maximal indirekt betroffen. Für sie würde sich durch eine Abschaffung des Fonds nichts ändern.

KOMMENTARE (10 von 12)
 
siegg@web.de (03.10.2009, 12:09 Uhr)
Gesundheits-un-wesen
Was für eine Administration, alles für sich, den Rest für das Volk. Tatsache ist, wir haben ein funktionierendes Sozial- Versorgungssystem, besser als das was die Sozialgesetzbücher verlangen. Das wird aber regelmäßig der Allgemeinheit verschwiegen. Weil, das ist das System der Besonderen , schon Millionen im Staate. Dieses für alle anwendbar zu machen, könnte der Wähler von dem F in FDP, vom C in CDU u. CSU erwarten. Noch fragen, lesen sie die Veröffentlichungen des Herrn Prof. Arnim, oder fragen sie u.a. auch die Tausende MdB u. MdL.
SethusCalvisius (03.10.2009, 00:13 Uhr)
@basti77
Nein, es ist nicht Ihre Entscheidung, welche Leistungen Sie erhalten. Wenn Sie schwer krank werden, werden Sie (noch) in diesem Staat die Hilfe bekommen, die Sie benötigen. Und das werden dann die bezahlen, die dann 32jährig hinter dem Computer sitzen, gesund leben und meckern, das sie soviel Krankenkassenbeiträge zahlen müssen.
Das ist das System Solidarität, das Obama in den USA gerade einführen will und das wir Deutschen gerade aufs Spiel setzen.
Ich weiß, Sie sind noch jung, aber glauben Sie mir, das bleibt nicht so. :-)
Queerjournalist (02.10.2009, 21:05 Uhr)
Wahnsinnige Recherche
Man, da hat der Stern ja mal richtig investigativ recherchiert. Nur hat man offenbar nicht ins FDP-Programm geschaut, denn das Bürgergeld hat nichts mit der Krankenversicherung zu tun. Es ist ein Begriff zur Bündelung sämtlicher staatlicher Transferleistungen. Hier ist wohl die Bürgerversicherung gemeint. Knapp daneben ist auch vorbei.
hardius (02.10.2009, 18:29 Uhr)
@basti77
Es ist gut so und natürlich, daß es einem jungen Menschen wie Dir gesundheitlich auch gut geht. Ist es doch der Lebensabschnitt mit der größten Leistungskraft.
Aber wir werden alle nicht jünger, gründen gelegtlich Familien und sind auch trotz gesunder Lebensweise nicht davor gefeit ernsthaft zu erkranken. Du bist offensichtlich der Idealfall für eine private Krankenversicherung. Das kann es aber nicht sein, daß in dieser Gesellschaft jeder von seinem gegenwärtigen Zustand ausgeht. Finanziell und gesundheitlich!
Ich wünsche Dir alles Gute, aber wenn Du zum Kostenfaktor Deiner privaten Krankenversicherung werden solltest, wird deren Freundlichkeit zusehends schwinden.
Wenn man sagt die Grundleistungen für die "Ärmeren" sollten bleiben, heißt das im Umkehrschluß alles Weitergehende soll denen verwehrt bleiben. Wo ist hier die Grenze?
Das ist einfach nur zynisch!


Medienbeobachter (02.10.2009, 18:14 Uhr)
Versicherungsvertreter im Bundestag
Die Liberalen wollen das Gesundheitssystem radikal umbauen. Ihre Prämissen sind: mehr Konkurrenz, mehr Eigenverantwortung. Die FDP setzt auf ein weniger solidarisches, dafür mehr freiheitliches System. Motto aus dem Regierungsprogramm: "Privat kommt vor dem Staat".

Dazu: Versicherungsvertreter im Bundestag
Zum kürzlich erschienenen Beitrag über die Verstrickung der CDU mit dem umstrittenen Finanzstrukturvertrieb Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) gibt es einiges nachzutragen: Die DVAG und ihre Schwesterfirma "Allfinanz Deutsche Vermögensberatung" haben die FDP dieses Jahr sogar mit 150.000,- Euro bzw. 100.000,- Euro bedacht. Neben Vortragskünstlerin Angela Merkel glänzt die DVAG auch mit einem nun einflussreichen Politiker auf einer handfesten Unternehmensposition: Den Beirat der DVAG ziert niemand geringeres als Vizekanzler in spe Dr. Guido Westerwelle.
basti77 (02.10.2009, 17:17 Uhr)
warum....
...soll ein junger Mensch der auf seine Gesundheit achtet, nicht raucht, nicht trinkt, keine gefährlichen Sportarten betreibt. Der um es auf den Punkt zu bringen, keinen Gefahren in seinem Leben ausgesetzt ist, nicht selbst entscheiden können wie er versichert werden will, und welche Leistungen er gerne von seiner Versicherung haben will. MICH kotzt es regelrecht an das ich als 32 jähriger der den ganzen vor einem Computer sitzt und gesund lebt, etwas mehr Geld verdient und trotzdem genauso viel zahlen muss für seine Versicherung wie einer der sein Leben vernachlässigt.

Was die FDP im Sinne hat, ist eine freie Entscheidung seiner Leistungen, und das ist gut so !

Natürlich kann auch ich einen Unfall haben, Krank werden, und mein Leben lang Medikamente nehmen, aber es ist meine Entscheidung ob ich diese Leistungen haben will oder nicht.

Ich werde auch nicht verpflichtet mein Auto Vollkasko mit 1000 ? Selbstbeteiligung zu versichern.

Jeder sollte selbst entscheiden wie, wo und was er für sich selbst an Gesundheit ausgeben will.

Für die "ärmeren" in unserer Gesellschaft sollten Grundleistungen wie bissher bestehen, doch auch sie sollten das Recht haben zu entscheiden wo und was sie haben möchten.

Vielleicht ist das auch ein Weg der Bevölkerung deutlich zu machen wie wichtig die eigene Gesundheit ist, und wenn man auf seine Gesundheit, Gewicht etc. nicht achtet, sollte nicht die Gesellschaft dafür zahlen, sondern die Person selbst.

Ich kann für mich nur sagen:
Alle Leistungen die ich von Ärtzen in den letzten Jahren bekomme habe, entsprechen nicht einmal 5% der Summe die ich eingezahlt habe ! Warum wird es nicht honoriert das ich gesund lebe.

Der Vergleich einer KFZ Versicherung ist garnicht schlecht, denn die geht von Jahr zu Jahr runter wenn man keinen Unfall baut.

Ein Arbeitsloser der raucht und trinkt zahlt viel weiniger als ich, muss ich ihn mit unterstützen... ? Warum !

hardius (02.10.2009, 16:30 Uhr)
Jeder ist sich selbst der Nächste!
So gewollt von den Befangenen! Befangen vom Gedanken der Privatisierung der gesamten Gesellschaft.
Das hätte Sinn, wenn alle in Lohn und Brot, zu vernünftigen Konditionen stehen würden, aber hier geht es um die Bedienung der Sehnsüchte der Habenden.
Hier entsteht sozialer Sprengstoff für die Zukunft!
Sononja (02.10.2009, 16:24 Uhr)
@Atta Troll
Da muss ich Ihnen sogar recht geben. Aber wenn wir jetzt so einen Obama hätten, der ja aus dem Sozialwesen kommt, wäre es dann vielleicht möglich, dass ein bißcher sozialer zu gehen würde in Deutschland.

Die Tigerentenkoalition wird uns sicher alles andere als sozial begegnen. Mit der Regierung kann es nur bergab gehen.
AttaTroll (02.10.2009, 15:42 Uhr)
Sand in die Augen
Der Begriff "freiheitliches System" bedeutet nichts anderes, als das der Normalbürger mal wieder auf der Strecke bleibt (der Einkommensschwache sowieso). Es ist unerträglich, dass Typen wie Westerwelle, Merkel, U. Schmidt etc.etc., die noch niemals einen müden Euro an Beiträgen an eine gesetzliche Krankenkasse abgeführt haben, entscheiden wollen, was einem gesetzlich Versicherten zugemutet werden kann.
Sicher kann im Gesundheitswesen eine Menge gesprart werden, vor allem im bürokratischen Verwaltungsapparat. Ich kann auch nicht einsehen, dass wir so viele verschiedenen Krankenkassen brauchen, wenn die Beitragsssätze sowieso überall gleich sind, und die Leistungen sich nur geringfügig unterscheiden. Aber an der Gesundheit der Menschen darf nicht noch mehr gespart werden. Hätten wir eine Pflichtversicherung, in die jeder einzahlen muß - auch Selbständige, Freiberufler, Beamte - und Politiker! - wäre auch genügend Geld da. Ein kleines Nein zur Zweiklassen-Medizin.
@ Sononja:
Was soll dieses dauernde Glorifizieren von Obama? Der Mann quasselt bekanntlich viel und tut nichts! Gerade in der Gesundheitsreform ist er kürzlich wieder deutlich zurückgerudert, so dass die tatsächliche Reform letzten Endes nicht einmal mehr das Papier wert sein wird auf dem es gedruckt ist.
bob-der-meister (02.10.2009, 15:24 Uhr)
Gott bewahre uns vor der FDP
So ein schwachsinn. Damit wird die Idee der Sozialversicherung nach dem Solidaritätsprinzip vollends ausgehebelt. Krankheit wird wieder zum unkalkulierbaren Armutsrisiko. Man darf mal gespannt sein, was diese marktradikalen Deformierer sonst noch auf der Pfanne haben.
 
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