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20. Februar 2008, 16:28 Uhr

Bundes-SPD gegen Pakt mit den Linken

Die SPD scheint gespalten: Die Genossen in Hessen können sich angeblich eine Zusammenarbeit mit der Linken vorstellen, SPD-Generalsekretär Hubertus Heil hat dies nun strikt abgelehnt. Ihm schwebt eine andere Koalition vor.

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil schließt eine Kooperation mit der Linken aus© David Hecker/ DDP

Die SPD schließt trotz neuer Spekulationen jede Zusammenarbeit mit der Linken in Hessen weiterhin strikt aus. Die Bundespartei dementierte Berichte, wonach sich die hessische Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti notfalls auch von der Linken zur neuen Ministerpräsidentin wählen lassen werde. Generalsekretär Hubertus Heil sagte "Spiegel Online": "Es wird keine Koalition mit der Linkspartei geben." Auch eine von der Linken geduldete rot-grüne Minderheitsregierung komme nicht infrage. Die Linke sei weder in Hessen noch in Hamburg regierungsfähig, wo am kommenden Sonntag die Bürgerschaft neu gewählt wird.

Ypsilanti hat bislang versichert, für eine eventuelle Wahl zur Ministerpräsidentin eine eigene Mehrheit ohne die Linke anzustreben. Nach Informationen des "Wiesbadener Kuriers" und anderer Zeitungen ist die SPD jedoch inzwischen bereit, Ypsilanti auch zur Wahl zu stellen, wenn sie auf die Linke angewiesen ist. Als Chefin einer Minderheitsregierung könnte sie dann nach einigen Monaten Neuwahlen anstreben, heißt es unter Berufung auf Parteikreise. Der Bundesvorsitzende Kurt Beck teile diese Ansicht.

Ypsilanti plant "Wahlbetrug"

Die hessische CDU unter dem amtierenden Ministerpräsidenten Roland Koch sowie die FDP forderten umgehend eine Erklärung. Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Christean Wagner, wertete die Berichte als ungeheuerlich: "Ganz offenbar bereitet Frau Ypsilanti einen einmaligen Wählerbetrug vor."

Die Linke sah bei der SPD Bewegung. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken-Fraktion im Bundestag, Ulrich Maurer, sprach von "Zeichen einer beginnenden Offenheit" der SPD wenige Tage vor der Bürgerschaftswahl in Hamburg. Dies begrüße er.

SPD-Generalsekretär Heil forderte dagegen abermals die FDP auf, sich zu einer Ampelkoalition in Hessen bereitzufinden. Alles andere seien "Spekulationen, an denen wir uns nicht beteiligen". Ähnlich äußerte sich die hessische SPD. Man arbeite auf ein Bündnis mit FDP und Grünen hin, erklärte Fraktionsgeschäftsführer Reinhard Kahl. Parteisprecher Frank Steibli sagte, die SPD wolle nicht zu Spekulationen einladen. Deshalb äußere er sich nicht einmal dazu, ob die Absage an die Linke noch gelte.

Hessen bis jetzt in der Zwickmühle

Im künftigen Wiesbadener Landtag sind CDU und SPD gleich stark - weder eine schwarz-gelbe noch eine rot-grüne Koalition hätte alleine eine Mehrheit. Die erstmals ins Landesparlament eingezogene Linke hat Ypsilanti angeboten, ihr die nötigen Stimmen zu verschaffen. Der am 27. Januar gewählte neue Landtag konstituiert sich am 5. April. Für eine Mehrheit infrage kommen neben einer Großen Koalition am ehesten Bündnisse aus CDU, Grünen und FDP oder aus SPD, Grünen und FDP. Allerdings will die SPD nicht mit der CDU koalieren, die Grünen wollen nicht mit der CDU zusammengehen, und die FDP lehnt eine Koalition mit der SPD ab.

Als einzige der vier bisherigen Landtagsparteien suchen die Grünen das Gespräch mit der Linken. Statt zu spekulieren, müssten sich die Politiker den inhaltlichen Herausforderungen stellen, erklärten die Landesvorsitzenden Tarek Al-Wazir und Kordula Schulz-Asche. Der Grünen-Europaparlamentarier Daniel Cohn-Bendit sagte jedoch dem Stadtmagazin "Journal Frankfurt": "Es wird eine rot-grüne Minderheitsregierung geben." Andere Optionen gebe es nicht.

Der amtierende Ministerpräsident Roland Koch hatte kürzlich die Sozialdemokraten aufgefordert, das Verhältnis zur Linkspartei im Landtag rasch und abschließend zu klären: "Mit den Kommunisten Ja oder Nein - darüber muss sich die SPD jetzt langsam klarwerden."

Lio/ DPA/ AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
Buureremmel (22.02.2008, 08:34 Uhr)
Steht das da?
Junge, erst Denken, dann Schwätzen. (In Ihrem Fall: Dummschwätzen). Zur Erinnerung: Clement sagte, wer Y. wählt, schadet dem hessischen Interesse; er würde es daher nicht tun.
Diese Aussage ist richtig, völlig unabhändig davon, von wem sie stammt.
ganzbaf (21.02.2008, 09:59 Uhr)
Ach herrje....
der womöglich allerletzte Clement Fan.
Welch seltenes Ereignis.. ;-P
Buureremmel (21.02.2008, 08:16 Uhr)
In Hessen
steckt die Karre voll im Dreck. Oskar und Gregor lachen sich kaputt. Hätten doch nur mehr auf Clement gehört.
luke888 (20.02.2008, 18:00 Uhr)
Richtig so!
Ich stimme Sukram71 zu. Selbst eine Koalition mit den Linken halte ich nicht für wünschenswert, aber ich würde sie nicht von vornherein ausschließen. In vielen Programmpunkten rennt die SPD bei den Linken doch offene Türen ein (Schulsystem, Studiengebühren, Mindestlohn etc.). Zudem wäre die Linke Juniorpartner, noch hinter den Grünen. Also der Kommunismus, der hier von vielen Kritikern herbeigeschwafelt wird (übrigens ein gutes Mittel um die Linken zusätzlich zu stärken), bliebe Hessen erspart. Vielleicht wäre es gar eine Möglichkeit die Linke zu entzaubern, wenn man sie in die Verantwortung nimmt. Ignorieren hilft auf Dauer zumindest gar nix. Die Linken sind kein kurzzeitiges Phänomen. Wíe stellen sich das denn die Kritker hier vor? Künftig große Koalitionen in jedem Land. Na super.
UR63 (20.02.2008, 17:32 Uhr)
HAHAHAHAHA
Koch hätte mit der NPD koaliert!
Sie sind doch nicht Ganzbaf!!!
Sukram71 (20.02.2008, 17:16 Uhr)
Was soll die SPD denn machen?
Eine Minderheiten-Regierung aus SPD und Grünen, toleriert von der Linken entspricht dem Wahlergebnis. Der Kompromiss ist, dass es später Neuwahlen geben soll.
--
Die CDU und Koch sind eindeutig abgewählt. Die Anti-Koch-Parteien haben im Wahlkampf die Mehrheit erhalten.
--
Die SPD soll das machen. Auf Dauer kommen die eh nicht um die Linke rum. Dass die Linke einfach so wiedere verschwindet ist eher unwahrscheinlich, bei den Umfragen.
ganzbaf (20.02.2008, 17:15 Uhr)
Sicher hätte Koch auch mit Rechts koaliert.

Oder glaubts du, der wäre diesbezüglich ernsthaft empfindlicher als ein Olé von Beust?
.
Keine zwei Sekunde, hätte er gezögert.
Schnaafpaaf (20.02.2008, 16:48 Uhr)
Ypsilanti muss sich
gut überlegen, ob sie sich um der Macht willen als "Polit-Prostituierte" mit Oskar und Gregor einlässt und "Zuhälter" Kurt B. sollte mal zum Friseur (z. B. Udo Walz) gehen und sich rasieren, dann klappt`s vielleicht auch mit dem Ernstgenommenwerden:
UR63 (20.02.2008, 16:46 Uhr)
ja.ja herr heil
http://www.die-topnews.de/themen/deutschland
Dort auf Wahlen in Hessen tippen!
Da überholt Ihn schon wieder einer!
Dampfplauderer!
vegefranz (20.02.2008, 16:26 Uhr)
nein zu Linken und NPD

man kann von der CDU/Koch halten was man will: Mit einer Partei am rechten Rand, zB der NPD, würde er sich nicht zur Macht verhelfen lassen
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