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29. Juni 2010, 14:01 Uhr

FDP-Eingeständnis erzürnt die Kanzlerin

Der Vorschlag von FDP-General Lindner, die Hotel-Steuer als Navigationsfehler der Koalition zurückzunehmen, erbost Kanzlerin Merkel. Sie fordert Ruhe in der Koalition - während die FDP das Thema Mehrwertsteuersätze möglichst schnell überarbeiten will.

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Merkel reagierte verärgert: "Ich dachte, wir wollten hier etwas ruhiger werden"© Axel Schmidt/DDP

FDP-Generalsekretär Christian Lindner hat mit seinem Eingeständnis, die Absenkung der Hotel-Steuer sei ein Fehler im "ordnungspolitischen Kompass der Koalition" gewesen, einen neuen Streit in der Regierung ausgelöst.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte mit Verärgerung auf Lindners Äußerungen. In der Sitzung des Koalitionsausschusses warf sie ihm vor, neue Unruhe in die Koalition zu tragen. "Ich dachte, wir wollten hier etwas ruhiger werden, und dann muss ich in der Früh so etwas hören", wurde Merkel von Teilnehmern der Runde zitiert. Sie jedenfalls halte sich an den Koalitionsvertrag. Als Lindner sich verteidigte, habe die Kanzlerin erwidert: "Zur Beruhigung trägt das jedenfalls nicht bei."

FDP will schnelle Überprüfung

Gemeinsam mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lehnte Merkel den FDP-Vorstoß ab, schon rasch das System der reduzierten Mehrwertsteuersätze zu überarbeiten. FDP-Chef Guido Westerwelle und Lindner bestanden dagegen auf eine baldige Bearbeitung dieses Themas in der Regierung. Schließlich verständigte man sich darauf, im September in einer Kommission das Steuerthema in Angriff zu nehmen.

Auch Unionsfraktionschef Volker Kauder und der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer plädierten für eine baldige Überprüfung der Verbrauchersteuern. Kauder warnte jedoch davor, die erst Anfang Januar gesenkte Hotelier-Steuer jetzt rückgängig zu machen. Seehofer war bei dieser Frage offener. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt nannte alle inhaltlichen Debatten um eine Mehrwertsteuer-Reform "verfrüht und sinnlos."

Hotel-Steuer kostet rund eine Milliarde

Der Bundesrechnungshof hatte am Montag die auf 7 Prozent abgesenkte Mehrwertsteuer für Hotel-Übernachtungen kritisiert. Die Prüfer bemängelten in ihrem Sonderbericht die zahlreichen Steuer-Ermäßigungen und nicht mehr zeitgemäßen Ausnahmeregelungen.

Der Staat lässt sich das System der ermäßigten Steuersätze rund 20 Milliarden Euro pro Jahr kosten - allein der vor allem auf Betreiben von FDP und CSU eingeführte reduzierte Mehrwertsteuersatz für Hotel-Übernachtungen kostet pro Jahr rund eine Milliarde Euro.

fw/DPA/APN
 
 
KOMMENTARE (10 von 30)
 
Mikeorganizer (30.06.2010, 15:20 Uhr)
Warum wurde mein Kommentar gelöscht ?
Wenn man diese Politik als die Schlimmste seit Deutschland besteht und diese dann Bananenpolitik benennt ist das Zensurfähig ?

Ebenso die beiden Bananenpolitikikonen Merkel und Westerwelle, die sich mittlerweile jegliche Glaubwürdigkeit verspielt haben.

Schlimm diese Zensur vom Stern.
Superroman (30.06.2010, 12:19 Uhr)
man darf das ja nicht sagen...
..aber das riecht ein kleines bißchen nach Korruption. Mein Nachbar hat neulich die Bananenrepublikflagge gehisst, wurde angezeigt und die Flagge sollte wegen Verunglimpfung der BRD eingezogen werden. Und da draußen laufen noch immer Verblendete rum, die mit ihr nach gemeinsamen Lösungen suchen wollen. Da ist ja George W Bush noch besser. Sind der die Bananen zu Kopf gestiegen? Meine Freunde begrüßen mich teilweise schon mit "Heil Merkel". Ich nehme an, Ihr Mann ist auch gekauft.
Broeselbub (30.06.2010, 11:05 Uhr)
Wünsche
Frau Merkel einen angenehmen Flug zur WM. Natürlich mit einem Airbus der Luftwaffe denn das ist ja besonders günstig weil wir ja alle sparen müssen. Würde auch gerne fliegen aber Frau Merkel macht mich immer ärmer. Aber Hauptsache ihr geht es gut.
kalypso (30.06.2010, 09:23 Uhr)
die 7% hat der DEHOGA-Präsident durchgesetzt - aber wie ?
Wie anders als durch eine geniale Erpressung konnte sich der DEHOGA-Präsident via CSU FDP durchsetzen. Die 7%-Entscheidung war das Ergebnis eines geheimen Machtspiels, an dem der Verfasser der Ausgangsspieler war.

Politik ist Machtpolitik und die Machtspieler können sich manchmal geheimer Erpressungen bedienen. Man kann eine Machtspitze ganz einfach und mit sicherem Erfolg erpressen, wenn man dieser einen maximalen Machtschaden (= Sturz dieser Machtspitze) zufügen kann, gegen den diese machtlos sind.
.
Mit dem Sturz der deutschen, fast-geheimen Machtspitze konnte der Präsidenten des Deutschen Hotel- und Gaststätten-Bundesverbandes drohen. Am 13.5.2009 habe ich ihm den Erpressung-/Durchsetzungshebel per E-Mail in die Hand gegeben. Was teilte ich ihm mit? Herr Fischer von der DEHOGA-Bundesverband müsse nur drohen, mit uns, den KREATIVEN, 1. evolutionistische Partei der Welt, zu kooperieren - und schon bekam er, was er wollte.

Mein Hebel hat schon wiederholt funktioniert, wie auf der Webseite http://www.die-kreativen-... nachzulesen ist. Mit diesem Hebel habe ich z.B. die Metalltarif-Runde 1991 in Baden-Württemberg in einen Panikabschluß innerhalb von 10Tagen (26.4. Ende der Friedensplicht bis 5.5.1991) gehetzt. Ähnlich wirksam war der GdED-Vorstand im Vorfeld des Gewekrschaftsstags im Okt.1988. Ihm hatte ich meine Hilfe gegen die DB-Schrumpfpolitik der Kohl-/Bundesregierung angeboten.

Wer den machtstürzend-genialen Hebel kennt, ist übermächtig.

alice_42 (30.06.2010, 09:17 Uhr)
Jeder kleine Hauch von Einsicht ...
... in die eigenen Fehler wird von Merkel sofort abgebügelt. Sie kann die Prägung aus ihrer Jugend wohl nicht abschütteln.

Merkel gebärdet sich wie einst Honecker und Konsorten. Wir sollten ihr mal sagen, dass wir das Volk sind.
GoGo-King (30.06.2010, 08:43 Uhr)
Nicht Merkels Schuld
Man kann Merkel als Kanzlerin mögen oder auch nicht...aber Sie kann nicht über jedes Stöckchen springen, das ihr die FDP hinhält, nur um der FDP aus der Schei.. zu helfen, in die sich die FDP in vollem "Bewußtsein" (im Zusammenhang mit der FDP eigentlich ein Widerspruch in sich) hineinmanövriert hat, indem sich die FDP wieder einmal kaufen ließ. Wenn die FDP abgesoffen ist, wird auch die Hoteliers-Vergünstigung zurückgenommen. Und darauf kann die Kanzerin und wir alle gut warten.
arniston (30.06.2010, 07:13 Uhr)
pinicchio lässt grussen ..
wahr ist ohne zorn, das ende ist nah..
und die fdp löst auf komplett auf , wegen gier .
HenningHerbst110 (29.06.2010, 23:59 Uhr)
Frau Merkel, die Rabenmutter der Nation.
... die Wahrheit hört niemand gern.
Johann58 (29.06.2010, 22:30 Uhr)
@tannebaum (29.06.2010, 20:50 Uhr)
Weihnachten ist vorbei.
Nursery (29.06.2010, 21:27 Uhr)
Hoffentliche bald zu Ende
Ich Sehne den Tag herbei wo Merkel das sinkende Schiffe verläßt.Auch wenn sie uns als Steuerzahler noch lange auf der Tasche liegen wird.
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