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10. Oktober 2009, 10:09 Uhr

Kindergeld soll offenbar erst später erhöht werden

Zu teuer: Die geplante Anhebung des Kindergeldes auf 200 Euro soll einem Magazinbericht zufolge aus Kostengründen verschoben werden. Stattdessen soll zunächst lediglich das steuerfreie Existenzminimum für Kinder mäßig erhöht werden. Dafür dürfen sich wohl die Unternehmer freuen.

Kinder, Kindergeld, Koalition, Koalitionsverhandlungen

War wohl nichts: Laut "Focus" sind CDU und FDP wieder davon abgerückt, das Kindergeld deutlich zu erhöhen© Volker Hartmann/DDP

Die von Union und FDP angepeilte deutliche Anhebung von Kinderfreibetrag und Kindergeld ist einem Magazinbericht zufolge vorerst vom Tisch. Die Spitzen von Union und FDP seien von einer schnellen Anhebung der Kinderfreibeträge auf 8004 Euro und einer entsprechenden Erhöhung des Kindergeldes abgerückt, berichtet das Magazin "Focus" am Samstag unter Berufung auf Koalitionskreise. Zum 1. Januar 2010 solle lediglich das steuerfreie Existenzminimum für Kinder von aktuell 6024 Euro an die gestiegenen Lebenshaltungskosten angepasst werden.

In den vergangenen Tagen war berichtet worden, dass das Kindergeld auf 200 Euro für das erste Kind und 220 für das zweite erhöht werden soll. Nun aber wollen sich die Koalitionäre laut "Focus" angesichts der schwierigen Finanzlage auf eine Absenkung der Steuertarife für mittlere Einkommen konzentrieren.

Die Anhebung der Freibeträge auf das Niveau der Erwachsenen samt entsprechender Kindergelderhöhung würde den Staat bereits im nächsten Jahr etwa zehn Milliarden Euro zusätzlich kosten. Der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon verwies darauf, dass wegen der Haushaltszwänge allein beim Bund in den nächsten vier Jahren mindestens 30 Milliarden Euro eingespart werden müssten. "Alles, was wir uns darüber hinaus leisten, muss sich daran messen lassen, ob es Wachstum schafft", sagte der CSU-Politiker, der zur Arbeitsgruppe Steuer- und Finanzen gehört, dem "Focus". Daher würde zuerst die Unternehmensteuer reformiert und dann in mehreren Schritten der Abbau der sogenannten kalten Progression bei der Einkommensteuer in Angriff genommen.

Steinmeier befürchtet "Grausamkeiten"

Unterdessen erwartet SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, dass die schwarz-gelbe Koalition den Bürgern nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai nächsten Jahres einiges zumuten wird. "Ich bin sicher: Danach kommen die Grausamkeiten. Denn was jetzt an Steuersenkungen beschlossen wird, muss irgendwann bezahlt werden", sagte der scheidende Außenminister der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". Der Koalitionsvertrag werde "das Verfallsdatum Mai 2010 haben".

Die ersten Signale aus den Koalitionsverhandlungen interpretiert Steinmeier als "Durchmogeln". Auch bei der Leiharbeit gehe Schwarz-Gelb in die "falsche Richtung". Das werde "zu noch mehr Billiglöhnen und Unsicherheit am Arbeitsmarkt führen".

Reuters/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 19)
 
Kaleuen (11.10.2009, 09:25 Uhr)
nicht Klagen
Leute beklagt euch nicht.
Einige die jetzt hier herumjammern haben Guido und Merkel gewählt.
Und das der deutsche Haushalt keine Steuererleichterungen zulässt war auch Westerwelle bekannt. Lügen um an die Macht zu kommen. Darin hat Frau Merkel ja Talent. Warum führen Merkel und Westerwelle denn keine Börsenumsatzsteuer und eine Millionärssteuer ein? Dann wären einige Probleme gelöst. Aber das geht ja nicht sonst verlieren die neo Liberalen Ihr Wählerklientel. Im übrigen gehört das deutsche Wahlrecht auf den Prüfstand.
Aber die deutschen lernen es nicht mehr und lassen sich nach jeder Legislaturperiode auf neue belügen und verar.....
flyingfree (11.10.2009, 01:45 Uhr)
Wahlverbrechen
Die selbstverschuldete desolate Finanzlage war ja auch wirklich nicht absehbar...
Für jene die darauf angewiesen sind, ist das sehr bedauerlich.
Für Vermögende sind diese Pläne ohnehin skandalös.
Jetzt muss Frau Von der Leyen noch ne Zeitlang ohne den Zusatzverdienst auskommen.
@Sternchen2020
Von Merkel werden wir zur Rücknahme jedweder Wahlversprechen nichts hören.
Die kommt erst wieder zum öffentlichen Phrasendreschen aus dem Loch.
ganzbaf (10.10.2009, 18:35 Uhr)
Kindergeld für Einkommenschwache erhöhen...
für Millionäre und Millirdäre dagegen streichen.

Allerdings sollte nur für max. 3 Kinder gezahlt werden.
Der demografische Faktor soll sich mal selber am Arsch lecken. Bei ca. 7 Millionen Arbeitssuchende brauchen wir keine steigenden Bevölkerungszahlen. Auch nicht per "Einwanderungsland".
UThome (10.10.2009, 16:50 Uhr)
Na bald ist in NRW Wahl....
Aber diese Schnellschüsse noch vor dem Regierungsantritt wird es jetzt wohl täglich geben, wenigstens aber werden werden sie ohne Auswirkungen bleiben. Jeder Werbefachmann wird bestätigen das man eine Sache nur oftgenug wiederholen muss ohne sie wirklich zu realisieren damit sie sich im Kopf des Kunden positiv eingräbt. Also mehr von der Volksverdummung, wenigstens bis nach der NRW-Wahl, dann kommen die bitteren Pillen, die wir Bürger bis zur folgenden Landtagswahl wieder vergessen haben.
knilch_59 (10.10.2009, 15:29 Uhr)
Kinderfreibeträge ...
bringen Kinder auf den gleichen steuerlichen Status wie den Arbeitsweg, Büroausstattung usw.: reduziert auf den steuerlichen Wert. Die Einkommenswirksamkeit des Kinderfreibetrags hängt dabei zynischerweise vom persönlichen Spitzensteuersatz ab. liegt der bei 45%, wird das zu einer ordentlichen Entlastung. Zahlt man aber nur den Eingangssteuersatz von 14% (der auf 12% abgesenkt werden soll), dann ist dem Staat das Kind eben entsprechend weniger wert.
.
Passt nahtlos in die neoliberale Kultur, in der alles und jedes auf einen ökonomischen Wert zu reduzieren ist. Genau anders herum wäre logisch und sozial ausgewogen gewesen. Erhöhen des Kindergeldes sofort, Kinderfreibeträge evtl. später.
Poelle (10.10.2009, 12:53 Uhr)
Grad mal zwei Wochen nach der Wahl...
lösen sich die versprechungen in Luft auf...
Vor der Wahl hat war die schwiriege Finanzlage natrülich nicht bekannt - das kann man von einer Regierungspartei wie der CDU ja auch nicht erwarten, dass Sie wissen wie es um die Finzanen steht... Ich kann nur hoffen das die Wähler in NRW nicht auf Rüttgers versprechen reinfallen und der SchwarzGelben Regierung in NRW die Quittung geben!
confused (10.10.2009, 12:36 Uhr)
ganz egal was sie machen
die mit einem Einkommen was gerade mal zum leben reicht sprich untere Klasse Einkommen, werden weiter verrrecken, die ohne Kinder sind sowieso die A . lö....r und dürfen nur Malochen und abgeben, und die mit höheren und hohem einkommen lachen sich weiterhin kaputt.
Was soll es - die Wähler haben es so gewollt sonst hätten sie andere Gewält nur nicht M. und W. und die die IQ hatten und sie nicht wählten müssen leider mitbluten. in spät. einem Jahr wird ein Wirtschaftszweig garantiert nach Schwarze Zahlen schreiben und das sind die Hersteller von Taschentüchern. Da alle nur noch weinen in dem Land.
bayerbienengift (10.10.2009, 12:17 Uhr)
Vielleicht sollte man die 30 Mrd. Euro pro Jahr
beim Wehretat einsparen. Denn soviel wird in der Deutschen Kriegswirtschaft jährlich fuer die Wehrbeschaffung ausgegeben. Stattdessen muss dieses Geld in Deutschland verwendet, um eine regenerativ betriebene gerechte und soziale Zivilgesellschaft aufzubauen und erhalten, statt sich immer abstruseren Kriegsphantasien hinreiSSen zu lassen, die bis zum Einsatz der Bundeswehr im Inneren reichen, um so soziale Unruhen zu bekämpfen. Es muss auch endlich Schluss sein, mit diesen vermoderten Gerede: "Deutschland muss wieder Kriegsverantwortung übernehmen und Deutschland muss am Hindukusch verteidigt werden!" Schwerter zu Pflugscharen! Frieden gibt es nur durch Gerechtigkeit.
simbadische (10.10.2009, 12:15 Uhr)
Familien kurbeln das Wachstum nicht an
- Familien müssen sowieso kaufen, denn die Kinder wachsen aus ihren Sachen raus, brauchen alles mögliche für die Schule, müssen sogar Windeln tragen und wollen etwas essen. Ganz gleich ob man das Kindergeld nun erhöht oder nicht. Als Mutter von vier Kindern kann ich davon ein Lied singen ! Aber bitte nicht falsch verstehen : die haben wir alle gewollt und wir schaffen es gut - ebay sei Dank. Und mal ganz ehrlich : hat wirklich einer an die vollmundigen Wahlversprechen der Tigerente geglaubt ? Oder ist es wieder wie immer ? Den Kohl hat doch auch nie einer gewählt - und die Zeitung mit den vier großen Buchstaben finden immer alle in der Bahn...
medes (10.10.2009, 12:08 Uhr)
Kinder haben nur eingeschränkte Existenzberechtigung
Bei Kindern nicht, wie bei Erwachsenen üblich, das Existenzminimum steuerfrei zu stellen, also den Kinderfreibetrag entsprechend zu erhöhen, das heißt nichts anderes, als Kindern nur eine bedingte Existenzberechtigung zu zu sprechen!
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