stern.de für unterwegs
. .
Politik in Deutschland
RSS Mobil Wetter stern.de Blogs Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Günther Jauch
sternTV - Information und Unterhaltung mit Günther Jauch

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

 
12. Juli 2007, 16:57 Uhr

Pauli meuchelt Seehofer

Und wieder ist die CSU gut für eine Sensation: Gabriele Pauli will Parteichefin werden, gegen Erwin Huber, gegen Horst Seehofer. Das Komödienstadl geht weiter. Chancen hat die schillernde Rebellin keine, aber sie macht einem der beiden Männer endgültig den Garaus - von Frauen dürfte der nun genug haben. Endgültig. Von Florian Güßgen

Zoom

Die Fürther landrätin Pauli will für den CSU-Vorsitz kandidieren© Timm Schamberger/DDP

Der arme Horst Seehofer. Erst am vergangenen Wochenende hatte er sich nach langem Hin und Her für eine Frau entschieden, für seine Frau, hat den medialen Dauerbeschuss ertragen, und hatte gehofft, jetzt wieder angreifen zu können im Sommerduell mit Erwin Huber. Und jetzt das: Schon wieder taucht eine Frau auf. Diesmal eine aus Fürth, keine Geliebte, wohl auch nicht schwanger, aber eine, die seine Aussichten auf den Chefposten der CSU endgültig zunichte machen dürfte: Gabriele Pauli.

Die CSU bietet beste valentinsche Gaudi

Dieses Jahr ist unendlich reich an saftigen Possen, mit denen die CSU das ganze Land, weit über die Grenzen Bayerns hinaus, bestens unterhält. Die Partei bietet barocke Gaudi im besten, valentinschen Sinne - und zerlegt sich dabei selbst: Erst der Stoibersche Sturz über die Affäre Pauli, dann die unendliche Seehofer-Saga, die Pauli-Bilder in "Park Avenue", das Duell Seehofer versus Huber und dazu immer wieder ein Edmund Stoiber, der einfach nicht weichen will. Während das Publikum lacht, verliert die Partei an Glaubwürdigkeit, der Nimbus, der Ruf der CSU zerbricht, hinter den Kulissen meucheln sich die Protagonisten gegenseitig.

Der Parteitag wird zu einem furiosen Finale

Dass Pauli, die Noch-Landrätin aus Fürth, jetzt um den Chefposten kämpft, dass sie es nach ihrem Sturz in die Lächerlichkeit, nach ihrem Sturz aus schwindelerregenden Höhen, trotzig noch einmal wissen will, das alles wird für ein unterhaltsames Sommertheater sorgen und für ein furioses Finale auf dem Parteitag Ende September in München.

Man muss sich das mal vorstellen: Rührselig, wie schon beim Politischen Aschermittwoch in Passau, wird die Halle Stoiber huldigen wollen, mit den üblichen weichgezeichneten Filmchen und den Defiliermärschen. Aber gleichzeitig werden sie Pauli auspfeifen, die sich wieder als mutige Johanna von Orleans inszeniert. Und in all dem Rummel sollen sich die Delegierten dann zwischen Seehofer und Huber entscheiden, die um den Vorsitz buhlen. Dieser Parteitag wird eine Schau, das krönende Finale dieses unterhaltsamen CSU-Jahres, tausend Mal besser als die Einlagen beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg.

Seehofer gerät in Sippenhaft

Chancen hat Pauli freilich keine. Aber sie macht Seehofers Chancen so gut wie zunichte: Denn mit Paulis Kandidatur wird den Delegierten, wird auch dem letzten Christsozialen von der Basis klar gemacht werden, dass jetzt Schluss sein muss mit Eskapaden à la Pauli - und auch à la Seehofer. Denn der Minister aus Ingolstadt, mit seinen Frauen-Geschichten, mit den dauernden "Bild"-Schlagzeilen, wird von der Pauli-Inszenierung in Sippenhaft genommen werden. Die Delegierten werden spüren, was für Gefahren der unberechenbare Show-Mann Seehofer in sich birgt - und was sie im Gegensatz dazu an dem bodenständigen Niederbayern Erwin Huber haben.

Der hat in den vergangenen Monaten vor allem durch Fleiß, Beständigkeit, vorsichtiges Voranschreiten und kontinuierliche Anwesenheit an der Basis auf sich aufmerksam gemacht. Gabriele Pauli dürfte seine Chancen auf den CSU-Vorsitz nun erheblich verbessern. Es ist eine weitere Ironie dieses CSU-Jahres, dass die verfemte Rebellin, den Sirenen der Eitelkeit verfallen, nicht nur den alten Chef gestürzt hat, sondern auch bei der Wahl des neuen kräftig mitmischt - und dabei das ganze Land prächtig unterhält. Im Winter. Wie im Sommer.

Horst Seehofer dürfte nach diesem Jahr erst einmal genug haben von Frauen - im Privaten wie in der Politik.

Von Florian Güßgen
KOMMENTARE (10 von 20)
 
Daisan (13.07.2007, 15:47 Uhr)
Jetzt muss ich wirklich lachen
...zuerst Stoiber, dann Seehofer, na wen meuchelt sich denn als nächstes?
Wenn das so weitergeht, dann redet man
ja nur noch von der "Meuchel-Gabi".... nein, Spaß beiseite:
Was macht Sie, die Medien und die Parteigranden so sicher, daß es Pauli nicht doch wird? Oder zumindest einen Achtungserfolg erzielt?
Würde das Volk entscheiden, wäre das Ergebnis nicht im Sinne der Etablierten, da bin ich sicher.
Zumindest verfolge ich den bajuwarischen Komödienstadel mit meist stillem, manchmal lauthals lachendem Vergnügen, eingedenk der Tatsache, daß sich jedes Volk seine Regierung wirklich redlich verdient.
Da müssen wir Bayern schon eine Menge verbrochen haben - seit mehr als 50 Jahren - das ist ja wie dreimal Lebenslänglich!
Hätten wir wenigstens gute Führung gezeigt, dann wären wir vielleicht schon mal begnadigt worden. Aber nicht mal das.....Jetzt hör ich aber auf, sonst kommen noch irgendwelche Gebirgsschützen und böllern mich noch über den Jordan, ah ich meine die Isar....ich kann aber auch nicht mehr vor lauter Lachen. AH! Jetzt weiss ich was die bayerische Regierung mit ihren Gegnern beabsichtigt:
Sie wollen, daß sich ihre Gegner totlachen, dann haben sie keine mehr.
Also verkneife ich mir jetzt das Lachen. Und zwar heldenhaft.
;-D
L.Gleichmann (13.07.2007, 14:11 Uhr)
Echt geil
was Frau Pauli da abzieht. Mutig, der Schritt. Solls sie den altbackenen Typen ruhig mal zeigen. So chancenlos ist sie nicht, ihr Charme wird noch manche Lanze brechen.
tomcat68 (13.07.2007, 10:29 Uhr)
Pauli für Bayern
Politik ist UNMENSCHLICH!!! Die CSU hat dies in der letzten Zeit bewiesen. Also Ihr lieben Bayern, ändert was und wählt die Pauli. Vielleicht wird sie mal Bundeskanzlerin. *duckundwech*
sportartmakler (13.07.2007, 09:45 Uhr)
@gksb
das gibt der diskussion ja eine ganz neue richtung. als musikantenstadlfan ist dir das natürlich sofort aufgefallen.
zum thema: ich denke auch das eine frau an der spitze dieser partei plump gesagt für frischen wimd sorgen könnte, rechne ihr aber keinerlei chancen aus. die anderen zwei pappnasen werden das wohl unter sich ausmachen obwohl beide realitätsfremde politik machen und themen anreißen wo jegliche fachkompetenz einen großen bogen macht.
GKSB (13.07.2007, 09:35 Uhr)
mutig
Ich finde sowohl Frau Pauli beweist immensen Mut als auch alle die sich hier an Fremdsprachen wagen ! Es ist DER Komödienstadl nicht das !
kasa55 (13.07.2007, 09:34 Uhr)
CSU Parteiführung
Es wird Zeit, dass sich mal was rührt in Bayern.
Es wäre wünschenswert, dass mal eine Frau an die Parteispitze der CSU kommt. Nach Berichten über die Stimmung bei der Basis steht aber wahrscheinlich schon fest, dass Frau Pauli keine Chance haben wird. Dies ist sehr zu bedauern, da die Politik der CSU sehr frauenfeindlich wirkt. Da wird eine Frau, die sich um die Parteispitze beworben hat belächelt, obwohl sie doch die Chance für eine mögliche Richtungsänderung innerhalb der CSU bereitet hat. Über Fotos muckiert man sich in Bayern, dass aber ein so konservatiever Herr Seehofer Ehebruch begeht, wird von der Partei geduldet. Wie ist dies zu vereinbaren?
Die CSU war schon immer ein Komödienstadel und wid es auch zukünftig bleiben, da ihre Darsteller einfach alle einen weg haben.
Nach September 2007 werden dann neue Folgen gedreht.
Anemone (13.07.2007, 09:25 Uhr)
ich korrigiere mich:
...anders re(a)gieren !!
Anemone (13.07.2007, 09:21 Uhr)
Schock
Wenn ich sehe, was seit gestern hier von komplexbeladenen und aengstlichen Maennern ueber Gabriele Pauli an Bosheiten und Beleidigungen geschrieben wurde, bin auch ich ueber die Maennerfantasien geschockt! War es nicht aehnlich so bei Angela Merkel?
Niemand regt sich auf ueber maennliche Politiker und ihre zahllosen außerehelichen Geschichten!
Maenner muessen sich endlich - auch Bayern - daran gewoehnen, daß Frauen anders sind und anders re/agieren!
Gott sei Dank!
Midnight_74 (13.07.2007, 01:57 Uhr)
Baywen muss sich veraendern
Ich wohne in Bayern. Kaum jemand gibt zu, dass er CSU waehlt. Komischerweise erreichen die dann wieder absolute Mehrheiten. Wie kann man nur soviel Schiss vor Veraenderungen haben? Welch reinigenden Effekt die Mehrheit einer anderen Partei fuer Bayern und die CSU haette... Traut euch!
IsyAltklug (12.07.2007, 20:51 Uhr)
Klasse, diese Frau.....
wie sie schon selbst anmerkt, hat sie nichts zu verlieren, aber jede Menge zu provozieren in dieser Provinzpartei. Soll sie diesen verqasten Männerverein doch mal so richtig aufmischen, das ist seit langem überfällig. Welche Motive sie antreiben ist dabei egal, sie ist bestimmt nicht mediengeiler als der große Zampano Stoiber. Frau Pauli ist genau das, was die CSU verdient.
MEHR ZUM ARTIKEL
Die schöne Landrätin Pauli will CSU-Vorsitzende werden

Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli will für den CSU-Vorsitz kandidieren. Die CSU benötige neue Akzente, sagte Pauli. Sie hatte mit ihrer Kritik an Bayerns Ministerpräsident Stoiber eine Führungskrise in der Partei ausgelöst. mehr...

Gabriele Pauli "Ich habe nichts zu verlieren"

Eine kleine, rothaarige CSU-Landrätin bringt Deutschland in Wallung. Erst stürzt Gabriele Pauli den bayerischen Ministerpräsidenten, dann zieht sie schwarze Latex-Handschuhe an und verkündet: Ich will mehr vom Leben! Ist diese Frau außerordentlich mutig? Oder hat sie einen Sockenschuss? mehr...

Privatleben Seehofer entscheidet sich

Das lange Warten hat ihn viel politisches Kapital gekostet, aber nun hat sich Horst Seehofer daran gemacht, seine privaten Angelegenheiten zu ordnen. Gattin oder Geliebte? Nach monatelangem Zögern hat er sich nun für eine Frau entschieden. mehr...

Glosse "Operation Enduring Auferstehung"

Am Donnerstag hat Edmund Stoiber in Moskau Weltpolitik gemacht. Aber das ist nur der Anfang. Stoiber hat einen detaillierten Geheimplan ausgearbeitet, wie er sich bis Ende September selbst den glorreichsten Abgang der Menschheitsgeschichte bescheren kann. stern.de enthüllt die Details. mehr...

Verwandte Fragen

Sie kennen die Antwort? Beantworten Sie die Frage hier oder senden Sie selber eine Frage

 
stern.de in Social Networks
 
Mobil
 
Widgets
 
 
Adobe Flash Player