Steinbrück nennt ersten Ministeranwärter

13. Mai 2013, 13:30 Uhr

Die Namen kursieren seit Tagen in den Medien. Jetzt hat SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück die ersten Mitglieder seines Kompetenzteams offiziell vorgestellt und seine Auswahl erklärt.

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Will eine Brücke zu den wichtigsten Wählergruppen für die SPD schlagen: Kanzlerkandidat Peer Steinbrück©

Das Wahlkampfteam von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück steht weitgehend fest - mit Namen hält sich die Partei aber noch zurück. Zu 80 bis 90 Prozent seien die Entscheidungen gefallen, sagte Steinbrück in Berlin bei der Vorstellung der ersten drei Mitglieder und vergab für den Fall eines rot-grünen Sieges bei der Bundestagswahl auch bereits den ersten Ministerposten. Zugleich betonte er, dass er eine vorzeitige Bekanntgabe der restlichen Namen vermeiden wolle.

Die nun präsentierten Teammitglieder sind: der langjährige Chef der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Klaus Wiesehügel, für Arbeit und Soziales; SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann für Inneres und Justiz; die Design-Professorin Gesche Joost für Netzpolitik und Internet.

Wiesehügel ist auch der erste Schattenminister Steinbrücks: Wenn der Gewerkschafter dies nach einer gewonnenen Wahl noch wolle, "dann wird er diesen Kabinettsposten bekommen", kündigte Steinbrück an. Zu Berichten vom Wochenende, nach denen auch Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig und Hamburgs Justizsenatorin Jana Schiedek dem SPD-Team angehören sollen, sagte Steinbrück: "Die Namen, die sie jetzt am Wochenende gelesen haben, müssen nicht richtig sein."

Berufung von Wiesehügel überrascht

Mit den jetzt vorgestellten Mitgliedern will Steinbrück eine Brücke zu den wichtigsten Wählergruppen für die Sozialdemokraten schlagen. "Die SPD als Volkspartei wird, um Wahlen zu gewinnen, ein breites Spektrum an Wählern erreichen müssen", sagte der Kanzlerkandidat. Dafür seien drei wesentliche Gruppen entscheidend: die organisierte Arbeitnehmerschaft, ein bürgerlich aufgeklärtes Publikum und intellektuelle Impulsgeber. Für diese Gruppen stünden Wiesehügel, Oppermann und Jost.

Vor allem die Berufung von Wiesehügel überraschte. Der Gewerkschaftschef, der von 1998 bis 2002 für die SPD im Bundestag saß, soll im Wahlkampfteam die Themen Arbeit und Soziales vertreten. Er hat seit jeher die Rente mit 67 bekämpft, die die SPD zwar aussetzen will, im Grundsatz aber daran festhält. Wiesehügel zieht sich von seinem Gewerkschaftsposten zurück: Er werde auf dem Gewerkschaftstag Mitte September nicht wieder kandidieren, sagte er.

Medienbericht durchkreuzt Steinbrücks Planung

Steinbrück hatte die Vorstellung eigentlich für Dienstag vorgesehen. Ein Medienbericht durchkreuzte die Planung und führte zur vorzeitigen Veröffentlichung der Namen am Freitag. Insgesamt sollen dem "Kompetenzteam" zehn bis zwölf Persönlichkeiten angehören. Die nächsten Namen will Steinbrück in zwei Wochen bekanntgeben. Einen dritten Termin soll es kurz danach geben.

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