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"Oskar ist die große Liebe meines Lebens"

In der Linkspartei ist er hoch umstritten. Nicht aber bei Sahra Wagenknecht. Für sie ist Oskar Lafontaine ein Glücksfall - in jeder Hinsicht. Sie würde ihn sogar heiraten.

Von Thomas Schmoll

  Sahra Wagenknecht bekennt sich zur Liebe zu Oskar Lafontaine

Sahra Wagenknecht bekennt sich zur Liebe zu Oskar Lafontaine

  • Thomas Schmoll

Monate- oder gar jahrelang hielt sich in Berlin ein Gerücht besonders hartnäckig: Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht seien ein Paar. Also nicht nur politisch und in einem engeren, sondern im engsten aller möglichen Sinne. Die Suchvorschläge bei Google sind Beleg dafür: Wagenknecht und Lafontaine werden ergänzt durch "Paar", "Affäre", "Lebensgefährte", "schwanger" oder auch "Kind". 2009 brachte der "Spiegel" die Spekulationen mit einem hübschen und hübsch zweideutigen Satz auf eine neue Qualität: "Die Kommunistin Sahra Wagenknecht, intime Kennerin von Lafontaines Positionen und nicht nur in Streitfragen mit ihm auf Augenhöhe, verlangt wie er regelmäßig französische Verhältnisse." Die Affäre der beiden Spitzenpolitiker der Linken musste auch als Motiv dafür herhalten, dass es Lafontaine zurück nach Hause in die saarländische Heimat zog. Seine Frau Christa habe ihn zurückverlangt. Er nannte seine Krebserkrankung als Grund.

Die Tuschelei über das rot-rote Paar nahm mit Lafontaines Abschied aus Berlin kein Ende. Irgendwann entschlossen sich die beiden dann doch, klar Schiff zu machen. Auf einem Parteitag der saarländischen Linken im November 2011 ließ er die geneigte Öffentlichkeit wissen: "Ich lebe seit einiger Zeit getrennt und bin seit einiger Zeit mit Sahra eng befreundet. Das war's dann auch. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen." Es war der erste Tag im Leben des Liebespaares, an dem sie sich offen zusammen im Permanent-Lächeln-Modus zeigten und gemeinsam ablichten ließen. Seither wusste die ganze Nation: "Zwei linke Herzen schlagen füreinander".

Die Schlossallee im Visier

Seit das Geheimnis, das eigentlich - zumindest im Berliner Politikbetrieb - längst keins mehr war, raus ist, geht das Paar offen mit seiner Liebesbeziehung um. Inzwischen bewohnt Wagenknecht, der ein ausgeprägter Hang zum Bürgerlichen nachgesagt wird, zusammen mit Lafontaine ein Haus im saarländischen Merzig. Im Berliner "Tagesspiegel am Sonntag" gesteht Wagenknecht nun sogar, dass Lafontaine "die große Liebe meines Lebens" sei. Heirat nicht ausgeschlossen. Sie formuliert einen Satz, wie ihn Frauen formulieren, die auf einen Antrag warten. Sie würde noch mal heiraten, wenn sie "Lust dazu habe", sagte die 43-Jährige dem Blatt. Unterschiede zwischen Ost und West würden für sie "gar keine Rolle mehr" spielen: "Den Ost-West-Gegensatz, wie er in der politischen Debatte hochgespielt wird, finde ich völlig konstruiert."

Auch ihre kapitalistischen Wesenzüge ließ der Rosa-Luxemburg-Verschnitt in dem Interview durchblicken. Beim "Monopoly" handele sie "so, dass ich möglichst bald auf der Schlossallee sitze, damit ich gewinne". Das passt zu ihr. Die Linken-Politikerin gilt als besonders ehrgeizig und selbstbewusst. Obwohl sie mit dem niedersächsischen Landesverband ihrer Partei nicht mehr zu tun hat als mit anderen, nahm sie vor der Landtagswahl im Januar für sich in Anspruch, als Verhandlungsführerin aufzutreten, falls es in Hannover zu Koalitionsgesprächen mit SPD und Grünen kommen sollte. "Sie wird als unser Star angeboten", hieß es in der Parteiführung. "Es wäre dumm, sie zu verstecken." Wagenknecht bekam allerdings keine Chance, ihr Verhandlungsgeschick zu beweisen und dadurch ihren bundesweiten Bekanntheitsgrad zu erhöhen. SPD und Grüne bildeten als Wahlsieger aus eigener Kraft eine Koalition, die Linke scheiterte klar an der Fünf-Prozent-Hürde.

"Sie ist eine eigenständige Persönlichkeit"

Seither weiß die Partei, dass es Wagenknecht nicht allein reißen kann. Ihre Zugkraft reicht längst nicht aus, die Partei aus den Niederungen der Wählergunst im Westen zu holen. Was nichts daran ändert, dass sich ein anderes Gerücht um das Polit-Paar beharrlich hält. Dass Lafontaine seiner Lebensgefährin zum Parteivorsitz verhelfen möchte. Im stern hatte Lafontaine dazu vor einem Jahr gesagt: "Sahra Wagenknecht brauchte und braucht niemanden, der sie nach vorne bringt. Es ärgert mich, dass sie jetzt oft nur noch als meine Lebensgefährtin dargestellt wird. Sie ist eine eigenständige Persönlichkeit."

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