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Jetzt soll es am Lageso endlich besser werden

Die Außenstelle des Lageso in Berlin hat das Verfahren für Asylanträge verbessert. Es soll nun strukturierter zugehen - zumindest für die Asylsuchenden.

Von Karoline Böhme

Mario Czaja stellt die neue Situation im Lageso vor

Laut Mario Czaja, Senator für Gesundheit und Soziales, wurden einige Maßnahmen ergriffen, damit die Situation am Lageso besser wird. 

Für die Asylsuchenden, die an diesem Freitagmorgen in den Gängen der Außenstelle des Lageso (Landesamt für Gesundheit und Soziales) in der Berliner Kruppstraße sitzen, muss es ein komisches Bild sein. Eine Horde Journalisten schiebt sich an ihnen vorbei, hektisch schreibend und auf das Führungspersonal des Lageso einredend. Sie tragen Mikrofone und Kameras mit hellen Lampen mit sich. Vor manchen Räumen bleiben sie stehen, um sich dan hineinzudrängeln.

Bearbeitung noch am gleichen Tag

Ja, für die Asylsuchenden muss es ein eigenartiges Bild sein. Für uns, die Journalisten, ist es vielleicht noch skurriler. Denn vor diesem chaotischen Rundgang hat Mario Czaja, Senator für Gesundheit und Soziales, berichtet, welche Maßnahmen ergriffen worden sind, um das Chaos am Lageso zu reduzieren: Aufbau zentraler Aktenregistraturen, webbasierte Terminvergabe, Eröffnung einer Clearingstelle für Traumatisierte, Aufbau einer medizinischen Versorgung durch die Charité und eine Kapazitätserhöhung in der Leistungssachbearbeitung. Außerdem könne seit Ende Januar in der Regel eine Registrierung am gleichen Tag garantiert werden.

Alles neu, alles gut? Dass die Situation derzeit entspannter ist,  liegt wohl nicht nur an der Verbesserung des Verfahrens, sondern in erster Linie an den gesunkenen Zugangszahlen. In der ersten Kalenderwoche dieses Jahres lag die durchschnittliche Bearbeitungszahl pro Arbeitstag der Registrierung noch bei 572, in der neunten Kalenderwoche nur noch bei 209. "Wir arbeiten in der Regel tagesaktuell, das heißt jeder Asylsuchende kann direkt am Ankunftstag den Asylantrag stellen", sagt Wolfgang Meier, Leiter der Berliner Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

"Da müssen die jetzt durch"

In einem dieser Räume steht ein junger Mann mit dunklem Haar und Bart und rollt wieder und wieder seine Finger über einen Scanner. Als sich die Journalisten in den kleinen Raum drängen, hebt er kurz den Kopf und konzentriert sich dann wieder auf seine Aufgabe. "Nochmal", sagt ein Polizist neben ihm. Die Journalisten filmen den Prozess von allen Seiten, als würde der junge Mann eine Medaille überreicht bekommen. Hin und wieder blickt er scheu in die Kameras. "Ist das nicht unangenehm für die Asylsuchenden, dass wir hier sind?", fragt eine Journalistin den Leiter des Lageso Sebastian Muschter. "Da müssen sie jetzt durch", antwortet er ruhig.

Natürlich wurden die Medienvertreter mehrfach gebeten, Gesichter der Asylsuchenden in der Berichterstattung unkenntlich zu machen. Dennoch müssen sie sich fühlen wie Ausstellungsstücke. Einige drehen ihre Gesichter weg oder ziehen sich Kapuzen über den Kopf. Kinder spielen kreischend in den Fluren, ein Mädchen liegt auf Daunenjacken auf zwei Stühlen und schläft. Ältere beobachten stumm, wie die Journalisten im Gang stehen bleiben um den Verantwortlichen ihre Fragen zu stellen. Polizisten, Soldaten der Bundeswehr, Sprachmittler und andere Mitarbeiter schieben sich zwischen der Gruppe hindurch. Die Arbeit in der Lageso Außenstelle läuft ja schließlich - und offenbar sehr strukturiert, wenn mal gerade keine Pressekonferenz ist.  

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