Schleswig-Holstein ist das zweitkleinste Flächenland der Republik, nur 2,8 Millionen Menschen leben dort. Trotzdem ist die Landtagswahl ein Thriller. Sechs Thesen. Von Lutz Kinkel
Schleswig-Holstein ist nicht unbedingt ein Hotspot Deutschlands, es ist das "Land zwischen den Meeren", relativ klein, flach und mit bescheidener Wirtschaftskraft. Tourismus, Fischerei, Landwirtschaft und Schiffsbau sind die wichtigsten Branchen. Die finanzielle Situation des Landes indes bezeichnet selbst die Staatskanzlei als "dramatisch", auf jedem Nordlicht lasten mehr als 9.700 Euro Schulden - was bedeutet, dass die Gewinner der Landtagswahl an diesem Sonntag eine schmerzhafte Legislaturperiode vor sich haben. Will Schleswig-Holstein die Schuldenbremse einhalten, muss die Regierung sparen, sparen und nochmals sparen.
Die Wahl 2009 an der Waterkant hatten CDU und FDP gewonnen - aber nur dank eines verfassungswidrigen Wahlgesetzes. Es verschaffte Schwarz-Gelb die Mehrheit der Mandate, obwohl SPD, Grüne, Linke und SSW die Mehrheit der Zweitstimmen verbuchen konnten. Das Landesverfassungsgericht ordnete deswegen Neuwahlen an.
Der Urnengang in Schleswig-Holstein gilt nun als wichtiger Stimmungstest für den Bund, aber auch für die nachfolgenden Wahlen in Nordrhein-Westfalen am 13. Mai, die ungleich bedeutender sind, weil dort ein rund ein Viertel der Deutschen leben. Was also wird aus dem Votum an der Küste herauszulesen sein? Sechs Thesen.