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So lief der Wahlabend in den drei Bundesländern

In Baden-Württemberg gewinnen die Grünen, in Rheinland-Pfalz die SPD und in Sachsen-Anhalt die CDU die Landtagswahl. Für alle drei Länder gibt es ein vorläufiges amtliches Endergebnis. Der Wahlabend zum Nachlesen.

Der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann und seine Frau Gerlinde (l) stehen auf dem Podium und nehmen den Beifall entgegen

Der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann und seine Frau Gerlinde (l) stehen auf dem Podium und nehmen den Beifall entgegen

Bei allen drei Landtagswahlen ist die Alternative für Deutschland (AfD) in die Landesparlamente eingezogen. Das sorgt dafür, dass zwar die bisherigen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz weitermachen können, sich aber teilweise neue Koalitionspartner suchen müssen. Die Wahlbeteiligung war in allen drei Bundesländern stärker als bei den vergangenen Landtagswahlen im Jahr 2011. Aus der stern-Redaktion in Hamburg bloggte Nachrichtenredakteur Thomas Krause. Die Entwicklungen des Wahlabends zum Nachlesen.

So lief der Wahlabend in den drei Bundesländern

  • Thomas Krause
    • Thomas Krause

    Liebe Leserinnen und Leser,
    das war es von meiner Seite. Die Kolleginnen und Kollegen sind Morgen früh wieder für Sie da und informieren Sie über sämtliche Nachwehen der drei Landtagswahlen. Bis dahin hoffe ich, es geht Ihnen nicht wie Heinrich Heine: "Denk ich an Deutschland in der Nacht, / Dann bin ich um den Schlaf gebracht". Also: Schlafen Sie gut, egal, zu welchem politischen Lager Sie sich zählen.
    Gute Nacht!

  • Thomas Krause
    • Thomas Krause

    Nun ist auch das vorläufige amtliche Endergebnis für Sachsen-Anhalt da: Die seit 2002 regierende CDU von Ministerpräsident Reiner Haseloff verliert etwas. Mit 29,8 Prozent (2011:
    32,5) verteidigt sie aber ihre Position als stärkste Partei. Allerdings wird ihr Juniorpartner SPD wie in Baden-Württemberg halbiert: 10,6 Prozent (21,5) sind zum Weiterregieren zu wenig. Die Linke fällt mit nur noch 16,3 Prozent (23,7) hinter die AfD als neue Nummer zwei zurück. Die Grünen verbleiben mit 5,2 Prozent (7,1) im Landtag. Die FDP scheitert mit 4,9 Prozent (3,8) erneut.
    Damit ergeben sich folgende Mandate: CDU 30, SPD 11, Linke 17, Grüne 5, AfD 24. Nach diesem Stand ist allein Schwarz-Rot-Grün realistisch.

  • Thomas Krause
    • Thomas Krause

    Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat sein Direktmandat verteidigt. Er konnte im Wahlkreis Dessau-Roßlau-Wittenberg 32,9 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Gleich hinter dem Ministerpräsidenten landete die AfD-Kandidatin Carola Marx mit 25,4 Prozent.
    Die Spitzenkandidaten Katrin Budde (SPD) und Wulf Gallert (Linke) unterlagen in ihrem Magdeburger Wahlkreis dem CDU-Bewerber Andreas Schumann. Dieser erreichte 27,9 Prozent der Stimmen. Bereits 2011 war der Wahlkreis Magdeburg IV an die CDU gegangen. Gallert konnte dort am Sonntag 19,7 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, Budde kam auf 13,2 Prozent. Der AfD-Kandidat Frank Pasemann schob sich mit 20,9 Prozent noch vor beide.

  • Thomas Krause
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    Bald dürfte auch das vorläufige amtliche Endergebnis für Sachsen-Anhalt da sein.

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    Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht in den Verlusten der CDU bei den Landtagswahlen in mehreren Bundesländern keine Ablehnung der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel. Es habe sich gezeigt, dass diese Linie "sich durchsetzt über alle Parteien - mit einer Ausnahme", sagt von der Leyen in der ARD-Talkshow "Anne Will" mit Blick auf die rechtspopulistische AfD. Parteien, die wie Merkel eine europäische Lösung für die Flüchtlingskrise befürworteten, hätten bei den Wahlen eine Zustimmung von 80 bis 90 Prozent bekommen.

  • Thomas Krause
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    Die SPD hat die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz gewonnen und ihre Position als stärkste politische Kraft vor der CDU ausgebaut. Nach dem vorläufigen Endergebnis kommt die SPD von Ministerpräsidentin Malu Dreyer auf 36,2 Prozent nach 35,7 Prozent 2011. Die CDU unter Spitzenkandidatin Julia Klöckner fiel auf 31,8 (2011: 35,2) Prozent zurück. Drittstärkste Kraft wurde die AfD mit 12,6 Prozent der Stimmen. Die Grünen verloren drastisch auf 5,3 (15,4) Prozent. Mit 6,2 (4,2 Prozent) schaffte die FDP klar den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde, den die Linkspartei mit 2,8 (3,0) Prozent erneut verpasste.
    Damit erhält die SPD 39 Sitze. Die CDU kommt auf 35 Mandate. Die AfD zieht mit 14 Abgeordneten in den Mainzer Landtag ein, wo die Grünen nur noch sechs Sitze haben. Die FDP erhält sieben Mandate.
    Die Wahlbeteiligung stieg auf 70,4 Prozent nach 61,8 Prozent 2011.

  • Thomas Krause
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    Das vorläufige amtliche Endergebnis für Baden-Württemberg steht fest: Die Grünen unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann haben die Landtagswahl in Baden-Württemberg gewonnen. Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis kommen sie auf 30,3 Prozent der Stimmen und liegen damit vor der CDU, die 27,0 Prozent erreicht. Drittstärkste Kraft wurde die AfD mit 15,1 Prozent. Sie lag damit vor der SPD mit 12,7 Prozent und der FDP mit 8,3 Prozent. Im neuen Landtag gibt es 143 Sitze. Davon entfallen 47 auf die Grünen und 42 auf die CDU. Die AfD stellt 23 Abgeordnete, die SPD 19 und die FDP zwölf. Damit sind eine grün-schwarze Koalition sowie eine Ampel-Koalition aus Grünen, SPD und FDP und knapp ein so genanntes Deutschland-Bündnis aus CDU, SPD und FDP möglich.

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    Für Baden-Württembergs SPD-Chef Nils Schmid kommt es ganz dick: In seinem Wahlkreis Reutlingen kam der 42-jährige Spitzenkandidat bei der Landtagswahl nur auf 14,2 Prozent der Stimmen. Damit landete der Finanz- und Wirtschaftsminister hinter den Kandidaten von Grünen, CDU und AfD nur auf Rang vier. Auch landesweit wird die SPD laut jüngsten Hochrechnungen nur viertstärkste Kraft.

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    "Der Standard" aus Wien kommentiert die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt: "Die AfD hat die Chance, sich dauerhaft zu etablieren und damit jenen Prozess nachzuvollziehen, der in anderen europäischen Ländern mit starken Rechten vor Jahren schon erfolgte. (...) Das heißt aber nicht, dass Deutschland die Parolen und Wahlerfolge der AfD nun hinzunehmen braucht wie schlechtes Wetter. Mitnichten, Merkel und Co müssen sich jetzt mehr denn je darum bemühen, der AfD inhaltlich Paroli zu bieten und zu zeigen, wohin ihre Hetztiraden führen würden: in ein gespaltenes und abgeschottetes Land."

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    Grünen-Chef Cem Özdemir erschien zu einem ARD-Interview mit einer grünen Krawatte samt leichter schwarzer Elemente. Auf die Frage, ob dies ein Zeichen für mögliche Koalitionsgespräche in Baden-Württemberg sei, sagte Özdemir: "Erstmal ist entscheidend: das Grün ist das Starke. Das ist die Farbe des Abends."

  • Thomas Krause
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    In der kleinsten Gemeinde Baden-Württembergs sind die Stimmen zur Landtagswahl besonders schnell ausgezählt worden. Knapp 20 Minuten nach Schließung des Wahllokals stand in Böllen im Schwarzwald das Ergebnis fest. Die 96 Einwohner zählende Gemeinde im Kreis Lörrach war damit eine der ersten Kommunen, die am Wahlabend ausgezählt hatte. Die Grünen wurden erstmals in der Geschichte des Ortes stärkste Kraft. Sie bekamen 26 Stimmen, die CDU 19. Bei der Wahl 2011 hatte die CDU in Böllen noch klar vor den Grünen gelegen.

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