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10. Dezember 2009, 19:30 Uhr

Die KSK und Guttenbergs Salamitaktik

Die KSK war offenbar in das Bombardement von Kundus verwickelt. Grünen-Verteidigungsexperte Omid Nouripour spricht im stern.de-Interview über die Bomben-Nacht, Oberst Klein und Verteidungsminister Guttenberg.

Omid Nouripour ist sicherheitspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag und Obmann im Verteidigungsausschuss. Der gebürtige Iraner kam mit 13 Jahren nach Frankfurt, 1997 trat er in den hessischen Landesverband der Grünen ein. Mehr unter www.nouripour.de

Menschen, die Oberst Georg Klein kennen, beschreiben ihn als umsichtig und besonnen. Welche Erklärung haben Sie dafür, dass er plötzlich einen derart martialischen Einsatz befahl wie den Luftangriff bei Kundus?

Ich kenne die Chronologie der Ereignisse aus dem Isaf-Bericht. Und wenn man das liest, bekommt man Schweißausbrüche. Er hat unter einem unglaublichen Druck und Stress gestanden. Ich möchte niemandem eine solche Überforderungssituation wünschen. Deswegen geht es auch weiterhin nicht darum, dass man den Stab über Oberst Klein bricht. Sondern die Fehler in der Operationsführung aufarbeitet.

Welche sind das konkret?

Die Aufklärung vorab, die Sicherung des Einsatzortes hinterher, die Befehlskette, und die Frage, ob dieser Einsatz mit den Regularieren überhaupt vereinbar war.

Welche Rolle spielte das Kommando Spezialkräfte (KSK) in der Nacht vom 4. September?

Sie wissen, dass ich darüber nicht reden darf. Mein bisheriger Eindruck war, dass das Verteidigungsministerium die Obleute im Verteidigungsausschuss in diesem Punkt - aber auch nur in diesem Punkt - hinreichend informiert hatte.

Wenn Oberst Klein, wie die "Bild" schreibt, tatsächlich von fünf KSK-Mitgliedern informiert und beraten wurde - wurde ihm vielleicht ein Szenario nahegelegt, das eine Bombardierung zwingend erscheinen ließ?

Wenn das so war, dann muss man fragen, wie der Stab von Klein zusammengestellt worden ist. Ich bin auch nicht sicher, ob es so war, wie die "Bild" schreibt. Aber es ergibt sich auch noch eine andere Frage: Dem Artikel zufolge wurde das KSK-Protokoll der Nacht nicht an die Nato-Partner weitergegeben. Warum?

Könnte die KSK die Rolle des "Scharfmachers" gespielt haben - weil sie auf die Bekämpfung von Taliban fixiert ist?

Das ist der Eindruck, den die Publikationen vermitteln. Ich kann das derzeit weder bestätigen noch dementieren.

War demnach die zunächst gegebene Einsatz-Begründung, dass die gekaperten Tanklastzüge eine potentielle Bedrohung des deutschen Lagers in Kundus gewesen seien, nur ein vorgeschobenes Argument?

Das ist eine der zentralen Fragen, die im Untersuchungsausschuss zu klären sind. Alle Antworten, die wir bisher hatten, sind offenkundig nicht mehr brauchbar. Ich habe eine Liste mit Fragen zusammengestellt - zahlenmäßig bin ich bisher im oberen dreistelligen Bereich.

Sollte es vornehmlich eine Jagd auf Taliban gewesen sein - ist ihnen bekannt, welchen Rang die Getöteten hatten? Waren das potentielle beziehungsweise bedeutende Terroristen?

Wie ich schon sagte: Der Einsatzort wurde viel zu spät gesichert. Es ist nicht mehr genau nachvollziehbar, wer wo und wann war. Aber so oder so: Es ging niemals, in keiner Erklärung der deutschen Politik darum, die physische Vernichtung der Taliban zum obersten Ziel zu erklären. Und wenn das die neue politische Linie ist, dann ist sie definitiv falsch.

Ist es überhaupt wahrscheinlich, dass sich Taliban nachts um 2 Uhr rund um die Tanklastzüge versammeln? Ist es nicht wahrscheinlicher, dass es Zivilisten waren, die Benzin klauen wollten?

Das war in der Sekunde des Geschehens natürlich sehr schwer zu beantworten. Es gibt auch Leute, die sagen: Was wollen denn Zivilisten mitten im Fastenmonat Ramadan nachts um 2 Uhr auf einer Sandbank?

Ist die Tatsache, dass sich das Verteidigungsministerium immer hinter Oberst Klein gestellt hat, eventuell dem Wissen geschuldet, dass er unter dem Einfluss der KSK stand?

Das ist eine spannende Frage. Aber: Es geht im Untersuchungsausschuss nicht primär um Klein. Er muss sich einem Strafverfahren stellen, das reicht. Wir wollen wissen: Was ist passiert, wie gingen die politisch Verantwortlichen damit um und was ist zu tun, um solche Desaster künftig zu vermeiden?

Hat die Regierung bisher dem Verteidigungsausschuss, dem Parlament und der Öffentlichkeit bewusst Informationen vorenthalten?

Bei Ex-Verteidigungsminister Franz-Josef Jung wissen wir das - sonst wäre er nicht gegangen.

Und bei seinem Nachfolger Karl-Theodor zu Guttenberg?

Guttenberg, der einstige Mr. Klartext, hat anscheinend eine riesige Salami in der Hand, die er scheibchenweise serviert.

Interview: Lutz Kinkel
 
 
KOMMENTARE (10 von 54)
 
Administrator (11.12.2009, 09:19 Uhr)
Lieb User,
vielen Dank für Ihre Kommentare. Wir schließen die Debatte an dieser Stelle, da es leider nicht möglich scheint, das Thema sachlich und ohne Beleidigungen zu diskutieren!

Herzliche Grüße,

Ihre stern.de-Admins
Dirk_37 (11.12.2009, 07:27 Uhr)
OMG
@fakten: was rauchen Sie eigentlich, um zu dieser Zeit auf solchen verbalen Müll zu kommen?
Inlinen (11.12.2009, 07:05 Uhr)
@SpringbogCT
Ich denke, daß ich aufgrund meiner Ausbildung und meines Alters nicht zu irgend welchen "Dummschwätzern" gehöre.
Ist schon interessant wie anderst denkende Menschen von Ihnen und Ihrem südamerikanischen Freund abgewertet werden.
Sie sollten sich vielleicht mal mit den Inhalten der eingestellten Beiträge, statt mit irgendwelchen Personen, beschäftigen und auseinander setzten.

Petedom (11.12.2009, 06:35 Uhr)
Tanklastzüge in Kundus
statt froh zu sein , dass die Taliban so
schnell keine Lastzüge mehr angreifen
werden, üben sich die Grünen wieder in
einer Art " masochistischer Parlamentsarbeit " und Profilierungssucht . ....die sollten sich
lieber um ein Tempolimit auf Deutschlands Autobahnen kümmern....!!!
dann gäbe es weniger CO2- Ausstoss
und weniger tödlicher Unfälle mit
unschuldigen Verkehrsteilnehmern.
Fakten (11.12.2009, 00:24 Uhr)
Friedens-Nobel-Preis fuer Guttenberg.
Basta! Heil sei dir Fuehrer im edlem Gewand!

Krieg ist Friedern! Frieden ist Krieg!

Es lebe der Diebstahl, Mord und der Totschlag.

Die verkommene Moral des Westens.
kaisergarten (11.12.2009, 00:04 Uhr)
Bläh blub und Schlaumeier
Vor vielen Jahren beschloss ich nicht meinen Weg bei der BW zu gehen. Die Gründe dafür werden mir aktuell wieder deutlich vor Augen geführt. Heuchler, Besserwisser, Schreibtischtäter. Am besten für den Soldaten im Einsatz ist es nichts zu tun. Weg zu schaun und auf Ablösung zu hoffen. Blos keinen Finger rühren ? das war damals im ehemaligen Jug. so als man nicht ausrückte um ein paar arme Schweine in einer umstellten Kirche zu retten ? dafür hätte man mit Panzern durch eine Menschenblockade brechen müssen. Das ging nicht ? hätte ja zivile Opfer gegeben. Dafür sind ca. 60 unschuldige Leute in der Kirche abgefackelt worden. Aber bis heute interessiert das in D keine Sau ? warum? ? weil wir unsere Hände in Unschuld waschen und gerne mit den Finger auf diejenigen Zeigen, die handeln. Das hätte man doch besser machen müssen.
Naja, so ist das ja überall.
PS: Was machen Zivilisten mitten in der Nacht über 2 Kilometer von Ihrem Dorf entfernt ca. 45 min nach dem Überfall auf besagte Tanklaster genau an dem Ort wo dieser in einem Fluss feststeckt? Weitere Frage ? wissen die nicht, dass auf Taliban geschossen wird? Ist das nicht ein bißchen fahrlässig denen zu helfen? Wie soll man eigentlich Taliban von (angeblicher) Zivilbevölkerung unterscheiden, wenn diese sich bewußt unter diese mischen? Wie unterscheidet man eigentlich Zivilisten von Taliban? Wie hat man die Zahl der angeblichen Opfer feststellen können, obwohl diese schon am nächsten Tag alle beerdigt waren?
PPS: Seit dem Angriff sind die Talibanbewegungen und Einsätze in dem Gebiet fast vollständig zum erliegen gekommen ? ich weiß ja nicht, aber da hat man doch galt den Eindruck, dass da die Richtigen erwischt wurden.
paolodom (10.12.2009, 23:52 Uhr)
meld dich mal

hartmut@caribic.us
SpringbokCT (10.12.2009, 23:47 Uhr)
@paolodom
das war ich auch mal, Mitglied der SPD. Ausgetreten bin ich, als die Sozialisten ihren eigenen Kanzler stürzten.

Keine Sorge, nach Südamerika kommen DIE nicht, da müssten sie ja selber für sich sorgen. Einfacher ist es doch von dem eigenen Unvermögen abzulenken. Die Argumente sind dabei austauschbar, egal ob Ackermann, Schäuble, Amerika oder Afghanistaneinsatz. Jeder der den verbohrten Ideologien nicht folgt, gilt dann als neoliberal.

buenos

paolodom (10.12.2009, 23:44 Uhr)
Habe soeben Herrn Nouripour
per e Mail

'omid.nouripour@bundestag.de'

folgende Frage gestellt:

"Warum ist die Spitze der Grünen islamischen Glaubens ?


Gruesse
H F

bin mal gespannt auf die Antwort ?

Bye
paolodom (10.12.2009, 23:29 Uhr)
wollte eigentlich schluss machen

guck mal die Fuehrungsriege der Gruenen an und die Namen, kapiske, selbst die Roth ist Mohamed zugetan hab ich vernommen
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