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Rot-Kreuz-Bericht belastet Guttenberg

Trotz seiner jüngsten Kehrtwende: Seine vorschnelle Aussage zum Luftangriff von Kundus hat stark am Image von Karl-Theodor zu Guttenberg gekratzt. Ein Bericht des Roten Kreuzes aus Afghanistan bringt den neuen Verteidigungsminister jetzt zusätzlich unter Druck, berichtet der stern.

Ein Bericht des Internationalen Roten Kreuzes (ICRC) dürfte nach Informationen des stern Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in weitere Erklärungsnot bringen. Die Hilfsorganisation hat in Kundus das von der Bundeswehr angeordnete Bombardement auf die zwei Tanklaster untersucht. Nach Informationen des stern kommt das ICRC in dem als "streng vertraulich" eingestuften Report zu dem Schluss, der von Bundeswehroberst Georg Klein angeordnete Angriff habe nicht "im Einklang mit dem internationalen Völkerrecht" gestanden. Dafür habe es bei dem Bombardement zu viele zivile Tote gegeben. Im Anhang des Berichts listet das ICRC die Namen von 74 toten Zivilisten auf, darunter auch acht-, zehn- und zwölfjährige Kinder.

Den ICRC-Report bekam Guttenberg am 6. November auf den Tisch. Dennoch bezeichnete er Stunden später, auf seiner ersten Pressekonferenz als Verteidigungsminister, den Angriff als "militärisch angemessen".

"Unwahrscheinliche" Bedrohung

Das Rote Kreuz führte in seinem Bericht schon damals aus, es erachte es als "unwahrscheinlich", dass die von Taliban gekaperten Tanklaster zu fahrenden Bomben umfunktioniert und gegen die Bundeswehr eingesetzt werden sollten. Die LKWs hätten vielmehr entgegen der Fahrtrichtung zu dem deutschen Feldlager in einer Sandbank festgesteckt, als sie bombardiert wurden. Für das deutsche Feldlager bei Kundus habe demnach keine "unmittelbare Bedrohung" bestanden.

Vergangene Woche hatte Guttenberg im Bundestag diese Einschätzung zurückgenommen, dass der Angriff "angemessen" gewesen sei. Die Lektüre des ICRC-Berichts, so ein Ministeriumssprecher zum stern, sei "in die neue Gesamtbewertung des Ministers eingeflossen".

Guttenbergs Sprecher Steffen Moritz wies am Mittwoch die Vorwürfe zurück. Er verwies darauf, dass der Minister bereits bei der Pressekonferenz am 6. November auf einen Rot-Kreuz-Bericht hingewiesen hatte, in dem von zahlreichen zivilen Opfern die Rede ist.

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