. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
29. September 2009, 16:25 Uhr

Steinmeier führt nur die Fraktion

Machtwechsel nach dem Debakel: Der neue Fraktionschef Steinmeier verzichtet auf den SPD-Parteivorsitz, Vize Steinbrück und General Heil treten ab. Neuer starker Mann wird wohl Sigmar Gabriel.

SPD, Debakel, Nahles, Gabriel, Steinmeier

"Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen": der neue SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier© Michael Gottschalk/DDP

Zwei Tage nach dem Debakel bei der Bundestagswahl gibt es in der SPD erste personelle Konsequenzen: Frank-Walter Steinmeier will nun doch nicht Parteivorsitzender werden. Das gab der scheidende Außenminister und gescheiterte Kanzlerkandidat am Dienstag in einer Fraktionssitzung bekannt, wie aus Fraktionskreisen verlautete. Zur Begründung habe er gesagt, die Verantwortung in Partei und Fraktion solle auf mehrere Schultern verteilt werden, hieß es.

Am späten Nachmittag wurde Steinmeier wie erwartet zum Fraktionschef und damit zum Nachfolger von Peter Struck gewählt. Steinmeier erhielt nach Angaben Strucks mehr als 88 Prozent Zustimmung.

Gabriel wird wohl Parteichef

Der Vorschlag zum Verzicht auf den Parteivorsitz komme von ihm, betonte der 53-Jährige Steinmeier. Er habe nach der Wahl am Sonntag überlegt, ob er sich aus der Verantwortung stehlen oder weiter dabei mithelfen solle, die SPD wieder voranzubringen. Er habe sich für die Partei entschieden.

Steinmeier nannte nach Informationen aus Fraktionskreisen keine Namen für den Parteivorsitz. Mehreren Medienberichten zufolge soll aller Voraussicht nach der bisherige Umweltminister Sigmar Gabriel Nachfolger von Franz Müntefering werden. Dieser bekräftigte am Dienstag in der Fraktionssitzung seine Absicht, auf dem Parteitag sein Amt aufzugeben. Bis dahin wolle er noch den Übergang organisieren. Die Entscheidung über seinen Nachfolger und die Zusammensetzung der künftigen engste Parteispitze werde zügig vorbereitet.

Steinbrück streicht ebenfalls die Segel

Auch der stellvertretende SPD-Vorsitzende Peer Steinbrück stellt sein Amt zur Verfügung und verzichtet zudem auf alle Posten in der neu gewählten Bundestagsfraktion. Der amtierende Bundesfinanzminister sagte am Rande der Fraktionssitzung, er verabschiede sich damit aus der "ersten und zweiten Reihe" der Bundespolitik und mache Platz für Nachwuchskräfte. "Ich bin zu dieser Entscheidung nicht gedrängt worden", betonte Steinbrück. Nach 16 Jahren als Landes- und Bundesminister sei es sicherlich verständlich, "dass ich über meine eigene Zeit etwas freier verfügen will". Sein Bundestagsmandat wolle er jedoch behalten, eine neue berufliche Aufgabe in der Wirtschaft habe er nicht. Steinbrück war am Sonntag über die NRW-Landesliste erstmals als Abgeordneter in den Bundestag gewählt worden.

Nahles als Heil-Nachfolgerin gehandelt

Zuvor hatte bereits SPD-Generalsekretär Hubertus Heil seinen Rückzug bekanntgegeben. Er werde beim Parteitag in Dresden Mitte November nicht mehr für dieses Amt kandidieren, teilte der 36-Jährige mit. Auch Heil will sich auf seine Arbeit als Abgeordneter im Bundestag konzentrieren. Er war 2007 vom damaligen Parteichef Matthias Platzeck als Generalsekretär geholt worden. Die Parteilinke Andrea Nahles soll Medienberichten zufolge Heils Nachfolgerin werden.

joe/DPA/AP/AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 24)
 
ml5353 (30.09.2009, 15:46 Uhr)
Jetzt schon so ängstlich???
Aber aber, liebe(r) n8g8, ratgeber und kabelmann...

Warum denn so aggressiv? Wovor haben Sie denn solche Angst, dass Sie so aggressiv reagieren?

Davor, dass die SPD doch wieder erstarken wird, weil die Mehrheit der Menschen Gott sei Dank doch nicht so dämlich ist, den Herrschaften von der SED...äh...PDS...äh... Linkspartei dauerhaft auf dem Leim zu gehen...


... oder doch eher davor, dass die Regierungsarbeit von CDU/CSU und FDP doch nicht Hundertausende in Armut und Arbeitslosigkeit treiben wird....

.. .oder gehören Sie etwa selbst zu dieser komischen, linken Truppe, die völlig zu Recht teilweise vom Verfassungsschutz überwacht wird, und sehen Ihre Felle jetzt schon davonschwimmen, wenn die SPD eines schönen Tages wieder erstarkt?

Wahrscheinlich von allem ein bißchen, oder nicht? ;-)
kabelmann (30.09.2009, 07:42 Uhr)
@ml5353
Die Linke hat sehr wohl erklärt, wie sie ihr Programm finanzieren kann. Jetzt gibts da zwei Möglichkeiten: Entweder sie haben nie zugehört, weil sie nicht dazu in der Lage sind, oder aber sie wollten niemals zuhören. Beide Male ihr eigenes Pech, aber lassen sie bitte ihre komischen Thesen stecken
bubi_feinbein (29.09.2009, 19:54 Uhr)
Nöölen bringt keinen Nutzen
Ich bin SPD Mitglied und habe die Linken gewählt!
Mit dem Wahlergebnis bin ich zwar nicht zufrieden, aber ich bin zufrieden damit, dass die SPD derart brutal abgestraft wurde. Das war einfach überfällig. Der schlimmste Alptraum für mich, wären weitere 4 Jahre schwarz-rote Soße gewesen.
Hartz4 und die Agenda sind die tiefen Narben, welche die SPD immer noch zu tragen hat. Das wird sich die nächsten Jahre auch nicht ändern. Gas-Gerd hat es versaut und zwar richtig. Klar, - das Ergebnis dieser Reformen sieht auf der Oberfläche hübsch aus. Hinter der hübschen Rechnung stehen aber Menschen und Schicksale, die dieses Ergebnis zu tragen haben. Einen besseren Vorsitzenden als Gerhard Schröder hätte sich die Union nicht wünschen können. Jetzt gilt es dieses krude Machwerk wieder einigermaßen gerade zu biegen.
Alle Seeheimer müssen weg. Einen Steinmeier, Mitverursacher von Hartz4, in einer Führungsposition zu halten, ist schon mal der erste Fehler den die SPD macht.
Diese Partei hat am Sonntag ihr politisches Ende erlebt. Will sie jemals wieder irgendeine Rolle spielen MUSS ein kompletter Neuaufbau stattfinden. Mit aller Radikalität die geboten ist. Gabriel als aufgeblasener Parteichef wäre der nächste Fehler. Mit seinen Floskeln und Sprachbausteinen kam er in Niedersachsen nicht an und wird es im Bund auch nicht.
Die SPD muss einen Ausverkauf starten, frei nach dem Motto "Alles muss raus!". Das fängt bei der Nahles an und hört bei Party Wowi auf. In 8 Jahren könnten sie es schaffen. Die unseelige Hartz-Politik wird ihnen ewig anhängen, aber man kann mit einem ehrlichen Neubeginn Wähler zurückholen. Einfach mal dem Bürger sagen: Die Agenda, Hartz4 und 67er Rente, war der größte Fehler den sich die SPD geleistet hat.
Man denke da an die FDP. Jahrelang galt sie als die "Partei der Besserverdienenden". Diesen Ruf wird sie auch nicht mehr los. Trotzdem haben sie es geschaft, wieder mit an die Macht zu kommen.
Das einige Leute hier gleich vorverurteilen finde ich auch nicht ok. Vielleicht sagt man ja in 4 Jahren: So schlecht war CDU/FDP ja gar nicht..... . Schwer vorzustellen, aber ich warte lieber ab und lasse mich gerne eines besseren belehren. Dieses Kasper-Theater bei der SPD ist doch auf Dauer einfach nervig. Wie in einer Grundschulklasse, bei der Wahl des Klassensprechers.

Meine Hoffnung beruht auf den Linken. Im Vergleich zur SPD. hat man dort den Eindruck, dass dort pure Harmonie herrscht. Ich bin mir auch sicher, die Linken werden reifen und viele Ihrer abstrusen Vorschläge über Bord werfen. Vielleicht wird die SPD ja auch mal in der Linken aufgehen. Nach diesem Wahlergebnis wundert mich gar nichts mehr.
milli3 (29.09.2009, 19:38 Uhr)
Die lernen es einfach nicht !
In unzähligen Briefen hab ich der SPD geschrieben warum sie untergehen. Hartz 4 und Rente mit 67. Da können die Rütteln und Schütteln was die wollen, und selbst wenn sie den Papst persönlich als Vorsitzenden holen.

Solange sie diese Politik weiter verfolgen werden sie bis zur Unkenntlichkeit zerstört werden. Das ist das Assozialste was die jemals beschlossen haben.

Aber zum Glück kommen ja bald mehr Menschen in den ach so feinen Genuss von Hartz4 und können dann ja feststellen wie angeblich die Soziale Hängematte ist. Dann werden die das mit ganz anderen Augen sehen.

Denn in den ganzen Politikrunden wird nur dämliches Zeug gequatscht, ich glaube die kennen Ihre eigenen Gesetze garnicht weil die Pausenlos Lügen erzählen.

Aber die Arbeiter die jetzt noch über uns herziehen werden sich bald sehr schnell wundern, denn das sogenannte Workfare wird kommen und das heisst.

Die Hartzer werden bald um Sozialhilfe zu bekommen in Firmen Arbeiten nicht mehr nur Gemeinnützig. Und schon mal nachgedacht ? Wie geht es weiter ?

Es geht so weiter: Die Arbeitgeber schmeissen Euch raus weil Ihr zu teuer seid und nehmen lieber uns für Lau.

Na ? Fängt die Lampe an zu Glühen ? Oder reicht der Grips dafür nicht ? Das ist der Grund warum Hartz4 Geschaffen wurde, das bringt umsonst Arbeiter ins Werk und Eure Löhne sind nicht mehr bezahlbar.

Schaltet endlich den Kopf an und verbündet Euch mit uns anstatt über uns herzuziehen. Und Ihr meint auf den Ämtern sitzen nur dusselige und faule Arbeitslose ? Na dann kommt mal rann, wolln mal sehen wem ich von Euch alles in die Tasche stecke.

Lasst Euch bloss nicht solche Lügen im Fernsehen erzählen über uns. Besonders RTL, Spiegel und Bild. Macht Euch mal schlau wer dahinter steckt.

Und alle die es nicht glauben wollen die werden es bald am eigenen Leibe spüren das ist mein einziger trost, das dann die Dummheit bestraft wird.
Nursery (29.09.2009, 19:27 Uhr)
Gesetze mit Konfliktstoff
Die SPD hat doch für die CDU die Kohlen aus dem Feuer geholt.Die CDU ist auch nicht wegen der Agendapolitik bestraft worden.TRotzdem hätte ich dem Steinmeier geraten sich ganz aus dem Sichtfeld der Großen Politik zurückzuziehen.Steinmeier bleibt der Garant für die Knallharten Hartz IV Gesetze.
n8g8 (29.09.2009, 19:25 Uhr)
@ratgeber
Sie haben Recht. Für einen ?Christlich?-Bürgerlichen hat sich seit Galileo nichts geändert: Die Erde ist eine Scheibe. :-)
ratgeber (29.09.2009, 19:11 Uhr)
@n8g8
...und "Reichtum für alle"!! Und die Erde ist eine Scheibe!! Toll!!
ml5353 (29.09.2009, 19:05 Uhr)
Lafo hat eben NICHT Recht gehabt.
Nach dem Wahldebakel der SPD wäre es leicht, jetzt einfach nur das Personal auszutauschen, besonders linke Parolen auszugeben und alles Bisherige in Frage zu stellen. Nur: ob das hilft ist äußerst fraglich. Denn das wäre nichts anderes als linke Fundamental-Opposition und das kann die Linkspartei halt einfach besser!

Die SPD muß sich tatsächlich eingestehen, dass sie sich mit Hartz-IV und der Rente mit 67 ihr machtpolitisches Grab selbst geschaufelt hat. Diese beiden Themen MUSS die SPD zurückdrehen.

Aber sonst? Der Mehrwert der SPD lag und liegt doch nicht darin, einfach nur linke Forderungen abzusondern, wie die Linkspartei tut.

Vielmehr ist die SPD die einzige Partei, die eine sozial ausgewogene Politik will UND gleichzeitig auch vernünftig erklären kann, wie diese Politik realisiert und vor allem finanziert werden kann. Und das ist es eben, was Lafo & Co. nicht können.

Diese Kernkompetenz muß die SPD wieder beleben und das geht erst jetzt, weil man in der Opposition die eigenen Prinzipien nicht mehr dem Machterhalt unterordnen muß. Die SPD kann sich wieder selbst treu sein.

Und eine starke SPD werden wir in den nächsten Jahren wohl noch bitter nötig haben....

immerNett (29.09.2009, 19:04 Uhr)
Herzlichen Glückwunsch
der SPD zum Projekt 18% mit dem Oppositionsfüher Steinmeier, Erfinder und Architekt der Agenda/Hartz4 und Rente mit 67.
Ach, falls die SPD-Genossen es nicht wissen sollten. Laut ARD/Infratest meinen 67% der Wähler, daß mit Agenda und Rente mit 67 die SPD ihre sozialdemokratischen Wurzeln aufgegeben habe. Nur so zur Info, Genossen. Aber der Steinmeier macht das schon. Auf zu 18%. Ihr könnt noch schlechter, Genossen!
n8g8 (29.09.2009, 18:58 Uhr)
Blassrosa Abrissbirne mit Wattebäuschchen
Wieder einmal zeigt sich, dass die SPD nichts aus ihrem Wahlergebnis gelernt hat. Ein Neuanfang als Fraktion in der Opposition mit nem Stonie?!?
Mir kann diese oberflächliche Scharade ohne echten Erneuerungstendenz nur Recht sein: Seeheimer weiter an der Macht - und mein linkes Herz lacht! Über die "S"PD!
Nur brav weiter so, liebe "S"PD-Basis, beschränkt Eueren Neuanfang nur weiter auf Wähler-Täuschung. Und die sozialdemokratische Partei hierzulande wird weiter tolle Erfolge verbuchen können, die Linke. :-)
@Tempelhofer: Sie haben völlig Recht. Als echte Linke habe ich zwar einmal anno dazumal (damals mit dem Duo Schröder/Lafo, wegen Lafo, da Schröder schon damals wirtschaftsgesteuertes Mitglied im VW-Aufsichtsrat war *g*) die SPD gewählt, werde diesen Fehler aber garantiert nie wieder begehen, denn ich bin lernfähig. Diese Partei bekommt meine Stimme nicht wieder. Derzeit sind die echten Sozialdemokraten Lafo & Co. mein Favorit. Und alles was der Linken nutzt, freut mich ungemein. :-)))
MEHR ZUM ARTIKEL
Berliner Landesverband SPD-Bundesspitze soll zurücktreten

In der SPD brodelt es gewaltig: Nach dem herben Wahl-Debakel fordert der Berliner Landesverband einen kompletten Neuanfang, ohne Steinmeier, Müntefering und Steinbrück. mehr...

Münteferings Abschied Die erste Häutung der SPD

Dass er gehen muss, war allen klar - und SPD-Chef Müntefering hat es nun, wenn auch nur indirekt, bestätigt. Ein neuer Kurs ist deswegen noch nicht erkennbar, der Wahlschock ist zu frisch. mehr...

SPD-Debakel "Jetzt wird es Nacht"

Unter dem gelben Wagen: Die SPD hat derart dramatisch verloren, dass sie ihre 23 Prozent erstmal verdauen muss. Die Parteilinken wagten am Sonntag keinen Aufstand. Noch nicht. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe