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CDU-Mann nach Shitstorm: "Bin selbst betroffen von Behinderung!"

Er beleidigte Malu Dreyer wegen ihrer Rollstuhl-Fotos und kassierte dafür einen Shitstorm: Nun rudert der CDU-Politiker Daniel Wilms zurück. Es reiche jetzt mal mit der Kritik – er sei ja schießlich selbst behindert.

CDU-Politiker Daniel Wilms beleidigte Malu Dreyer bei Facebook

CDU-Politiker Daniel Wilms beleidigte Malu Dreyer bei Facebook

Mit solchen Reaktionen hätte Daniel Wilms vermutlich nicht gerechnet. Der CDU-Politiker aus Koblenz dachte offenbar nicht über die Konsequenzen nach, als er Rollstuhl-Fotos der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit abfälligen Worten über ihre Behinderung kommentierte. Doch die Kritik ließ nicht lange auf sich warten – sie kam von allen Seiten, auch von der eigenen Partei.

Wie kommt Wilms aus der Angelegenheit wieder raus? Er entschuldigte sich zunächst bei Dreyer, die seit Langem an multipler Sklerose leidet. "Liebe Frau Ministerpräsidentin, ich ENTSCHULDIGE mich inständig, wenn Sie und ihre "Regierung" sich persönlich angegriffen fühlten!", schrieb er auf Facebook. Er habe nur ihre Amtsgeschäfte kritisieren wollen und das "überspitzt" formuliert.

Daniel Wilms hat Rücken

Doch der CDU-Mann wird auch nicht müde, nun immer wieder darauf zu verweisen, dass er ja selbst behindert sei. Er habe Rücken, "aber nicht zu knapp". Auf einen Kommentar, in dem ihm ein Nutzer schreibt, dass niemand etwas für seine Krankheit könne, antwortet Wilms: "Verstehen Sie es eigentlich nicht, ich bin selbst betroffen von Behinderung!" 

Wilms klagt darüber, dass er von allen Seiten verbal angegriffen werde – und stellt sich nun als Opfer dar. "Wer beleidigt hier grad in unfassbarem Umfang einen selbst behinderten Menschen?"

Ich habe mich längst ausführlich geäußert und entschuldigt, gibts es auch Christen unter euch die verzeihen können und...

Posted by Daniel Wilms on Friday, February 19, 2016


Justizminister Heiko Maas schaltet sich ein  

Malu Dreyer ist bei längeren Strecken auf einen Rollstuhl angewiesen. 2013 ließ sie sich vom "Süddeutsche Zeitung Magazin" für die Fotoreihe "Sagen Sie jetzt nichts" ablichten. Wilms hatte in einem später gelöschten Beitrag geschrieben, sie solle "Erwerbsminderungsrente beantragen und abtreten". Außerdem fragte er, ob die SPD in Rheinland-Pfalz mit Dreyer nun "auf der behinderten Mitleidsschiene" fahren wolle.

Der CDU-Ortsverband und auch der Landesverband distanzierten sich daraufhin von Wilms. Spitzenkandidatin Julia Klöckner sprach von einem "geschmacklosen" Verhalten. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) twitterte: "Die Beleidigung von Malu Dreyer ist erbärmlich. Das überschreitet jede Grenze der politischen Auseinandersetzung."

Laut dem Kreisvorsitzenden Andreas Biebricher hat die CDU Koblenz ein Parteiausschlussverfahren von Wilms eingeleitet. 

kis
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