. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
4. Dezember 2007, 09:06 Uhr

DIHK-Chef attackiert Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte beim CDU-Parteitag Kritik an zu hohen Manager-Gehältern geübt. Diese Vorwürfe hat nun DIHK-Chef Georg Braun zurückgewiesen. "Die Politik solle sich da raushalten", sagte Braun. Am letzten Tag des CDU-Parteitages wird heute auch ein neues Gesicht aus Bayern vor die Deligierten treten.

Die CDU-Bundesvorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem CDU-Bundesparteitag in Hannover© Marcus Brandt/DDP

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Ludwig Georg Braun, hat den Vorstoß von Bundeskanzlerin Angela Merkel gegen zu hohe Manager-Gehälter zurückgewiesen. "Die Politik sollte sich da raushalten", sagte Braun der Frankfurter Rundschau. Eine pauschale Managerschelte sei ebenso verfehlt wie eine generelle Politikerschelte. Letztlich müssten die Aufsichtsräte entscheiden, welche Gehälter die Unternehmen zahlen wollten, um die besten Manager für sich zu gewinnen, erklärte Braun.

Mit Gesetzen lasse sich kaum etwas erreichen

Merkel hatte in ihrer Auftaktrede des CDU-Bundesparteitag hohe Abfindungen für gescheiterte Manager scharf kritisiert. "Wenn das Versagen von Spitzenkräften mit Fantasieabfindungen vergoldet wird, dann untergräbt das das Vertrauen in das soziale Gleichgewicht unseres Landes", erklärte Merkel unter großer Zustimmung der Delegierten. Mit Gesetzen lasse sich dagegen allerdings kaum etwas erreichen, fügte sie hinzu.

Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) sprach sich dafür aus, dass Abfindungen nicht weiterhin als Betriebsausgaben steuermindernd geltend gemacht werden können. Eine solche Änderung der Steuergesetze sollte im Rahmen des verfassungsrechtlich Möglichen erfolgen, wenn Unternehmen "selbst nicht der Lage sind, Riegel gegen überhöhte Abfindungen vorzuschieben", sagte Müller der "Saarbrücker Zeitung". Er kritisierte, bei "Großunternehmen haben wir nicht hinnehmbare Tatbestände".

Huber spricht zu Delegierten

Die CDU beendet heute ihren Parteitag in Hannover. Erstmals wird der neue CSU-Vorsitzende Erwin Huber zu den rund 1000 Delegierten sprechen. Ferner wird der Bericht des Unionsfraktions-Vorsitzenden Volker Kauder erwartet. Einer der Hauptpunkte ist die Debatte über einen Antrag zum Schutz ausgewählter deutscher Unternehmen wie beispielsweise im Energiebereich vor ausländischen Investoren, den Hessens Ministerpräsident Roland Koch erläutern wird.

Die Delegierten hatten das neue Grundsatzprogramm der Partei nahezu einstimmig beschlossen. Der Parteitag stimmte auch mit äußerst knapper Mehrheit einem Antrag zu, der den Unions- Bundestagsabgeordneten eine Lockerung des Stammzellengesetzes in engen Grenzen ermöglicht. Dafür hatten Forschungsministerin Annette Schavan, aber auch die CDU-Vorsitzende und Kanzlerin Angela Merkel geworben.

Bislang ist in Deutschland nur eine Forschung an Stammzellen möglich, die vor dem 1. Januar 2002 im Ausland gewonnen worden. Eine starke Gruppe beim Parteitag wollte durchsetzen, dass es bei dieser Regelung in Zukunft bleiben soll.

Beschluss zum Betreuungsgeld ist noch keine Festlegung

Auch die umstrittene Einrichtung eines Betreuungsgelds ab 2013 wurde verabschiedet. Merkel hob die beabsichtigte Wahlfreiheit von Eltern hervor. Dabei geht es darum, kleine Kinder zu Hause zu erziehen oder in Kinderkrippen zu betreuen.

Die Vorsitzende der Frauen-Union, Maria Böhmer, sieht in dem Beschluss zum Betreuungsgeld noch keine Festlegung. "Die Debatte ist damit nicht beendet", sagte Böhmer der "Berliner Zeitung". Die Ausgestaltung des Betreuungsgeldes müsse noch geklärt werden. Die Frauenunion war auf dem Parteitag mit einer offeneren Formulierung gescheitert.

Reuters/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
Pijey (05.12.2007, 13:23 Uhr)
Einem Herrn Braun würde es mal...
... gut zu Gesicht stehen wenn er sich mit den tatsächlichen Beständen befassen würde.
Hier werden Konzerne zu Lasten der Steuerzahler wieder flott gemacht (Frührente, Teilzeit etc.) und wenn es nötig ist gar Entlassen. Die Milliarden an Subventionen versickern in der Managertaschen. Sicher ist es falsch wenn sich die Politik hier einmischt, aber hat das Fr. merkel getan? NEIN, sie hat Tacheles geredet und das schmeckt einigen dieser Herren nicht. Wenn "Nieten in Nadelstreifen" ein Unternehmen an die Wand fahren, dürfen sie nicht "vergoldet" gefeuert werden. Genau das hat Fr. Merkel angesprochen, und da hat sie 1000% recht. Was ist mit einem Herrn Schrempp z.B. 50 Milliearden in den Sand gesetzt und wie ist er gegangen worden? Ist das korrekt Herr Braun? Was ist mit dem (für mich) kriminellen Esser, Zwickel, Ackermann? ist das korrekt Herr Braun? Wissen sie was Ackermann wärend des Prozesses in Ddorf gemacht hat? Er hat ein 100% deutsche Bank Unternehmen an die xchanging verkauft, wer ist xchanging? 100% Lloyds Bank (England) und wer ist Lloyds Bank, na 49% Teilhaber von VODAFON und wo ist Esser bei dem Spiel, RICHTIG, bei der Lloyds Bank. Ist doch KLASSE, oder Heer Braun? Sicher werden die Bezüge von den Unternehmen bezahlt und auch ausgehandelt, aber wenn der Erfolg ausbleibt weshalb solche horrenten Abfindungen? Wo ist da hier das Prinzip? Ich würde Herrn Braun mal raten die Kirche im Dorf zu lassen und sich mit den tatsächlich vorhandenen Fehlentwicklungen bei diesen Gehaltsverträgen intensiv kümmern und den Müll dort ausmisten. So wie es jetzt läuft wird sich diese Diskussion eher noch intensivieren, zu recht. Und ich halte es für richtig das man soclhe "FEHLENTWICKLUNGEN" auch öffentlich geiselt.
Räumen sie mal in ihrem Stall auf Herr Braun, dann haben sie auch eine Berechtigung hier mit solchen Statements an die Öffentlichkeit zu gehen.
ps. Wo sind hier eigentlich die Aufsichtsräte bei diesen Vertagsverhandlungen. Ich habe den Verdacht das sie ihren Aufgaben nicht gerecht werden, oder stehen die in der Regel auch auf dieser Gehaltslist? Achso, war ja im Fall Mannesmann bei Esser so, hätte ich ja fast vergessen.
Dirk_37 (04.12.2007, 22:03 Uhr)
Hohes Gehalt - kein Problem
Wenn die Herren (leider sind es ausschliesslich Herren!) Obervorstaende auch erreichen, das es der Firma und damit der Belegschaft gut geht. Aber alleine in der Automobilbranche merkt man schon den Unterschied: Porsche faehrt super Zahlen ein, den Arbeitern gehts sehr gut und damit ist eine hohe Dividende gerechtfertigt; bei Daimler faehrt einer den Karren voll an die Wand, Arbeitsplaetze sind in Gefahr, der Verlust enorm und trotzdem erntet einer unvollstellbare Millionenbetraege. Das stimmt nicht, und das sollte auch mal korrigiert werden. Ich bin gegen eine Einmischung der politik in die Lohnfindung, generell. Aber Anstand und Gerechtigkeit sind wohl nicht im Wortschatz mancher Industriekapitaene (und mancher Ex-Kanzler!) verankert. Pfui!!
hanszander (04.12.2007, 16:55 Uhr)
Wegelagerer
Die Wegelagerer der freien Marktwirtschaft werden doch bisher von keinem Politiker bei ihren Raubzügen behindert. Somit gibt es keinen Grund für DIHK- Chef Braun, etwas zu monieren. Man weiß doch: Eine Krähe....
kralli19 (04.12.2007, 14:54 Uhr)
Merkwürdig...
Ist schon merkwürdig, wenn Arbeitnehmer ihr Recht wahrnehmen wie die GDL z.B. und für ihre Lohnforderungen streiken, ist das Geschreie groß nach Justizia und der Politik, das sowas verboten gehöre, wenns jedoch ans eigene Portemonaie geht, soll sich die Politik plötzlich raushalten....
"Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher als andere..."
guzziman (04.12.2007, 12:33 Uhr)
Die Politik solle sich da raushalten
Klar, damit diese Verbrecher in Armani-Anzügen (gabs da nicht auch mal nen Bundeskanzler...?) weiterhin ungeschoren das Volk ausnehmen und betrügen können. Wird Zeit, das wir diese Verbrecher ausrotten!
hannes_schinder (04.12.2007, 11:24 Uhr)
Unfug,
die Politik kann sich da gar nicht heraushalten. Die Vorstände müssen lernen zuerst an das Gemeinwohl der jeweiligen Region zu denken und anschließend an ihr Gehaltskonto. Die Gejhaltsunterschiede zum "Normalverdiener" sind definitiv zu groß. Mit den Abfindungen der Vorstände allein könnten viele kleine Unternehmen gegründet werden, auch das schafft Arbeitsplätze.
mariahellwig (04.12.2007, 10:57 Uhr)
Populismus
Frau Merkel der Anwalt des kleinen Mannes der die bösen Manager wegen ihrer hohen Gehälter geißelt. Nicht zum aushalten!
1. Das Problem sind garnicht die hohen Gehälter, sondern daß die Manager persönlich für nichts haften. Hier könnte Frau Merkel vielleicht mal ansetzen.
2. Aus meiner Sicht ist es Aufgabe der Gewerkschaften bei den Gehältern in die Schranken zu weisen. Eine Gewerkschaft darf sich nicht mit 4.5% abspeisen lassen, wenn sich der Vorstand eine Extrawurst von 60% oder mehr brät.
H.P. (04.12.2007, 10:53 Uhr)
http://www.konzern-kritik.de
Manager persönlich an den Pranger zu stellen ist nicht fair, jeder von uns hätte das Geld auch genommen. Es ist das System allgemein und da hat die Regierung fleißig mit daran gearbeitet. Jeder der Aktien kauft und besitzt dürfte hier nicht mosern.
http://www.konzern-kritik.de/
endbenutzer (04.12.2007, 10:51 Uhr)
Die Politik sollte...
...diesen Herrschaften vielleicht einmal aufzählen, in welcher Weise große Unternehmen hierzulande profitieren: Subventionen, Abbau von Arbeitsplätzen durch Frühverrentungsprogramme, hohe Produktivität, sozialer Frieden, stabile Demokratie, gute Infrastruktur, Steuervorteile und und und...
flashback02 (04.12.2007, 10:49 Uhr)
Wenn schon liberal, dann aber bitte richtig, Herr Braun
Das würde dann bedeuten, keine Steuergeschenke an Unternehmen mehr, keine Subventionen mehr, keine staatlichen Zuschüsse mehr bei Niedriglöhnen, keine Finanzierungshilfen an Unternehmen mehr, kein Eingreifen der Bundesbank bzw. EZB bei Finanzkriesen mehr... Davon, Herr Braun, werden nämlich u.a. die hohen Gehälter auf Kosten des einfachen Steuerzahlers finanziert. Die SELBST-Bereicherung Ihresgleichen ist eine Unverschämtheit und was glauben Sie eigentlich wohin das mittelfristig führen wird, wenn selbst gute Angestellte einen Hals bekommen, bei soviel Dreistigkeit?
MEHR ZUM ARTIKEL
CDU Parteitag als Aerobicprogramm

Wie schreibt man das Grundsatzprogramm einer Partei? Die CDU verarbeitet 2449 Anträge zu einem Entwurf, legt ihn 1001 Delegierten vor, stimmt zwei Stunden und 56 Minuten ab - und fertig ist das dritte Grundsatzprogramm der Parteigeschichte. Vergnügungssteuerpflichtig ist das nicht. mehr...

CDU-Parteitag Verdi protestiert - und keiner hört hin

Die spektakulärste Luftnummer zum CDU-Parteitag lieferte die Gewerkschaft Verdi ab. Sie mobilisierte 3000 Leute, um für einen Mindestlohn bei der Post zu demonstrieren. Doch der war längst beschlossene Sache. mehr...

Kommentar Frau Merkels Sündenfall

Die Einführung des Post-Mindestlohns ist für die CDU ein marktwirtschaftlicher Sündenfall. Auf dem Parteitag ist es Chefin Angela Merkel daher auch nicht gelungen, den Parteifreunden glaubhaft zu machen, dass es sich um einen einmaligen Ausrutscher handelt. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe