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18. Juni 2009, 10:52 Uhr

Wie der Bund die Bosse zügeln will

Managergehälter

Sie kassieren Millionenbeträge, doch wenn etwas schief läuft, treten sie einfach ab und kassieren noch großzügige Abfindungen. Der Ruf deutscher Manager ist spätestens seit der Finanzkrise stark angeschlagen. Nun will die Bundesregierung sie zum verantwortungsbewusstem Handeln erziehen. Von Sebastian Christ und Annika Müller

Managergehälter, Bonuszahlungen, Boni, Begrenzung, Bundestag, Große, Koalition, Gesetzentwurf

Arcandor steckt schon lange in der Krise, doch Manager Middelhoff kassierte trotzdem gut. Solche Fälle sollen in der Zukunft vermieden werden© Federico Gambarini/DPA

Am Donnerstag verabschiedet der Bundestag mit den Stimmen der Großen Koalition einen Gesetzentwurf, der die Bezahlung von Managern neu regelt. Vor allem das ausufernde Bonussystem, das mit zur Finanzmarktkrise beitrug, wird dann strengeren Bestimmungen unterliegen. So sollen die Manager dazu gebracht werden, nicht nur in Jahresfristen bis zum nächsten Stichtag zu denken, sondern nachhaltig zu wirtschaften und keine zu großen Risiken einzugehen. Außerdem sollen die Unternehmensführer leichter in Haftung genommen werden können, sollten sie fahrlässig handeln.

Bei den Managern kam der Gesetzentwurf übrigens nicht gut an. Zwölf Aufsichtsratsvorsitzende namhafter deutscher Unternehmen beschwerten sich per Protestbrief bei Angela Merkel: Die Maßnahmen seien "unangemessen" und "falsch".

stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen zum neuen Gesetz.

Müssen Manager künftig für ihre Fehler haften?

Ja, wenn ihnen Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann. Das gilt selbst dann, wenn das Unternehmen eine Versicherung für Vorstand und Aufsichtsrat abgeschlossen hat. In diesem Fall können Manager mit einer Selbstbeteiligung in Höhe des 1,5-Fachen eines Jahresgehaltes zur Kasse gebeten werden. Führende Wirtschaftsvertreter hatten gegen diese Regelung in einem offenen Brief heftig demonstriert. Sie halten die Höhe der Selbstbeteiligung für überzogen.

Sind Aktiengesellschaften künftig auch dem Allgemeinwohl verpflichtet, und nicht mehr nur den Aktionären?

Nein, damit konnten sich die Sozialdemokraten nicht gegen die Union durchsetzen. Die SPD will daraus aber ein Wahlkampfthema machen.

Können Unternehmen auch künftig Managervergütungen von der Steuer absetzen?

Ja. In diesem Fall war es die Union, die mit schärferen Forderungen gescheitert ist. CDU und CSU wollten die steuerliche Absetzbarkeit grundsätzlich beschränken. Dadurch hätte der Bund direkt von hohen Managergehältern profitiert - durch höhere Steuereinnahmen.

Gibt es künftig eine Obergrenze für Bonuszahlungen?

Der Aufsichtsrat soll eine Obergrenze für "variable Lohnbestandteile" festlegen. Damit sollen zu hohe Bonuszahlungen verhindert werden, die etwa nur durch kurzfristige Kurssprünge verursacht werden. Der Aufsichtsrat ist dafür verantwortlich, dass die gesamten Bezüge eines Vorstandsmitglieds inklusive Boni in einem angemessenen Verhältnis zu seinen Aufgaben und Leistungen stehen.

Verschlechtert sich die Lage eines Unternehmens, muss das Gehalt auf angemessene Höhe herab gesetzt werden. Kommt der Aufsichtsrat seiner Sorgfaltspflicht nicht nach und legt zu hohe Gehälter fest, haftet jedes Aufsichtsratsmitglied für den entstandenen Schaden. Außerdem sollen die Boni erst nach mehreren Jahren ausgezahlt werden, um langfristige Verhaltensanreize zu schaffen.

Wann dürfen Manager ihre Aktienoptionen einlösen?

Künftig erst nach vier statt nach zwei Jahren. Hintergrund: In der Vergangenheit wurden Manager häufig in Aktienoptionen bezahlt statt in bar. Die Regierung hofft, dass durch den längeren Haltefrist ein nachhaltigeres Denken in Sachen Unternehmensführung gefördert wird.

KOMMENTARE (10 von 11)
 
bernie-abg (19.06.2009, 11:23 Uhr)
Managergehälter zügeln...
...bla bla bla und tralala,
hier wird doch wieder an den Symptomen herumgedoktort anstatt die Ursache anzugehen. Eine vernünftige Regulierung der Wirtschaft allgemein, wie sie natürlich von CDUCSUSPDFDPGrüne nicht gewünscht ist und darum auch nicht kommt, erledigt auch das "Problem" der zügelosen Managergehälter.
So wie das jetzt gemacht wird, ist das doch nur ein Vorwand für die Neoliberalen eine Neiddebatte anzustoßen und sie den Linken in die Schuhe zu schieben. Sch..ß BILD-Politik.
Putinki (19.06.2009, 08:50 Uhr)
Managergehälter zügeln
Der Staat kann nur eines, mit mehr Bürokratie kontrollieren. Das hat immer schon zu allen möglichen Krisen geführt bis hin zum Staatsbankrott. Man (Politiker) hilft sich mit Steuererhöhungen und spielt den moralischen Überlegenen. Eine unbestreitbares Naturgestzt ist aber, das mehr Bürokratie stets mehr Korruption bedeutet. Die Sozialsysteme sind das Paradebeispiel.
utospatz (18.06.2009, 19:09 Uhr)
Don Al Capone lässt grüßen,
damit ich mir christlich-sozial meine Konten in der Caribic von Hilfsträgern auffrischen lasse!
Solche Arschlöcher benötigt doch die Welt! Nur existiert dann ein Problem, wenn die ihre Güllegrube vollgeschissen, und niemand ist mehr da der dieße dann entleert, ist auch deren Konto nix mehr wert! Du armer Herr Jesus!
nichtvergessen (18.06.2009, 15:07 Uhr)
Die Mauer steht 100 Jahre
die Rente ist sicher und der Bund zuegelt die Manager. Alles schwarz auf weiss nachlesbar, aber nicht den Furz einer Wahrheit in sich....
kabelmann (18.06.2009, 14:41 Uhr)
Und wer zügelt....
....den Bund?
Juris1 (18.06.2009, 13:13 Uhr)
Ruf der Manager nur angeschlagen?
Auf welchem Mond leben Sie denn?
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Der Ruf der Manager ist zu Recht ruiniert. Die führende Elite ist doch zur Lachnummer pervertiert.
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Ich habe gerlernt, Achtung muss man sich verdienen. -
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Und verdient hat ein Manager Achtung nicht mit seinem Vorstandsmandat.
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Manager sind zu Schädlingen der Republik verkommen. - Eine perfide Gesellschaft.
Pfui Teufel
Gallagher (18.06.2009, 13:09 Uhr)
Kann mir mir jemand folgende Frage beantworten?
Warum sitzt Thomas Middelhoff nicht in U-Haft?
pekaef (18.06.2009, 12:42 Uhr)
Bund will die Bosse zügeln?
Hahaa! Hahaa! Hahaa! Wolle mer se roilasse? Ja, ist denn schon Karneval? Die SPD hat sich unter Schröder kampflos und ohne Not dem Neoliberalismus ergeben. Die Umverteilung von unten nach oben in Deutschland wird weitergehen, bis für genügend Menschen der "Leidensdruck" groß genug ist, um etwas dagegen zu unternehmen.
minischlumpf (18.06.2009, 12:28 Uhr)
Und Politiker,
...sind die nicht auch Manager? Das unisono und selten einmütige Geschrei muss man sich vorstellen, wenn ihnen jemand die Diäten und sonstige zusätzlichen Einkünfte, Spesen, geldwerte Vorteile, Altersregelungen etc. gesetzlich reglementieren würde. Oder - noch viel besser - zur rechtlichen Verantwortung ihrer Murksarbeiten gezogen werden.
.
Ist ja auch viel besser, Manager die zugegeben verantwortungslos gehandelt habem, auf die Finger zu hauen, als den eigenen Dreck vor den Türen zu kehren.
Countryjoe (18.06.2009, 11:30 Uhr)
Kaste
Das wird die Managerkaste schon überleben. Die Lobbyisten werden schon für ausreichend Schlupflöcher sorgen, damit die Pfründen nicht gefährdet sind. Außerdem sitzen so viele Politiker in den Vorständen und Aufsichtsräten, daß man davon ausgehen kann, daß diese Kampagne nur Augenwischerei für das Stimmvieh ist.
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