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"Pogrom-Stimmung gegen Manager" - Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff hat seinen Vergleich der Managerschelte mit der Judenverfolgung nach heftigen Protesten zurückgezogen. Der Zentralrat der Juden legte Wulff den Rücktritt nahe.
Den Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans Werner Sinn, erinnert die Debatte um die Schuld der Bankenmanager an der Finanzkrise an den Antisemitismus der 1930er Jahre: "Auch damals wurden Sündenböcke gesucht und in den Juden gefunden", sagte er jetzt.
Bundespräsident Horst Köhler hat seine Kritik an überzogenen Managergehältern erneuert. Die Elite der Wirtschaft tauge offenbar für viele nicht mehr als Vorbild. Köhler prangerte auch die laxe Steuermoral an und forderte eine Vereinfachung des Steuersystems.
Wirtschaft und Politik liefern sich derzeit heftige Wortwechsel zur Manager-Entlohnung. Doch während Führungskräfte deutscher Unternehmen gemaßregelt werden, bleiben andere Spitzenverdiener von der Diskussion vollkommen unberührt.
Führungskräfte dürften nicht ihr ganzes Denken auf Bilanzzahlen ausrichten, schimpft Laurenz Meyer von der CDU. Managerschelte ist wieder im Trend, eine Studie belegt wie unbeliebt die ökonomische Elite hier zu Lande ist.
SPD gegen Wolfgang Clement: Während ein SPD-Ortsverein den Parteiausschluss gegen den frühere Wirtschaftsminister beantragt hat, attackiert Clement erneut seine Partei. In einem Interview warf er führenden SPD-Politikern pauschale Managerschelte und "ärgerliches Maulheldentum" vor.
Das Bundesfinanzministerium erwartet mehrere hundert Millionen Euro von ertappten Steuersündern. Industrievertreter fürchten indes, dass sich das Fehlverhalten von Managern verheerend auf den Wirtschaftsstandort Deutschland auswirkt. Und Verdi-Chef Bsirske fordert einen Spitzensteuersatz von 80 Prozent.
CDU-Fraktionschef Volker Kauder macht sich für mehr Transparenz bei der Manager-Entlohnung stark. Im stern.de-Interview fordert er Porsche-Chef Wendelin Wiedeking auf, sein wahres Gehalt zu offenbaren und kritisiert das Vorgehen von Klaus Zumwinkel bei der Post.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte beim CDU-Parteitag Kritik an zu hohen Manager-Gehältern geübt. Diese Vorwürfe hat nun DIHK-Chef Georg Braun zurückgewiesen. "Die Politik solle sich da raushalten", sagte Braun. Am letzten Tag des CDU-Parteitages wird heute auch ein neues Gesicht aus Bayern vor die Deligierten treten.
Die Politik solle mutiger sein, um die Auswüchse der Globalisierung einzudämmen, fordert der oberste Verfassungsrichter Hans-Jürgen Papier. Es sei schließlich ihre Pflicht, Schaden vom Volk abzuwenden.
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