. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
27. Juni 2007, 08:07 Uhr

Kritik an Köhler wegen Sponsoring

Welche Sponsoren zahlten für das Sommerfest des Bundespräsidenten? Horst Köhler ziert sich bei der Namensnennung - angeblich, weil Geber ihre "Zustimmung" verweigerten. Doch auch andere Politiker lassen sich sponsern. Kritiker sehen die Grenze zur Korruption verwischt.

Letztes Jahr beim Sommerfest: Wer zahlt das Bier des Präsidenten?© Johannes Eisele/DDP

Bundespräsident Horst Köhler (CDU) gerät wegen seines Umgangs mit Sponsorengeldern in die Kritik. Wie der stern in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, weigert sich der Bundespräsident, die Namen aller Sponsoren offen zu legen, die im Jahr 2006 sein Sommerfest finanzierten. Weil die Geber ihre "Zustimmung" verweigert hätten, hält Köhler unter anderem den Namen eines Gönners unter Verschluss, der laut offizieller Liste Sponsoring im Wert von 25.000 Euro leistete. Zu den vom Präsidialamt offiziell genannten Sponsoren des Sommerfestes im Jahr 2006 gehörten die Dresdner Bank und der Energiekonzern Vattenfall mit je 50.000 Euro.

"Mehr als ein Geschmäckle"

Die Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch (Linkspartei) kritisierte Köhlers Weigerung, alle Sponsorennamen zu nennen. "Das hat mehr als ein Geschmäckle", sagte sie dem stern. "Man könnte den Eindruck haben, Repräsentanten des Staates seien käuflich."

Nach Informationen des stern wurde die Bundesregierung auch beim G8-Gipfel in größerem Umfang von Sponsoren unterstützt. Die Firmen Alcatel-Lucent und Nextiraone stellten dort "Hardware für Telekommunikationsdienste" im Wert von 142.894 Euro zur Verfügung. Bereits zuvor ließ sich Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) von BMW den 34.000 Euro teuren Fahrdienst bei den Klimaschutz-Beratungen der G8-Umweltminister im März in Potsdam sponsern. Und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) erlaubte den Kraftwerksbetreibern Vattenfall und RWE eine sogenannte "Kraftwerkskonferenz" der G8-Minister im Wert von 9000 Euro zu unterstützen.

Mehr im aktuellen stern:

Mehr im aktuellen stern: Lesen Sie die volle Geschichte "Wo Bier und Euro fliessen" über Beamte und Politiker, die sich ihre Feste von Unternehmen bezahlen lassen in Heft 27/2007. Außerdem finden Sie dort Teil 2 der stern-Serie "So liebt die Welt", die sich mit Sex in Israel beschäftigt.

 
 
KOMMENTARE (10 von 18)
 
Observer07 (27.06.2007, 20:48 Uhr)
Und das soll investigativer Journalismus sein?
Dieser Artikel ist kein Ruhmesblatt des investigativen und beharrlichen Journalismus, sondern pointiert Tatsachen, die bei der geneigten Öffentlichkeit zuverlässig und vorhersagbar Empörung über "korrupte" Politiker auslöst. Darüber liest man ja schließlich immer wieder in der Zeitung. Über dieses langsam peinliche Stereotyp könnte man hinwegschauen, was aber ärgert ist es, wenn der Autor sich in die Brust wirft und voller Stolz verkündet, dass "Dokumente dem Stern vorliegen". Ein Blick auf die Website von Transparency International zeigt, dass zumindest eines dieser Dokumente schon seit Mai öffentlich ist: http://www.transparency.de/fileadmin/pdfs/intern/AG_Gesundheit/Sponsorenliste_05-06_BMG.pdf.
Richtig Chuzpe beweist der Autor, wenn er auf seinen Januar-Artikel hinweist, der "mächtig für Aufregung gesorgt hat". Die Nennung der Spendernamen als Enthüllung zu verkaufen, das ist Enthüllungsjournalismus auf die leichte, auf die bequeme Art: Die Wege dazu stehen jedem engagierten Bürger - aus gutem Grund - offen.
Wer sich übrigens die Liste bei Transparency International mal in Ruhe ansieht, wird sehen, dass beispielsweise die Kampagne zur AIDS-Aufklärung dank Sponsoring einen Umfang erreicht, der aus Steuermitteln nicht finanzierbar gewesen wäre. Aber was sind schon über 50 Millionen Euros für eine tolle Kampagne gegen 2500 € für eine "verwerfliche" interne Feier? Mal Hand auf's Herz: Wie war's denn auf der letzten Hauptstadt-Feier des Stern? Schön, gell?
Einen Prosit auf diesen wirklich tollen Scoop - da haben wir es den faulen Beamten und diesen raffgierigen Politikern mal so richtig gezeigt. Chapeau!
Rengeiz (27.06.2007, 17:44 Uhr)
Die Tröge bleiben die gleichen
Mein Großvater pflegte bei solchen Geschichten immer zu sagen : De Satten bliewet nur die Swin sün niew.
Übersetzung gefällig ?
Die Tröge bleiben, nur die Sch...., änder sich?
Hallo was erwarten wir denn von unsern Volksvertretern?
Etwa eine eigene, unabhängige, unbestechliche Meinung?
Träumt weiter!!!
ak95630 (27.06.2007, 15:45 Uhr)
Wo bleibt hier der Staatsanwalt ?
Warum gibt es hier keine staatsanwaltlichen Untersuchungen? Wer versteuert diese Sponsoring-Einnahmen ? Jeder Privatmann hinge längst am Haken von Steurfahnung und Justiz !
Roy05441 (27.06.2007, 15:27 Uhr)
Mein Gott, da hat ein Müller....
über Nacht, den Deutschen eine Versorger-Mafia gebracht!Einen Schröder zu Gazprom gemacht,Lafontaine sich tot hat gelacht!Mein Gott, was hast du aus Deutschland gemacht?
RomanTicker (27.06.2007, 14:32 Uhr)
Demokratie ist gut
Macht korrumpiert. Das sagt zumindest ein Sprichwort. Anscheinend steckt viel Wahrheit darin, denn selbst in Demokratien, die eigentlich sehr gut gedacht sind, lässt sich der Machtmißbrauch nicht verhindern. Das Problem ist nun mal, dass man einer kleinen Gruppe von Menschen Macht in die Hand geben muss, denn ohne Führungspersonen kommt eine Gesellschaft wohl nicht aus. Selbst wenn diese Vertreter des Volkes vom Volk gewählt wurden, haben wir dann aber immer noch das Problem, dass diese sich wie bei uns selber ihre Gehälter festlegen können und nun mal die Gesetze beschließen und dabei garantiert nicht zu ihren Ungunsten vorgehen. Auch die Korruptionsanfälligkeit ist nicht wirklich durch hohe Diäten gänzlich abzuwenden.
Meiner Meinung nach sollten Politiker keinerlei Nebeneinkünfte haben dürfen. Sponsoring von Festen o.ä. sollten ebenfalls komplett verboten sein. Über die Diäten sollten die Politiker nicht selbst entscheiden dürfen. Ähnlich wie bei der Gewaltenteilung in Gestzgebung, Rechtsprechung und ausführende Gewalt, sollte auch hier eine weitere Teilung der Gewalt erfolgen, so dass eine unabhängige Instanz über Gehälter von Politikern entscheidet. Jene Gesetze, die Politiker betreffen, sollten ebenfalls von einer anderen Instanz erlassen werden, da sonst natürlich wie heute kein Politiker zu seinem eigenen Nachteil entscheiden würde.
Leider wären dafür Gesetzesänderungen notwendig, für die nun mal die Politiker zuständig wären, die sich dabei selbst entmachteten. Folglich wird das nicht passieren.
hevosenkuva (27.06.2007, 12:02 Uhr)
Offenlegung ohne wenn und aber und "im Prinzip" und "eventuell"
Angestellte des Deutschen Staates, unsere Angestellten, und Deutsche Behörden sollte keine finanziellen Geheimnisse haben dürfen. alle Nebeneinkünfte, externen Zuwendungen, Spenden oder wie auch immer man sie nennen möchte dürfen nicht verschleiert werden.
an jeder Annahme von Werten, die nicht sofort und freiwillig offengelegt wird, klebt der penetrante Geruch der Bestechung, Korruption oder Vorteilsnahme im Amt. es ist vielleicht müßig, den oft missbrauchten Begriff "Ehre" (Ehrlichkeit, Ehrenwort...) zu verwenden, aber schon aus eigenem Interesse und eigener Überzeugung sollte es keine Geheimnisse geben.
und die Mitglieder des Deutschen Bundestages sollten endlich, wie es das Deutsche Gesetz seit über einem Jahr vorschreibt, ihre Nebeneinkünfte offenlegen. oder habe ich da was verpasst, Herr Lammert?
RichardRoe (27.06.2007, 11:16 Uhr)
Diäten auf Diät
Die deutschen Politiker kriegen doch soweit ich weiss so hohe Diäten damit sie unbestechlich sind (und weil sie die Höhe selbst bestimmen).
Irgendjemand sagte mal das die Diäten so hoch sein sollen da der Beruf des Politikers doch recht anstrengend ist und um Korruption vorzubeugen. Der Gedanke dahinter war das ein Politiker der bereits viel Geld verdient nicht noch mehr brauch und deshalb schwerer zu bestechen ist.
So. Ich hoffe ich hab das jetzt oft genug gesagt, denn:
Anscheinend stimmt das nicht. Siehe Sachsen und dem Rest Deutschlands.
Die einzig logische Konsequenz ist die Gehälter zu kürzen. Erstens haben Politiker sowieso zuviel zu tun um sich aufs regieren allein zu konzentrieren. Aufsichtsrat hier, Vorstand da (inclusive aller Vergünstigungen und Gehälter).
Warum sollte der Steuerzahler ihnen dann auch noch das Geld in den Rachen schmeissen. Die handeln ja sowieso nur im Sinne derer für die sie arbeiten. Und das sind nicht die Bürger dieses Landes. Die sollen sie nur wählen.
Zweitens würde sich durch die Kürzung der Diäten einiges an Steuergeldern sparen lassen. Mich wundert das der Finanzminister das noch nicht durchgerechnet hat. Der will doch sonst auch überall sparen.
Drittens: Ganz offensichtlich stimmt das mit dem Schutz vor Korruption nicht. Jeder der ein bisschen logisches Verständniss hat wird einsehen das es unsinnig ist in einen Schutz zu investieren der wirkungslos ist.
shine (27.06.2007, 10:59 Uhr)
Schade...
Schade... ich hatte Köhler für einen integren Politiker gehalten... Stammt sein Name "Köhler" eigentlich von Kohle ab?? Ich glaube ja ;)
Aquarius_Jedermann (27.06.2007, 10:21 Uhr)
Steuern erheben statt Ablasshandel!
Herr Köhler reiht sich damit nur in eine lange Liste von käuflichen "Volksvertretern" ein. Auch Herr Kohl weigerte sich, die Käufer seiner Politik zu nennen und wurde dafür nicht bestraft. Viel wichtiger ist für mich die Frage, warum für Veranstaltungen dieser Art überhaupt Geld zusammengebettelt werden muss, Deutschland ist nicht vor dem Staatsbankrott. Herr Köhler und andere seines Geistes sollten sich wohl besser um Finanzierung des Gemeinwesens aus Steuermitteln kümmern, anstelle hier einen Ablasshandel zu betreiben. Es sind ja gerade die großen Unternehmen, die nahezu keine Steuern zahlen, dank der vielen gewollten Ausnahmen im Steuerrecht, die von ihren Steuerberatern systematisch genutzt werden. Es wird Zeit, dass die Bürger den mit korumpierten Volksvertretern und Lobbyisten besetzten Augiasstall gründlich ausmisten.
fipse (27.06.2007, 09:55 Uhr)
Spitze des Eisbergs!!!!
Hat da vielleicht einer der Politiker gedacht, was Siemens kann, koennen wir auch. Ich verstehe nicht, warum das gesetzlich zulaessig ist. Die Finanzaemter sollten diese Kosten nicht anerkennen. Was passiert wenn die Polizei ein Fest macht und die Mafia sponsort??????? Die Polizei braucht dann wohl auch nicht die Namen der Sponsoren nennen.
Schoene Aussichten sind das in diesem unserem ach so guten Rechtsstaat.
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe