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25. Februar 2010, 07:47 Uhr

Ein Rücktritt, der traurig macht

Mit Respekt und Betroffenheit haben Politiker und Kirchenleute den Rücktritt von Margot Käßmann aufgenommen. "Traurig" ist beispielsweise die Grüne Katrin Göring-Eckardt.

Margot Käßmann, EKD, Evangelische Kirche, Rücktritt, Reaktionen, Käßmann, Nachfolger

Streitbar, aber beliebt: Der Rücktritt der EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann macht viele Menschen betroffen

Einen Tag nach dem Rücktritt der EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann herrscht in Kirche und Politik große Betroffenheit. Auch scharfe Kritiker an der Alkoholtour der Bischöfin zeigten sich geradezu traurig. Besonders viele Frauen bedauerten den Rücktritt. Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Katrin Göring-Eckardt beispielsweise. Sie sagte am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur, sie hätte sich eine weitere Zusammenarbeit mit Käßmann gewünscht. "Ich respektiere diese Entscheidung, auch wenn sie mich traurig macht." Dennoch könne sie den Schritt Käßmanns verstehen, sagte die Grünen-Politikerin, die Käßmann nach ihrer Alkoholfahrt durch Hannover noch kritisiert hatte.

Der Kirchenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Siegmund Ehrmann, sagte im RBB-Inforadio, Käßmann habe eine konsequente Haltung gezeigt. Sie selbst habe einen großen Vertrauensverlust eingeräumt. Er selbst bedauere den Rücktritt allerdings sehr. Mit der Entscheidung verliere die EKD eine "menschlich und intellektuell überragende Führungspersönlichkeit", sagte der Vorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU, Thomas Rachel, während seine Unionskollegin Maria Flachsbarth, die ebenfalls mit Käßmann ins Gericht gegangen war, pragmatisch an die Sache heran ging. Sie sagte im Deutschlandfunk, eine weitere Amtsausübung Käßmanns wäre "sehr schwierig gewesen, denn sie wäre immer wieder mit ihrem Fehlverhalten konfrontiert worden".

Was Käßmanns kommissarischer Nachfolger denkt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Käßmann schon am Mittwochabend "Respekt und Bedauern" gezollt. Die Kirchenfrau war am Samstagabend am Steuer ihres Dienstwagens in Hannover von der Polizei gestoppt worden, nachdem sie über eine rote Ampel gefahren war. Wegen des hohen Wertes von 1,54 Promille Alkohol im Blut hat die Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen sie eingeleitet. Daraufhin verkündete Käßmann am Mittwoch ihren Rücktritt als EKD-Ratsvorsitzende und Bischöfin. Sie will als Pastorin tätig bleiben. Die Kirchenfrau war durch hohes politisches Engagement aufgefallen. So hatte sie in ihrer Neujahrsansprache mit einer scharfen Kritik am Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr eine heftige Debatte initiiert und einige Rüffel von Politikern kassiert. Auch der Umstand, geschieden zu sein, machte sie als Spitzenfunktionärin der Kirche besonders.

Immerhin dürfen sich all jene, die Käßmanns Rücktritt bedauern, auf einen Nachfolger freuen, der politisch ähnlich engagiert ist wie die 51-Jährige. Der kommissarische EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider kündigte zumindest in der ARD an, das Engagement von Käßmann fortzuführen. "Ich habe auch ein hohes sozialpolitisches Interesse", sagte Schneider am Mittwochabend. Fragen der sozialen Gerechtigkeit seien für ihn "auch schon immer ganz wichtig" gewesen. "Diese Form von politischer Sensibilität und dem Eintreten für diejenigen, die ihre Stimme nicht erheben können, diese Art wird auch für mich verbindlich bleiben."

Er hätte gerne die Arbeit mit Käßmann fortgesetzt, betonte Schneider. Er war bislang stellvertretender EKD-Ratsvorsitzender und übernimmt bis zur Neuwahl kommissarisch den Vorsitz des Rates. Die Wahl wird voraussichtlich Anfang November bei der nächsten Tagung der Synode in Hannover stattfinden.

DPA/AFP/ben
 
 
KOMMENTARE (10 von 44)
 
JanDavid (27.02.2010, 18:42 Uhr)
Frau Käßman ist abhängig!
Nein, Frau Käßmann hätte nicht zurücktreten sollen.

Bei einem Wert von mehr als 1,5 kommt es bereits zu schweren Ausfällen, manch einer / eine der / die nicht alkoholabhängig ist, kann nicht einmal mehr zum Auto gehen und losfahren; in Einzelfällen kann bei 1,5 schon Bewusstlosigkeit eintreten, etwa wenn es sich um einen Jugendlichen handelt.

Frau Käßmann ist höchstwahrscheinlich alkoholabhängig!

Anstatt zurückzutreten sollte sie jetzt eine stationäre Entwöhnungsbehandlung (umgangssprachlich auch Entziehungskur genannt) machen.

Falls ihr danach ein Leben in der Alkoholabstinenz gelingt, ist sie der Tätigkeit als Bischöfin durchaus würdig.

Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit und sie kann überwunden werden.
JuttaVenske (26.02.2010, 21:29 Uhr)
Promibonus nur bei Wohlverhalten ??
Gesellschaftspolitisch ein schlimmer Verlust.
( Mir wäre eine besoffene Merkel lieber gewesen )

Die arme Margot war wohl auch vielen Graumännern ein Dorn im Auge.
Und da sie nun mal nicht mit Fallschirmen abspringt, hat man sie eben mit Rebensaft abserviert.
Außerdem ist sie in einem schwierigen Alter.
Mit 51 hat wohl jede intelligente Karrierefrau begriffen, dass Gott nie existiert hat und jedes Leben endlich ist.
Jedenfalls hat sie die Latte für ihren Nachfolger ziemlich hoch gelegt.
Und dafür schulden wir ihr eine ganze Menge Dank !!...
...besonders in einer Gesellschaft, in der die großen weiblichen Götzen - Paris Hilton, Tatjana Gsell und Angela Merkel heißen.
sachsenwini (25.02.2010, 19:40 Uhr)
@ O Tannebaum ? wer zeigt denn hier Großmut?

Margot Käßmann hat sich eines Vergehens gegen die Straßenverkehrsordnung schuldig gemacht und dieser wird genauso mit Führerscheinentzug und Bußgeld geahndet werden, wie es in dieser Woche sicherlich einigen duzend anderen Verkehrsteilnehmern auch ergehen wird, von denen wir nichts in der Zeitung lesen.

Es handelt sich dabei um eine Straftat, die eine Geldstrafe im unteren Bereich nach sich ziehen kann, höchstens 50 Tagessätze und einer Führerscheinsperre von maximal einem Jahr.

Auch wenn Sie lebenslänglich fordern möchten, sie gilt danach nicht einmal als vorbestraft.
Damit müssen sie leider leben.

. Kein Eintrag in´s Führungszeugnis und damit auch im üblichen Sinne nicht vorbestraft....und hier sieht´s zeitweise nach Scheiterhaufen aus....oh weh...
tannebaum (25.02.2010, 17:19 Uhr)
@Anemone
ich wollte herausstellen, dass die katholiken kein club von pädos ist, sondern sich sehr sozial engagiert.

da liegen sie weit vor den evangelen, aber das findet kein gehör.

toll ist man als christ nur, wen man offen gegen krieg und akw's ist (jedenfalls bei den unreligösen). die christen selbst haben wenig von der evangeischen kirche. deshalb treten da auch so viele aus.

denn der glaube, die zentralfrage, ist da irgendwie überflüssig.
tannebaum (25.02.2010, 17:16 Uhr)
@inausgold
ich bin gegen staatsverbote...

vor allem, wenn sie doof sind. sie haben mich da mißverstanden. während man beim saufen, inklusive käßmann, großmut zeigt, gelten raucher ja als staatsfeinde.

das alles ist via staatlicher gesundheitsbevormundung geschehen. und die treibt immer dümmere auswüchse.
stefanthiessen@web.de (25.02.2010, 16:54 Uhr)
Respekt!
Die Frau hat mehr Schneid als die Politiker, sie reagiert auch schnell.
Trotzdem sollte man daran denken, dass sich alkoholkranke Menschen professionelle Hilfe holen sollten,.
Diese Menschen gefährden andere in ihrer Unversehrtheit.
Da hilft dann auch kein beten.

Respekt dafür!
atticus (25.02.2010, 16:19 Uhr)
OMG
"Entscheidend, und zwar einzig, ist der Glaube an Jesus Christus, der "der Weg, die Wahrheit und das Leben" ist. Anderenfalls würden die Kranken und Schwachen nicht gerettet werden! "

Ich schlage vor, alle öffentlichen Zahlungen an Gläubige Hartz Iv-Empfänger, Kranke Sieche und sonstige Benachteiligte einzustellen. Offensichtlich wird sich ja dann ein höhere Macht um sie kümmern...
Kippi (25.02.2010, 15:52 Uhr)
Hut ab !
Bischöfin Käßmann hat einen riesengrossen Fehler gemacht.
Für die Konsequenz, die sie hieraus zieht, gebührt ihr allerhöchste Achtung !
Unsere Politiker und andere Größen der sogenannten " feinen Gesellschaft " sollten sich hiervon eine Scheibe abschneiden. Hut ab vor dieser großen Frau !!!
Anemone (25.02.2010, 15:37 Uhr)
@tannebaum
"einzig die Arbeit im Sozialbereich ist entscheidend.."
Oh Tannebaum! Das stimmt nicht! Entscheidend, und zwar einzig, ist der Glaube an Jesus Christus, der "der Weg, die Wahrheit und das Leben" ist. Anderenfalls würden die Kranken und Schwachen nicht gerettet werden! Erst die Liebe zu Gott und dann die Liebe zum Nächsten. Siehe das wichtigste Gebot! Mit der Kritik an den "Evangelen" haben Sie teilweise sehr recht, WENN Sie die Landeskirchen meinen. Viele wirkliche Christen sind seit Jahren ausgetreten, auch ich, und sind in diversen evangelischen freien Gemeinden. Sie wachsen seit vielen Jahren. Dort glaubt niemand, daß ein "Christ" ein Christ ist, wenn er Kirchensteuer zahlt, sondern wenn er glaubt und bekennt, daß Christus der Herr ist! Das mit dem Austreten aus Kirche und Eintreten in Gemeinde gilt auch für christusgläubige "Katolen". Weiter so!

WernerMeyer (25.02.2010, 14:42 Uhr)
Peinliches Deutschland
Da tritt jemand zurück wegen einer Bagatelle und die Damen und Herren die
das Land kriminell zerstören bleiben ewig auf ihren Posten.
Siehe Bankenkrise,Angriffskrieg in Afganistan usw.
Deutschland ist einfach albern geworden..........
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