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"Die Antwort auf ihren Hass? Das Lächeln meiner Frau"

Pegida-Anhänger haben am Tag der deutschen Einheit in Dresden die Ehrengäste übel beschimpft. Darunter auch Sachsens SPD-Chef Martin Dulig und seine Frau. Der hat jetzt auf Facebook klare Worte gefunden. 

Martin Dulig, Sachens Wirtschaftsminister, bei einer Rede im Landtag

Martin Dulig, Sachens Wirtschaftsminister, bei einer Rede im Landtag

Bei der Einheitsfeier in Dresden gehörten der SPD-Chef von Sachsen, , und seine Ehefrau Susann wie viele andere Politiker zu den Besuchern des ökumenischen Festgottesdienstes in der Frauenkirche. Doch was den Gästen auf dem Weg zum Gottesdienst geschah, glich eher einem Spießrutenlauf als einem würdigen Gang zu einer festlichen Feier. Bundeskanzlerin Merkel, Bundespräsident Joachim Gauck und die anderen Gäste wurden von Pegida-Anhängen übel beschimpft, "Volksverräter" und "Merkel muss weg" schrien die Hass-Pöbler. Ein dunkelhäutiger Mann wurde mit Affenlauten begrüßt.

Susann Dulig, die Frau des sächsischen Wirtschaftsministers und SPD-Chefs, brach auf dem Weg in die Kirche sogar in Tränen aus, als sie durch die aufgebrachte Menge lief. Die Pöbler harrten im Regen aus, um Merkel und auch nach Ende des Gottesdienstes weiter zu beschimpfen. 

Martin Dulig: Ich werde weiter kämpfen

Martin Dulig reagierte auf die Vorfälle vom Montag mit einem kurzen, aber deutlichen Statement auf Facebook. "Hass (...) ist die Sprache, die Pegida und die AfD sprechen", schreibt der SPD-Mann. Die Pöbler seien "eine Schande für ". Und Dulig kündigt an: "Ich werde weiter kämpfen. Gegen diesen Rassismus. Gegen die Angst." Der 42-jährige beendet seinen Post mit einem Hinweis auf seine Frau: "Die Antwort auf ihren Hass? Das Lächeln meiner Frau."

In einem Interview mir dem MDR legte Dulig nach: Dort bezeichnete er Pegida als eine "Hass-Sekte mit dem Hass-Prediger Lutz Bachmann an der Spitze". Dulig wies daraufhin, dass es einen großen Anteil von Menschen gebe, die anscheinend gar nicht mehr reden, sondern nur noch pöbeln wollten. Diese Menschen könne man auch mit Dialogformaten nicht erreichen.

Kritik gab es an der Polizei in . Zwar kam es nicht zu Zusammenstößen bei einem Pegida-Aufmarsch mit bis zu 5000 Menschen und Gegendemonstranten, doch für Irritationen sorgte die Ansage eines Polizeiführers, der den Pegida-Anhängern nach Verlesung der Demonstrationsauflagen einen "erfolgreichen Tag" gewünscht hatte. Die Polizeidirektion ging später auf Distanz dazu.

Die Stellungsnahme von Martin Dulig auf :


Tim Schulze
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