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12. Februar 2012, 16:07 Uhr

Seehofer spricht sich für Volksabstimmung aus

Der Vorsitzende der CSU, Horst Seehofer, möchte das Volk auch bei schwierigen Entscheidungen mit ins Boot holen. Die "kollektive Intelligenz" dürfe dann auch über Maßnahmen zur Euro-Rettung abstimmen.

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Glaubt an die "kollektive Intelligenz" des deutschen Volkes: CSU-Vorsitzender Horst Seehofer© Fabrizio Bensch/Reuters

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat sich dafür ausgesprochen, die Bürger über die Rettung der europäischen Währung abstimmen zu lassen. "Maßnahmen zur Euro-Rettung könnten Gegenstand von Volksabstimmungen sein. Bei einer bestimmten Größenordnung von Bürgschaften für Schuldenstaaten sollte das Volk befragt werden", sagte Seehofer der "Welt am Sonntag". "Diese Kontrolle der Macht durch die Bürger halte ich für sehr wichtig."

Volksabstimmungen in Deutschland über Grundfragen Europas seien "ein guter Weg, die europäische Idee näher an die Bürger heranzubringen", betonte der bayerische Ministerpräsident. "Dieses Instrument sollte im Grundgesetz verankert werden." Es gebe auch bei unpopulären Themen die Chance, die Zustimmung der Bürger zu gewinnen, so Seehofer. "Man muss sich nur den Mühen der Begründung und der Transparenz unterziehen." Das Volk sei klug genug, auch über schwierige Fragen abzustimmen. "Es gibt so etwas wie kollektive Intelligenz", sagte er.

Der Präsident des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz, wandte sich gegen eine rasche Einführung von Volksabstimmungen. Es sei an der Zeit, "die Rechte derjenigen zu stärken, die innerhalb der EU als einzige direkt von den Bürgern ihren Auftrag erhalten haben: das Europäische Parlament", sagte Schulz der Zeitung. Danach freue er sich auf eine "notwendige Debatte über Volksabstimmungen auf nationaler und europäischer Ebene". Er wundere sich, dass "immer dann, wenn es um Europa geht, auch diejenigen für Plebiszite sind, die sie bisher national verhindert haben", fügte der SPD-Politiker hinzu.

kgi/DPA
 
 
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