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9. Februar 2008, 11:05 Uhr

Berlin plant Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes

Die Bundesregierung plant nach einem Bericht des "Spiegel" eine massive Ausweitung des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan. Die Truppenstärke solle von 3500 auf bis zu 4500 Soldaten erhöht werden. Auch das Einsatzgebiet soll beträchtlich erweitert und nach Westen ausgedehnt werden.

Ein größerer Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan wirft seinen Schatten voraus© Michael Hanschke/AP

Nach dem massiven Druck der Nato und der USA wird in der Bundesregierung an einer erheblichen Ausweitung des deutschen Afghanistan-Einsatzes gearbeitet. Nach dpa-Informationen auf der Münchner Sicherheitskonferenz soll die Obergrenze von derzeit 3500 Soldaten möglichst auf mindestens 4500 ausgeweitet, das Einsatzgebiet in den Westen Afghanistans ausgedehnt und das Bundestagsmandat länger als für ein Jahr beschlossen werden. "Der Spiegel" berichtete von entsprechenden Plänen. Eine Entsendung deutscher Soldaten in den Süden, wie vor allem die USA sie fordern, wird aber aus politischen und militärischen Gründen weiter abgelehnt.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) äußerte sich auf der Sicherheitskonferenz vor 350 hochrangigen Gästen nicht zu den Plänen. Auf die Frage von Konferenzteilnehmern von FDP und Grünen, ob die Berichte stimmten, sagte er: "Ich bitte Sie um Verständnis, dass ich über zukünftige Mandate keine Ausführungen mache." Es gebe derzeit einen klaren Auftrag für 3500 deutsche Soldaten. Grüne und FDP forderten von der Bundesregierung verstärkte Anstrengungen beim zivilen Wiederaufbau in Afghanistan.

NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer forderte die Verbündeten erneut auf, möglichst wenige Beschränkungen für den Einsatz ihrer Einheiten zu machen. "Eine Mannschaft - eine Mission ist das Ziel", betonte er und beschwor eine gerechte Lastenverteilung in Afghanistan. Der französische Verteidigungsminister Hervé Morin sagte, die europäischen Nationen müssten mehr Verantwortung übernehmen und dürften sich nicht einerseits in einer Abhängigkeit von den USA gefallen und andererseits genau darüber klagen. Jung appellierte an die Nato-Staaten, sich auf ein gemeinsames Konzept der vernetzten Sicherheit bei Kriseneinsätzen zu einigen. Deutschland versteht darunter den militärisch geschützten Wiederaufbau eines Landes, weil der Einsatz von Militär allein nicht zum Erfolg führe.

Abwehr der US-Forderungen

Die Obergrenze der deutschen Soldaten, die ihren Hauptverantwortungsbereich im Norden haben, müsste aus militärischer Sicht eher auf 5000 bis 6000 Soldaten erhöht werden, hieß es in München. Dies sei sei aber vermutlich politisch in Deutschland nicht durchsetzbar. Eine Anhebung auf 4500 sei aber dringend nötig, um Handlungsspielraum zu haben. Das Mandat sei "auf Kante genäht". Derzeit seien von den 3500 möglichen Soldaten 3300 dort. Zum Vergleich: Für das sehr viel kleinere Kosovo besteht ein Bundestagsmandat von 8500 Soldaten. 2500 sind derzeit im Land.

Wie es weiter hieß, will das Verteidigungsministerium das Einsatzgebiet um eine Provinz im Westen Afghanistans ausdehnen, um auch den Einsatz selbst flexibler gestalten zu können. Bereits im vorigen Herbst waren deutsche Soldaten zur Unterstützung von Nato-Soldaten an ihre geografische Einsatzgrenze geraten. Über das Mandat wird im Bundestag jeweils im Oktober entschieden. 2009 würden dann nach der Bundestagswahl Koalitionsverhandlungen anstehen. Das könnte mit einer Beschlussfassung über den Afghanistan-Einsatz kollidieren. Verteidigungsministerium und Außenministerium stimmen sich derzeit über die Pläne ab.

Unionsfraktionschef Volker Kauder sprach sich in der "Welt am Sonntag" dafür aus, das nächste Mandat für die deutsche Beteiligung an der Internationalen Schutztruppe ISAF bis mindestens Frühjahr 2010 zu beschließen. Die Entscheidung solle so getroffen werden, "dass wir im Wahljahr 2009 keine weitere Mandatsverlängerung beschließen müssen."

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
ganzbaf (10.02.2008, 10:23 Uhr)
NATOI = CIA = USA ( = GLADIO)
Man schlage bei WIKI nach GLADIO nach und erkenne, wozu diese BAnde imstande ist.
.
Ich bin für Austreten. Aus NATO und EU.
Von Norwegen lernen, heißt Siegen lernen... ;-Ü
Burner (09.02.2008, 19:05 Uhr)
@FerkelOhneM: Was bitte haben wir den Amerikanern zu verdanken ???
Das Argument 2. Weltkrieg zählt nicht mehr. Schauen wir doch mal in die Gegenwart!
Der Krieg um den Terror wurde doch erst durch die Amerikaner ausgelöst, sie haben doch die Taliban seinerzeit aufgebaut und unterstützt! Der Schuss ging nach hinten los und die ganze Welt soll die Sch...politik der Amerikaner ausbaden? Die denken doch, sie wären alleine auf der Welt und können tun und lassen was ihnen gerade in den Sinn kommt. Die "dummen" Europäer, im speziellen Deutschland, sollen dann herhalten und alles wieder ausbügeln.
Was ist mit Afrika ? Im Sudan, Kenia etc. werden auch Kriege geführt und es sterben viele Menschen, das kümmert die USA nicht, es gibt ja keine Bodenschätze oder andere Dinge die einen wirtschaftlichen Nutzen für einen Krieg ergäben.
FerkelOhneM (09.02.2008, 17:09 Uhr)
Agent Null-Null-Ahnung
Der Kampf gegen den Terror ist zum Scheitern verurteilt, wenn der Militäreinsatz nur auf Afghanistan und den Irak begrenzt wird. Es müssen auch Pakistan, Iran, Syrien, Lybien, Libanon, Jordanien, Marokko und alle andere Rückzugsgebiete der Terroristen unter die Kontrolle des Westens gebracht werden. Und dazu bedarf es der Solidarität ALLER!!! Wir haben den Amerikanern nicht nur viel zu verdanken - wir haben ihnen ALLES zu verdanken. Deshalb muss D. jetzt seiner amerikanischen Schutzmacht und engstem Verbündeten beim Kampf gegen den Terrorismus "uneingeschränkte Solidarität" entgegenbringen. Die Antwort auf die Forderung der USA nach einem Kampfeinsatz der Bundeswehr beim Kreuzzug gegen den "Terrorismus" im Süden Afghanistans kann daher nur ein unbeschränktes "JA" aus ganzem Herzen sein. Jeder Art von Populismus und Kriegsdienstverweigerung muss entschieden entgegengetreten werden.
Wie sagte doch der renommierte und weitsichtige deutsche Führer Josef Martin Fischer (DIE GRÜNEN) neulich in der Bild-Zeitung: "Die deutsche Regierung weis, dass sie dazu eigentlich nur JA sagen kann."
Der Mann weis, was er will. Woher nur?
Um Missverständnissen vorzubeugen: Nachdem "Agent Null-Null-Ahnung" sein Ökopax-Kostüm abgelegt hat, dämmert nun einigen Grünen, was für einer Figur sie da jahrelang hinterhergetrottelt sind. Auch die politische Beihilfe zu Folter-Entführungen von Verdächtigen und deren Vertuschung passt ins Bild. Vom gelernten Strassenkämpfer zu stolzen Villenbesitzer in Berlin-Grunewald, streng abgeschirmt von sozialen Problemfällen bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit Toleranz predigend und auf Kosten des Steuerzahlers ein herrschaftliches Leben führend. Die Dienstherren erweisen sich erkenntlich.
Facti (09.02.2008, 16:30 Uhr)
Dammbruch der Salamipolitik
Erst kleine Schritte und da kein Widerstand erfolgt, werden immer mehr Grundgesetzverstöße auf immer längere Zeiträume festgeschrieben. Noch heute wird uns das hilflose Schweigen unter der Hiltlerdiktatur vorgehalten. Lassen wir als mündige Bürger uns diesen Vorwurf nicht nochmal machen: Sagen, rufen, schreien, brüllen wir den Verantwortungslosen Politfuzzy ins Gesicht "NEIN, WIR SIND DAS VOLK UND LEHNEN DAS KOMPLETT AB!!". Nicht das es wieder heißt, die haben doch dazu geschwiegen.
undueberhaupt (09.02.2008, 15:14 Uhr)
Nichts geändert!
Es hat sich nichts geändert, wir waren, wir sind, und wir werden die
TÜNNESSE vom ami bleiben!!!
Salzsteuer (09.02.2008, 15:02 Uhr)
Sinn der Nato
war es niemals Amerikanische Eroberungskriege zu unterstützen, auch nicht wenn es sich um Öl und Opium dreht.
Eigentlich weis das jeder, außer unsere Regierung und ihr nahe stehende Speichellecker.
Known (09.02.2008, 14:54 Uhr)
Deutsches Interersse
Es ist ja alles zum Wohle Deutschlands. Wobei ich mich mittlerweile frage, wer ist dieses Deutschland. Der deutsche Staatsbürger kann damit ja wohl nicht gemeint sein, weil dieser bekanntlich den Einsatz ablehnt. Genau wie die Forderung, die Abstimmung aus dem Wahljahr herauszuhalten. Nicht dass der Wähler sich einbildet er hätte da ein Wörtchen mitzureden.
Burner (09.02.2008, 14:15 Uhr)
Wir sind die dümmsten !
Es ist unglaublich, wir deutschen haben einen Komplex uns für alles verantwortlich zu fühlen, alles bezahlen und unterstützen und zu allem jasagen zu müssen. Wir sind ein Volk von Duckmäusern und Schlappschwänzen !
Wer hat den Krieg in Afghanistan und Irak begonnen und zwar aus rein wirtschaftlichen Interessen, nicht weil man vordergründig irgend wem helfen wollte ?! Die USA und sonst niemand ! George W. Bush hat nur wegen den Ölreserven und Arbeitsbeschaffungsgründen für die amerikanische Kriegsindustrie diese Kriege angezettelt und will die Konsequenzen auf sämtlichen anderen Ländern abwälzen. Wir sollen für den Aufbau von Ländern bezahlen die, die USA zerbombt haben. Jetzt lassen wir uns auch noch durch ein blödes Geschwätz vom amerikanischen Verteidigungsminister und anderer Populisten beeinflussen. Wo soll das denn ein Ende finden ?
Reality (09.02.2008, 14:05 Uhr)
Es ist schon eigenartig......
Es ist schon eigenartig und läßt sehr nachdenklich werden, mit welcher Vehemenz diese Thema der Truppenverstärkung und Mandatsverlängerung angegangen wird.
Seit Wochen und Tagen wird man nicht müde dem harmlosen und zum großen Teil wenig informierten Bürger einzureden wie wichtig und notwendig der Einsatz dort in Afghanistan sei.
Man schreckt nicht vor Horrorvisionen die hier durch Terroristen geschehen könnten zurück um möglichst viel Unsicherheit zu verbreiten, damit endlich diese starrköpfigen Gegner und Kritiker übertönt werden.
Interessant ist vor allem, daß offensichtlich genug Geld für so einen Unsinn zur Verfügung steht.
Überall sagt man, daß gespart werden muß.
Daß kein Geld für Renten da ist, daß kein Geld für eine vernünftige Krankenabsicherung da ist.
Daß wir eine Staatsverschuldung haben die Gigantisch ist.
Daß man die Mehrwertsteuer erhöhen musste um an mehr Geld zu kommen, was natürlich am meisten diejenigen trifft die ohnehin schon wenig zur Verfügung haben.
Aber für das Abenteuer Afghanistan hat man Geld genug.!
Man könnte es schon fast hinterlistig ansehen, wenn´s nicht so traurig wäre, wenn man das Mandat für den Einsatz dort so verlängert, daß es nicht im nächsten Bundestagswahlkampf zum zentralen Thema wird.
Wenn die sich da nur nicht täuschen.
Lassen wir erst mal genügend Tote und Krüppel aus diesem Krieg nach Heim kommen.
Dann kann sich sehr schnell die öffentliche Meinung ändern.
Known (09.02.2008, 12:55 Uhr)
Schlechter Witz
Ich hoffe dass das nur ein Propagandaartikel seitens des Spiegels ist. Die Bundesregierung kann doch wirklich nicht so dumm sein, noch mehr Soldaten zu schicken. Oder doch? Was für Truppen sollen das den sein? Etwa die Gebirgsjäger auf die die Amis so scharf sind. Wenn ich mir die Topografie so anschaue ergibt das Sinn. Für wie blöd halten die uns eigentlich?
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