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1. Februar 2010, 14:29 Uhr

Merkel bremst Rüttgers und Pinkwart aus

Kanzlerin Angela Merkel hat ein Machtwort gesprochen: Die Steuervergünstigung für Hotels bleibe, lediglich Änderungen bei der Umsetzung seien diskutabel. Damit stellt sie sich offen gegen die schwarz-gelben Wahlkämpfer aus Nordrhein-Westfalen.

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Kanzlerin Angela Merkel hält an den Steuervergünstigungen für Hotels fest© Michael Gottschalk/DDP

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weist den Vorstoß aus Nordrhein-Westfalen (NRW) für ein Ende der Mehrwertsteuersenkung bei Hotelübernachtungen zurück. "An dem Gesetz wird nichts geändert", sagte Merkel am Montag in Berlin. "Es ist ein Wachstumsbeschleunigungsgesetz mit vielen Facetten. Es hat keinen Sinn, jetzt über die einzelnen Elemente wieder zu sprechen. Dieses weiß auch die Regierung von Nordrhein-Westfalen, insbesondere der Ministerpräsident." Es sei aber machbar, über "möglichst vernünftige Ausführungsbedingungen" zwischen Bund und Ländern im Rahmen eines Rundschreibens noch einmal zu reden.

NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und sein Stellvertreter Andreas Pinkwart (FDP) hatten im Landtagswahlkampf gefordert, die unpopuläre Steuerermäßigung zu kippen. "Ich finde, gute Politik zeichnet sich dadurch aus, dass sie in der Lage ist, sich zu korrigieren, wenn sie feststellt, dass Gesetze den Praxistest nicht bestehen", so Pinkwart am Montag.

"Bürokratisches Monster"

Er erklärte, es sei zwar ein guter Ansatz der schwarz-gelben Koalition gewesen, die Mehrwertsteuer auf Dienstleistungen zurückzuschrauben, um Beschäftigung zu sichern. Die Umsetzung sei jedoch in einer Weise geschehen, "dass sie sich eher als bürokratisches Monster erweist". Die FDP müsse mit dem Koalitionspartner Gespräche führen, um die Regelung zu stoppen. Dies wolle er dem Präsidium seiner Partei vorschlagen. Rüttgers hatte sich ähnlich geäußert.

Die Mehrwertsteuersenkung für Hotels ist seit Jahresbeginn in Kraft. In NRW wird am 9. Mai ein neuer Landtag gewählt, CDU und FDP müssen dort um ihre Mehrheit bangen.

Westerwelle lehnt Pinkwarts Vorschlag ab

Unterstützung für die Position der Kanzlerin kam hingegen von FDP-Chef Guido Westerwelle, der sich klar vom Vorstoß seines Stellvertreters Andreas Pinkwart distanzierte. Das FDP-Präsidium vertrete eine andere Meinung als Pinkwart, sagte Westerwelle am Montag nach einer Sitzung des FDP-Führungsgremiums in Berlin. Er bleibe dabei, dass der ermäßigte Mehrwertsteuersatz für Hotels wegen der Entlastung des Mittelstands richtig sei. Zu den Äußerungen Pinkwarts sagte Westerwelle: "Wir leben in einer Demokratie, da hat jeder ein Recht auf freie Meinung."

Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lehnte die Vorschläge der NRW-Politiker ab. Er will ebenfalls am Gesetz festhalten und ist lediglich zu kleineren Änderungen bei der praktischen Umsetzung bereit.

SPD will namentliche Abstimmung von NRW-Abgeordneten

Unterdessen will SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann die NRW-Abgeordneten von Union und FDP im Bundestag namentlich über die Rücknahme der Hotel-Steuersenkung abstimmen lassen. "Die Steuersenkung ist eine der größten Fehlleistungen dieser Bundesregierung", sagte er der "Mitteldeutschen Zeitung". "Wir haben deshalb bereits in der vorigen Woche einen Antrag eingebracht mit dem Ziel, dass das rückgängig gemacht wird."

Die SPD werde "diesen Antrag noch vor Ostern zur namentlichen Abstimmung bringen. Dann müssen auch die nordrhein-westfälischen Abgeordneten Farbe bekennen und sich zwischen dem Gemeinwohl und Klientelinteressen entscheiden", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
Prologo (01.02.2010, 21:21 Uhr)
Man muss sich mal das Bild von Merkel zu diesem Artikel genauer ansehen!

Diese Bild sagt alles über diese Frau Merkel aus.

Sie schaut kalt, berechnend, fast menschenverachtend!

Das ist der Blick eines Jägers (Jägerin), der abwartend und genüßlich sein angeschossenes Opfer aufmerksam beobachtet, wie es langsam eingeht.

Das ist kein Aussitzer Blick mehr. Da läuft es einem kalt über den Rücken.

MfG,
T.
Nursery (01.02.2010, 21:00 Uhr)
Keine Zweifel
Für mich stand von Anfang an fest daß es diese Regierung nicht kann. Vor allem das die Große Koalition verspottet wurde.Jetzt rächt sich wer vorher den "Worstcase" nicht durchspielt hat.Sie ist ein Meisterstück in Disziplinlosigkeit,Verantwortungslosigkeit und Ignorranz.Einfach nicht zu überbieten!Vielleicht sollte sich Unsere Physikerin die "Schwerkraftgesetze" noch einmal vornehmen.Den ich denke hier haben einige Minister den Boden unter den Füßen verloren.
bR4iNST0RM (01.02.2010, 15:32 Uhr)
Jawohl! Es wird deutlich!
Der Wählerbetrug ist nun mehr als deutlich! Wie "lummy" schon klar erkannt hat, ist zuviel Bier in der deutschen Intelligenz! Und es wird bei der nächsten Wahl wieder genügend naive Wähler geben, die erneut die Merkel wählen, denn sie haben und werden es nicht begreifen!
Johann58 (01.02.2010, 15:16 Uhr)
Das Einzige was jetzt als Wahrheit auf dem Tisch liegt
CDU/CSU/FDP sind kaeuflich, nicht versteckt, nicht mehr mt schwarzen Geldkoffern, Ehrenworten und Schwarzgeldkonten sondern ganz offen ohne Scham, ohne Verantwortung und ohne schlechtes Gewissen. Alleine der Hinweis auf Aussetzung von Pinkwart zeigt die ganze Hinterhaeltigkeit und Betrugsabsicht. Aussetzen, Wahl gewinnen, wieder Einfuehren und dem Waehler deutlich machen wie leicht er hinters Licht zu fuehren ist. Das ganze schein nur der Anfang des Waehlerbetrugs zu sein, die richtigen Haemmer kommen noch.
emabri (01.02.2010, 14:44 Uhr)
unglaublich
Es ist immer wieder erstaunlich wie unsere Politiker auf Kindergartennivau ihre Arbeit machen.
OttoB (01.02.2010, 14:32 Uhr)
Man kann es ja verstehen
Erst die Bezahlung einstecken und dann wieder weg nehmen, das geht auch nicht.
Ja CDU/CSU FDP und Nichtwähler was ihr angerichtet habt.
dreicon (01.02.2010, 14:31 Uhr)
Und das Schlimmste dabei ist,
daß unsere Journallie ihnen dabei willig die Bühne bereitet.
dreicon (01.02.2010, 14:27 Uhr)
Es ist doch so ein durchsichtiges Mannöver
Genauso wie der HessenKoch als Stimmenfänger für die Rechtsradikalen den Hartzbösewicht spielt, spielen Rüttgers und Pinkwart in NRW das "soziale Gewissen" der Koalition. Es wird jetzt schwadroniert, gefordert usw, bis zur LT-Wahl. Danach ist nichts, absolut nichts mehr davon zu hören.

Wetten?
whismerh2 (01.02.2010, 14:22 Uhr)
Was ja klar
Haupsache dagegen, und einen auf chef
raushängen lassen.
Ich kann mich hier nur noch den Vorredenern anschließe, der arbeistsame
kleine Mann, interreesiert die herren Politiker einen Dreck, es wird bei Großkonzenen hofiert, die eigen Besoldung Ihrer Pründe regelmäßig erhöht, der brave Bürger bleibt auf der Strecke, diese Acht Euros werden sowieo nicht reichen, weil der Bürokratiewahn, in im Nirwana verschwinden lässt, der gleiche Schwachsinn wie die 10 Euro Praxisgbühr.
Proaktivist (01.02.2010, 14:13 Uhr)
Die sogenannte Koalition um die Bundeskanzlerin
"Es reicht!" - Beenden!

MfG
Wahlbürger
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