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18. Juni 2008, 16:04 Uhr

Ende im Fall Murat Kurnaz

Akte geschlossen: Der Bremer Türke Murat Kurnaz verzichtet auf weitere Rechtsmittel in seinem Prozess, der aufklären sollte, ob deutsche Elitesoldaten ihn in einem Gefangenenlager in Afghanistan misshandelt hatten. Die beiden Beamten bestritten die Vorwürfe, die Verfahren wurden eingestellt.

Murat Kurnaz hat auf weitere Rechtsmittel verzichtet. Sein Fall ist daher abgeschlossen© Franka Bruns/AP

Sechseinhalb Jahre nach der angeblichen Misshandlung des in Bremen geborenen Türken Murat Kurnaz ist das Verfahren gegen zwei deutsche Elite-Soldaten abgeschlossen. Kurnaz verzichte nach dem Ermittlungsstopp gegen die Bundeswehrsoldaten auf weitere Rechtsmittel, teilte der Anwalt des ehemaligen Guantànamo-Häftlings, Bernhard Docke, in Bremen mit. Das Verteidigungsministerium habe in dem Fall niemals ein "aktives Aufklärungsinteresse" gehabt.

Die Tübinger Staatsanwaltschaft hatte im März das Verfahren gegen die Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) wegen angeblicher Misshandlungen eingestellt. Eine Beschwerde dagegen wurde von der Stuttgarter Generalstaatsanwaltschaft zurückgewiesen. Zwar wäre beim Stuttgarter Oberlandesgericht ein Klageerzwingungsverfahren möglich, erklärte Docke. Eine Wiederaufnahme sei jedoch angesichts "diverser Aufklärungshindernisse" nicht zu erwarten.

Kurnaz hatte den Soldaten vorgeworden, ihn Anfang 2002 in einem US-Gefangenenlager im afghanischen Kandahar geschlagen und getreten zu haben. Die Soldaten, die in dem Lager zu Wachdiensten eingeteilt waren, bestritten die Vorwürfe.

Gegen den Ermittlungsstopp hatte Docke zweimal vergeblich Beschwerde eingelegt. "Ein aktives Aufklärungsinteresse haben wir beim Bundesministerium für Verteidigung zu keinem Zeitpunkt erkennen können", kritisierte der Anwalt jetzt. Zunächst sei bestritten worden, dass deutsche Soldaten Anfang 2002 in Afghanistan gewesen seien.

Später seien nur mündliche Kontakte der KSK-Soldaten mit Kurnaz eingeräumt worden. Diverse Unterlagen seien "auf mysteriöse Art und Weise versehentlich" vernichtet worden. US-Soldaten hätten Aufklärungshilfe leisten können, die US-Regierung habe jedoch die Rechtshilfe verweigert.

Der Leitende Oberstaatsanwalt Rainer Christ in Stuttgart hatte nach der Einstellung von einem "Freispruch zweiter Klasse" gesprochen. Die Ermittlungen würden nicht wegen erwiesener Unschuld gestoppt, sondern weil die Verdachtsmomente gegen die Soldaten nicht ausreichten.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 19)
 
inselkarl (19.06.2008, 17:32 Uhr)
Praktikantenjob
Hat der STERN nun endlich für seinen Schützling Kurnaz einen Parktikantenjob zur Verfügung gestellt? oder warten die auf den ideologisch bessser zur Redaktion passenden El Masri? Mann Mann, muss denn der Peymann alles alleine machen...
Sandygirl (19.06.2008, 12:17 Uhr)
@Selber-Schuld-Fraktion
Diese Selber-Schuld-Fraktion, die Kurnaz als "religiösen Fanatiker" abtut ist echt peinlich. Habt ihr gar nichts gelernt?
Wir haben nicht umsonst Religionsfreiheit in Deutschland. Eigentlich wollten wir erreichen, dass nie wieder ein Mensch in Deutschland in einem KZ landet. Jetzt wurde eine Person verhaftet und über vier Jahre in einem KZ gefangen gehalten und gefoltert. HALLO? Das könnt ihr doch nicht im Ernst gut heißen? Und dann sind noch deutsche Beamte in dieses KZ gereist, haben den Gefangen befragt, haben SEINE UNSCHULDIGKEIT FESTGESTELLT und haben ihn trotzdem im amerikanischen KZ verrotten lassen. Weil es eben nicht obertun war, den amerikanischen Freunden zu widersprechen. In was für einer Welt lebt ihr eigentlich?
Hatten wir das nicht im Dritten Reich? Zuerst waren es die Juden, dann die Sinti und Roma, dann die Demokraten.
Wollen wir wirklich eine Wiederholung, in dem wir unserer Regierung gestatten, gegen die erste Minderheit vorzugehen?
Und genau hier hat unsere Justiz versagt!
Loewenherz_XL (19.06.2008, 10:13 Uhr)
Das Demokratie- und Rechtsverständnis des Herrn Steinmeier…
hat der Fall Kurnaz deutlich aufgezeigt. Steinmeier ist als Kanzlerkandidat und Aussenminister nicht tragbar.
Grautvornix1311 (19.06.2008, 07:33 Uhr)
Gilt der alte Grundsatz ...
... in dubio pro reo nicht mehr?
Man könnte den Eindruck gewinnen, das mit unterschiedlichem Maß gemessen werden soll.
Das ist abgründig :(
ecomoc4u (19.06.2008, 02:59 Uhr)
@gaga007
da hilft nur: www.zeitgeistmovie.com
ecomoc4u (19.06.2008, 02:51 Uhr)
murat hat bitter dafür bezahlt,
weil er die wahrheit gesucht hat. aber auch weil er falsche freunde hatte. unvorbereitet, naiv und verblendet war. jetzt hat er bücher, tv auftritte, presse, etc... da kann man geld draus machen. und das tut er wohl einigermassen.
.
kein geld der welt kann seine frage nach der wahrheit beantworten. dazu müssten beide seiten mitspielen.
gmathol (19.06.2008, 00:27 Uhr)
Haditha Moerder...
...heute wurden in einem weiteren schaendlichen Akt eines US Militaergerichts der letzte der angeklagten US Moerder Marines, die in Haditha Frauen, Kinder und Babies abschlachteten freigesprochen.
Wer in dem Schurkenstaat USA der den Weltfrieden bedroht einen Verbuendeten sieht wird eines Tages in seinen Truemmern aufwachen.
Europa taete gut daran die US Truppen rauszuschmeissen.
seppmaier (19.06.2008, 00:03 Uhr)
oh mann...
ihr seid krank. ich schäme mich für euch. und ich klage euch an, denn nur durch eure scheiss-nazigesinnung konnten in deutschland diese (alten)verhältnisse einkehren.
ich bete trotzdem für euch, dass ihr nicht in den schlung geratet, den ihr so diensteifrig und verblödet füttert.
manesse (18.06.2008, 23:46 Uhr)
Die Wertung
des Oberstaatsanwaltes ist irrelevant. Entweder er weist den Angeklagten etwas nach oder eben nicht. Dann hat er zu schweigen und nicht die Angeklagten hinterher übel zu beleumunden. Es ist Sache der Richter zu urteilen und nicht Sache der Staatsanwaltschaft. Und was den Herrn Kurnaz anbelangt, so steht auch hier Aussage gegen Aussage. Er wird wissen, warum er das Verfahren nicht weiterbetreibt. Eine Klage gegen Deutschlands Justiz in Den Haag wollte er offenbar nicht riskieren.
Putinki (18.06.2008, 22:58 Uhr)
Kurnaz
Und was hat uns dieser Türke gekostet? Ihm geht es gut, bezieht Harz IV, weil er nicht arbeiten kann und meckert herum. Wer kann ihm das Arbeiten beibringen?
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