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25. Juli 2008, 14:24 Uhr

CDU überholt erstmals SPD

Trendwende im Juni: Die CDU hat erstmals mehr Mitglieder gehabt als die SPD. Beide Parteien leiden gleichermaßen unter Mitgliederschwund und liefern sich seit Monaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Die CDU hat jetzt erstmals mehr Mitglieder als die SPD© Nigel Treblin/DDP

Die CDU hat erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik mehr Mitglieder als die SPD. Zum Stichtag 30. Juni lagen die Christdemokraten nach Informationen der Nachrichtenagentur AP knapp vor der SPD und haben damit nicht mehr nur bei den Umfragen die Nase vorn.

Die Sozialdemokraten hatten zuletzt 529.994 Mitglieder vermeldet. Zur genauen CDU-Mitgliederzahl machte die Partei keine Angaben. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla will sie am Montag auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz vorstellen.

Die SPD warnte den Koalitionspartner vor Euphorie. "Es kann durchaus sein, dass die CDU die SPD bei den Mitgliedszahlen überholt hat. Es ist kein Grund zum Jubeln, denn unterm Strich verliert auch die CDU unter der Führung von Frau Merkel weiter Mitglieder", sagte ein Parteisprecher. Es sei für beide großen Volksparteien eine Herausforderung, wieder mehr Menschen für die Mitarbeit in demokratischen Parteien zu gewinnen. "Unser Ziel ist es, bei der Bundestagswahl sowohl bei den Wählerstimmen als auch bei den Mitgliedszahlen die Nase vorn zu haben."

Die Entwicklung hatte sich abgezeichnet. Schon seit Monaten haben sich die Mitgliederzahlen der beiden großen Volksparteien immer mehr angenähert. Zum Stichtag 31. Mai war der Abstand der CDU zu den Sozialdemokraten auf nur noch 438 Mitglieder geschmolzen. Im Monat davor hatte er noch 495 Mitglieder betragen und Ende März 1625 Mitglieder.

Obwohl der Titel "Mitgliederstärkste Partei Deutschlands" gut fürs Prestige ist, darf die aktuelle Entwicklung nicht darüber hinwegtäuschen, dass beide großen Partei seit Jahren Mitglieder verlieren. Bei der SPD vollzieht sich die Abwärtsentwicklung jedoch weitaus schneller. Im vergangenen Jahr verlor die SPD rund 20.000 Mitglieder. Bei der CDU gab es einen Schwund von rund 15.000 Mitgliedern. Bei den Sozialdemokraten ist der Jammer besonders groß. Im Vergleich zum Rekordjahr 1976 mit damals 1,02 Millionen Genossen hat sich die Mitgliederzahl inzwischen quasi halbiert. 1990 hatten die Sozialdemokraten noch mehr als 940.000 Mitglieder, die CDU fast 780.000.

Dabei sind es nicht nur Austritte unzufriedener Mitglieder, die für sinkende Zahlen und damit auch für sinkende Einnahmen sorgen. Das Durchschnittsalter in den Parteien steigt, bei der SPD hat es sich inzwischen auf 57 Jahre erhöht - Tendenz steigend. Entsprechend oft sind es Todesfälle, die die Bilanz nach unten ziehen. Zum Vergleich die Angaben der anderen Parteien: Die FDP zählte Mitte Juni 64.831, die Linkspartei aktuell nahezu 75.000 Mitglieder, die Grünen kommen auf rund 45.000 Parteiangehörige.

Stefan Lange, AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 16)
 
pitiplatsch (27.07.2008, 20:21 Uhr)
Die " Etablierten "
abzockerparteien verlieren beide, ob CDU oder SPD und das zu Recht. Wer gewinnt neue Mitglieder ? die LINKEN und das ist gut so. Ob nun die ehemalige Arbeiterpartei SPD die zur Arbeiterfeindlichen Partei und Kriegspartei wie die CDU und CSU, mutiert ist, etwas mehr verliert wie die CDU ist egal, beide werden den Bach runtergehen die eine mehr, die andere weniger, und das ist sehr sehr gut so.
cobdet (26.07.2008, 11:11 Uhr)
Hatte nicht...
Erich Honnecker mal auf einem Parteitag gesagt :
" Der Kapitalismus steht vor dem Abgrund.Wir werden ihn überholen !" ?
Schade ich hatte mich bei der Überschrift schon gefreut. Die SPD am Abgrund und wird von der CDU überholt. >>Na ja man wird jawohl mal träumen dürfen
Eisenbaer (26.07.2008, 11:07 Uhr)
Mehr ist relativ...
...die CDU hat zwar mehr Mitglieder als die SPD, aber nicht mehr Mitglieder als noch vor einem Jahr. Und im Unterschied zur SPD die viele Mitglieder an die Linke verloren hat, sind die Mitglieder aus der CDU im politischen Nichts verschwunden.

Die Probleme der CDU könnte man somit auch als größer bezeichnen.

O.Bi (26.07.2008, 06:46 Uhr)
@bR4iNST0RM, @Known, @mahype
Was ist die Moral Ihrer, eigentlich sehr schlimmen Geschichten?
Für mich – das System hat sich überlebt.
Für Sie?
Wie, was kann, soll es besser funktionieren?
raskas (26.07.2008, 01:00 Uhr)
Die CDU im selben Abwärtssog
Die SPD ist dank ihrer skandalösen Hartz-IV-Gesetze samt Agenda-2010-Betrug längst mitten drin im Abwärtsstrudel. Die CDU, von Merkel inzwischen bis zur Unkenntlichkeit deformiert, ist zu Recht kaum besser dran. So ergeht es eben Volksparteien, die jahrelang so stramm am Volk vorbeiregieren, dass selbst treueste Stammwähler abtrünnig werden...
mahype (25.07.2008, 22:56 Uhr)
@DasBertl
"Wer als Politiker im schönen Germanien keinen Dreck am stecken hat, wird gar nicht bis oben durchgelassen."
Selbstverständlich nicht. Da werden DreckAmStecken-Ranglisten gemacht und wer den meisten Dreck gemacht und verzapft hat wird Bundeskanzler! Wussten Sie das noch nicht?
Im ürbigen werden Politiker auch von Geburt an so erzogen, dass Sie andere Menschen maltretieren und abziehen.
Gehen sie mal in die Geburtststätte solcher sozialen Aliens, in die Ortsvereine. Da sitzen lauter solche Monster und warten nur darauf Sie zu fressen.
mahype (25.07.2008, 22:50 Uhr)
@lazarus06
Wenn man sich nicht von Dummen regieren lassen will, dann sollte man was dagegen tun und nicht einfach stur dahin jammern!
Aber es ist immer so schön einfach nen Schuldigen zu finden, nicht? Selbst was zu ändern ist wahrscheinlich zu anstrengend.
Aber der Fingerzeig ist ja sooo schön! Vor allem hat man dann immer was zu sagen!
mahype (25.07.2008, 22:42 Uhr)
Überholen im Rückwärtsgang
"Beide Parteien leiden gleichermaßen unter Mitgliederschwund und liefern sich seit Monaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen"
Um die wenigsten Mitglieder?
Nunja, sorum hatte ich ein Kopf an Kopf Rennen noch nie verstanden ;-) Aber demnach führt ja endlich mal die SPD!
lazarus06 (25.07.2008, 22:25 Uhr)
Ist doch total egal,
Wer uns über den Tisch zieht,wo kommen eigendliche solche Ergebnisse her,voll an der Realität vorbei.sind die gewürfelt?
Known (25.07.2008, 19:09 Uhr)
Regierung
Wenn ich das Geld einer Nation kontrolliere, ist es mir egal wer die Gesetze macht.
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