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24. Oktober 2007, 13:06 Uhr

Mixas Sprecher bereut Nazi-Vergleich

Der Streit zwischen der Grünen-Vorsitzenden Roth und Bischof Mixa erreichte seinen Höhepunkt, als Bistumssprecher Voß Roths Äußerungen mit den Nazis verglich und die Grünen als für Christen unwählbar bezeichnete. Nun rudert der Vertraute des Ausgburger Bischofs wieder zurück.

Der Sprecher des hier abgebildeten Bischofs von Augsburg, Walter Mixa, bereut seine Nazi-Vorwürfe gegen Grünen-Chefin Roth© Johannes Simon/DDP

Der Augsburger Bistumssprecher Dirk Voß hat seinen Nazi-Vorwurf gegen die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth zurückgenommen. Seine Kritik sei unnötig scharf gewesen, sagte Voß und rief zu "beiderseitiger verbaler Abrüstung" auf. Roth hatte den Augsburger Bischof Walter Mixa als "durchgeknallten spalterischen Oberfundi" angegriffen. Voß hatte das mit der Hetze der Nazis gegen die Kirche verglichen und Roth "faschistoide Züge" vorgeworfen.

Nach einer Welle der Kritik räumte Mixas Sprecher jetzt ein, seine Erwiderung sei "schärfer ausgefallen als bei näherem Hinsehen nötig". Roths Sprachgebrauch gegenüber dem Bischof habe schockiert und ungute Erinnerungen hervorgerufen, aber "der historische Vergleich war im Nachhinein betrachtet nicht erforderlich", sagte der Bistumssprecher.

Die Grünen sind jetzt doch wählbar

Auch seine Aussage, die Grünen seien für Christen nicht mehr wählbar, sei aus der Verärgerung heraus formuliert gewesen und dürfe nicht verallgemeinert werden. Seine Aussage "sollte niemanden beleidigen, sondern war als ernste Mahnung gedacht, in der politischen Diskussion nicht die demokratische Streitkultur zu verlassen", sagte Voß.

Natürlich gebe es auf wichtigen Politikfeldern wie beim Erhalt der Schöpfung oder bei der Bioethik auch Gemeinsamkeiten zwischen Kirche und Grünen. Von den Grünen erwarte er jetzt ebenfalls eine Klarstellung, um wieder eine vernünftige Gesprächsbasis herzustellen. Mixa setze sich für mehr Unterstützung alleinerziehender und sozial schwacher Mütter ein, die ihre Kinder selbst erziehen. Da sollte es Anknüpfungspunkte geben.

Kritik vom Zentralrat der Juden in Deutschand

Der stellvertretende Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, sagte der "Welt": "Ich hätte es sehr viel besser gefunden, wenn er gesagt hätte, dass die NPD, die Republikaner und die DVU für Christen nicht wählbar sind." Zentralratspräsidentin Charlotte Knobloch habe "zu Recht kritisiert, dass der Sprecher von Bischof Mixa den Nationalsozialismus als politisches Argument gegenüber Claudia Roth benutzt hat", sagte Graumann.

 
 
KOMMENTARE (10 von 29)
 
Punito (26.10.2007, 19:32 Uhr)
Es ist legitim

das der Theologe Mixa seine Kritik
zur Familienpolitik äußert .
Es ist legitim , wenn Frau Roth
die Ansichten des geistlichen
Würdenträger nicht billigt .
Es ist auch legitim das Herr Mixa
die Art und Weise , wie Frau Roth
sich in Richtung seines Amtes und
der Kirche , an die NS-Polemik erinnert fühlt.
Richtig ist ebenfalls , wenn Frau
Knobloch oder Herr Graumann im
Zwist der Streithähne darauf aufmerksam machen , das es Schlimmeres in diesem Land abzuwehren gilt .
Manchmal habe ich den Eindruck ,
das es in Deutschland wieder "in"
ist , bei jeder Gelegenheit den
ZdJ , wenn er seine öffentliche Meinung kund tut , abzuwerten ,
oder der Lächerlichkeit preis
zu geben .Wer dies tut , ist
auf dem besten Weg den Nazismus in Deutschland einen Raum der Gesellschaftsfähigkeit zu gestatten .
Wo dies geschah ,war die Diktatur
erstarkt,zum Beispiel in der Weimarer
Republik .
Euridike (26.10.2007, 14:48 Uhr)
@Livia/Fox59Fire
Ich kann Livia verstehen! Fox59Fire's Rhetorik ist immer die gleiche: er greift sich aus einem differenzierten Gedankengang ein Stichwort heraus, interpretiert es in seinem Sinn und unterstellt eine Aussage. Die eigentliche Grundaussage des vorgetragenen Gedankengangs interessiert ihn überhaupt nicht.
Da hätte ich auch keine Lust mehr zu antworten.
Fox59Fire (26.10.2007, 11:52 Uhr)
@Livia008
Ihre Entscheidung, dieses Gespräch, das Sie als "pseudowissenschaftliches Geplänkel" entwerten, zu beenden, respektiere ich. Auch ich halte es für beendet, zumal der Entzug aufgrund fehlender Worte und Argumente symptomatisch für Menschen ist, die in Bedrängnis geraten sind und ihre eigenen Ansichten in Gefahr geraten sehen, ihren unverrückbaren Bestand zu verlieren. Offenbar sind Ihnen die einschlägige Literatur, die Vorträge und Rezensionen zu diesem Thema wenig geläufig, ansonsten Sie sich nicht derart äußern dürften. Wenn überzeugende Argumente wirkungslos abprallen, dann hat jedes weitere Wort seinen Sinn verloren. Belassen wir es dabei. Trotz allem hat es mich gefreut, eine andere Meinung kennen zu lernen.
Livia008 (26.10.2007, 11:27 Uhr)
@Fox59Fire
Pardon, Sie reden wirr!
Wenn Sie sich mit der einschlägigen Forschung (Mentalitätsforschung und die vielen Detailforschungen innerhalb der Soziologie des Alltags) beschäftigt haben, werden Sie Ihre Ausführungen nicht aufrecht erhalten können.
Aber mir gleitet das hier zu sehr in pseudowissenschaftliches Geplänkel ab. Ich bin niemand, der andere belehren möchte, meine Meinung habe ich gesagt, und dabei möchte ich es jetzt belassen.
Fox59Fire (26.10.2007, 11:09 Uhr)
@Livia008
Bedauerlich, das Ihnen scheinbar die Befähigung fehlt, zwischen "den Deutschen" und "den Nazis" zu differenzieren. Die Geschichte besteht nicht allein aus den Nationalsozialisten, die für einen Großteil der Gräueltaten verantwortlich zeichnen. Die Geschichte besteht auch nicht allein aus "den Deutschen", die angeblich allesamt Täter gewesen sein sollen. Unter derartigen Fehleinschätzungen, wie Sie sie äußern, "aus der Geschichte lernen" zu wollen, halte ich für illusorisch. Wenn Sie Ihren angebotenen Exkurs starten wollten, dann sollten Sie sich die einschlägige Literatur noch einmal vornehmen und die Entstehung des Nationalsozialismus hinsichtlich des Ausspruchs "Opium für das Volk" etwas differenzierter zu betrachten versuchen. Dann werden Sie auch eine Antwort auf Ihre Frage, "warum das Ganze bei uns geschehen konnte", erhalten. Jedenfalls nicht aus dem Grund, die Deutschen hätten den Nationalsozialismus nicht verhindert, obwohl sie ihn angeblich hätten verhindern können. Vielleicht waren sie geblendet, vielleicht auch naiv, das zu glauben, was man ihnen versprach. Vielleicht waren sie euphorisch, vielleicht auch dankbar für das Herausführen aus dem Sumpf der Weimarer Republik. Vielleicht waren sie betäubt, vielleicht auch hoffnungsvoll, endlich ein menschenwürdiges Leben mit Arbeit, Gesundheit und Sicherheit führen zu können. Dass sie im Nachhinein erkennen mussten, dass der Schein sie getrogen hatte, kann und darf diesen Menschen nicht vorgeworfen werden.
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Einen Exkurs unvorbereitet starten zu wollen, ohne die Antworten auf wichtige Fragen zu kennen, halte ich für ziemlich naiv. Außerdem: Wirkungszusammenhänge kann man nicht realisieren, sondern (nur) erkennen. Würden Sie Ihren Exkurs historisch korrekt beherrschen, dann wüssten Sie, dass die Nationalsozialisten schleichend an die Macht kamen. Bis 1933 gab es für die meisten Deutschen keinen Grund, den Nationalsozialismus zu verhindern, zumal Adolf Hitler anerkanntermaßen ein begnadeter und mitreißender Redner war und die Pleite der Weimarer Republik vielen noch zu sehr in Erinnerung war. Wem wäre es zu verdenken, das sich unter dem Einfluss des "Wind of Change" sein Blick für die Wahrheit und Realität verklärte. Wer würde demjenigen Böses unterstellen wollen, der einen Wirtschaftsaufschwung verspricht und die Schmach des verlorenen Ersten Weltkriegs und dessen Folgen für das deutsche Volk ausradiert. Als Adolf Hitler und die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, war es bereits zu spät für Widerstand und Aufruhr. Dies vielleicht als Antwort auf Ihre (vielleicht rhetorische) Frage, "warum das Ganze bei uns geschehen konnte".
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P.S.: Wenn, wie Sie ausführen, viele im Alltag versucht haben, die Nazis zu sabotieren, dann können "die Deutschen" folgerichtig nicht allesamt Nazis und damit schlecht und Verbrecher und Mörder gewesen sein, oder doch? Differenzierung ist das Stichwort und die Lösung für dieses Problem, wobei dieser Begriff ein "genaueres Unterscheiden von anderem" besagt. Bemühen Sie sich bitte, künftig zwischen "den Deutschen" und "den Nazis" zu unterscheiden, denn es wäre ein großer Fehler und respektlos gegenüber den Deutschen, die entweder zu jung oder aber hilflos, machtlos oder in irgendeiner Form im Widerstand waren, sie mit den Nazis in einen Topf zu werfen.
Livia008 (26.10.2007, 09:19 Uhr)
@Fox59Fire
Sie banalisieren mir die Geschichte zu sehr! Die Nazis waren keine vom Himmel gefallene Gangsterbande, die das deutsche Volk in Geiselhaft nahm. Wie Sie wissen haben sie 1933 die Reichstagswahlen gewonnen!
Es würde hier zu weit führen einen Exkurs vom Wilhelminismus über die missglückte Weimarer Republik hin zur Diktatur der Nationalsozialisten zu starten.
Aber: wir sollten uns schon fragen, warum das Ganze bei uns geschehen konnte. Warum bei uns das System noch vernichtender und krimineller (als z.B. in Italien) funktionierte. Und diese Fragen muss man nicht stellen, um Schuld auf sich zu häufen (oder wie immer man das nennen soll), sondern um Wirkungszusammenhänge zu realisieren. Das meine ich, mit "aus der Geschichte lernen".
(Nebenbei: viele haben im Alltag versucht die Nazis zu sabotieren. Den Mut aktiver Widerstandskämpfer zu sein hatten wenige - ich hätte ihn vielleicht auch nicht gehabt....)
Fox59Fire (25.10.2007, 23:59 Uhr)
@J.Stahl
Ich bin begeistert! Noch bis vor einigen Minuten habe ich nicht geglaubt, dass Sie zu derartigen Einsichten und Aussagen fähig sind. Ich stimme Ihnen gänzlich zu ... ganz ungewohnt! ;-) Trotz unterschiedlicher Meinungen bei so mancher Thematik sind doch gewisse Gemeinsamkeiten und ähnliche Ansichten zu erkennen. Außerdem empfinde ich es als sehr angenehm, wenn gewisse Bemerkungen, die auf den Bereich "unterhalb der Gürtellinie" zielen, gänzlich unterbleiben.
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Auch ich reagiere allergisch, wenn die Themen Hitler, Nationalsozialismus, Holocaust oder Antisemitismus idealisiert werden. Doch ebenso allergisch reagiere ich, wenn "den Deutschen" die alleinige Schuld und Verantwortung für die Gräueltaten des Nazi-Regimes verallgemeinernd zugesprochen werden. Differenzierung ist diesbezüglich enorm wichtig und - so wie ich glaube - der Schlüssel für eine gemeinsame Bewältigung der Geschehnisse und für ein ehrliches Verzeihen der Nachkommen der Opfer. Das die noch lebenden Überlebenden des Holocaust den Tätern des NS-Regimes und deren Helfern nicht oder nur schwerlich verzeihen können, ist verständlich. Doch wie heißt es so treffend: "Die Zeit heilt alle Wunden!" Aber es wird eine große Narbe bleiben und für eine lange Zeit an diese unbeschreibliche Sünde erinnern. Und das ist auch gut so!
Fox59Fire (25.10.2007, 23:33 Uhr)
Eine kleine Geschichte!
Und noch etwas zur Aussage von Livia008, wenn sie Jüdin wäre, ihre Familie, Bekannte und Freunde verloren und diesen wahnsinnigen Hass am eigenen Leibe erfahren hätte - sie wüsste nicht, ob sie "so verzeihen könnte, wie es die jüdischen Deutschen heute tun".
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Die Situation im Dritten Reich ist (grob) vergleichbar mit einem Banküberfall. Die Gangsterbande, die sich "Nazis" nennt, schießt in die Luft, die Anwesenden ducken sich erschrocken und voller Angst. Sie werden gezwungen, sich in eine Ecke zu setzen und die Klappe zu halten; sie werden zu Geiseln. Hält eine Geisel nicht den Mund oder stellt sich märtyrerhaft den Gangstern entgegen, wird sie exemplarisch erschossen. Nun haben die Geiseln noch mehr Angst und trauen sich noch nicht einmal mehr zu husten. Während die Gangster die Bankangestellten zwingen, das Geld rüber zu schieben und sich am erzwungenermaßen geöffneten Tresor zu schaffen machen, trifft die Polizei ein. Eine heldenhafte Bankangestellte hatte den roten Knopf an ihrem Schreibtisch unbemerkt und noch rechtzeitig drücken können. Verhandlungen mit der Polizei schlagen fehl, nur die Kranken und Kinder werden frei gelassen. Da Tage später noch keinerlei Fortschritte erzielt wurden, wird eine Spezialeinheit mit der Stürmung der Bank beauftragt. Das Risiko, das die Geiseln erschossen werden, wird billigend in Kauf genommen. Nachdem die Bank erfolgreich gestürmt wurde, werden die Schäden ermittelt und die Opfer gezählt. Tatsächlich haben mehrere Geiseln überlebt und werden in nahe gelegene Krankenhäuser abtransportiert.
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Und jetzt wird es interessant: Noch Jahre später verurteilt die Gesellschaft nicht nur die Gangester für ihr egoistisches, verbrecherisches und menschenverachtendes Tun, sondern auch die Geiseln und besonders die Bankangestellten, weil sie nichts gegen das Gangster-Regime unternommen haben und es sogar bei der Herausgabe der Gelder und der Öffnung des Tresors unterstützt und die Tötung Unschuldiger zugelassen haben. Obwohl die Geiseln gezwungenermaßen mitmachen oder sich ruhig Verhalten mussten, um ihr eigenes Leben zu retten, werden sie nun ebenfalls als Nazis bezeichnet. Man wirft ihnen vor, sich nicht gegen die Gangsterbande gewehrt zu haben und wirft ihnen indirekt auch den Tod vieler der Geiseln und der zu Tode gekommenen Polizisten des Einsatzkommandos vor. Noch 60 Jahre später meldet sich eine Organisation namens "ZdJ", die sich den Kampf gegen die Diskriminierung der Opfer auf ihre Fahnen schreibt, jedes Mal dann zu Wort, wenn in der Öffentlichkeit ein Wort aus der Terminologie der Gangsterbande fällt oder irgendjemand mit den Taten der Gangsterbande in Zusammenhang gebracht wird.
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Eine nette kleine Geschichte, die irgendwie doch sehr stark an das NS-Regime und dessen Untaten während des Dritten Reiches erinnert, oder? Ein echtes Armutszeugnis für diejenigen, welche die Geiseln überheblich und ignorant zu Tätern umfunktionieren, weil es viel einfacher ist, generell alle, die während des Banküberfalls im Inneren der Bank anwesend waren, für das Desaster verantwortlich zu machen und zu verurteilen, anstatt mühselig zu differenzieren, zu erkennen und zu verstehen!
J.Stahl (25.10.2007, 22:58 Uhr)
@fox
endlich sind wir mal einer meinung!mein opa meinte mit nazi die nazis im allgemeinen und nicht nur die partei.mein opa hat das nicht erst gegen ende des krieges erkannt sondern von anfang an und ich glaube nicht das seine mitsoldaten gleichgesinnte waren.nein,ich habe nie gesagt das mein opa ein held war weil er das gesagt hat.er hat es nur früher begriffen.die anderen leute fanden hitler toll bis es ihnen selbst schlecht ging.diese leute ignorierten auch das leid das er über die juden/verfolgten brachte.das sage ich da nicht nur juden verfolgt wurden.leider sind sehr viele kluge leute die gegen hitler waren hingerichtet worden,da stimme ich ihnen zu.leider gibt es bis heute noch leute die hitler und die damalige zeit verklären und gutheißen.dagegen bin ich allergisch.
Fox59Fire (25.10.2007, 22:33 Uhr)
@J.Stahl
Brauchen Sie mehr Publikum zur Äußerung Ihrer Ansichten? Betrachten Sie es doch einfach als einen Chat, in dem sich zwei Menschen gegenseitig ihre Meinung sagen. Ich kann die Aussage Ihres Opas, dass niemand gezwungen wurde, ein Nazi zu werden, nur bestätigen. "Nazi" ist die Kurzform von" Nationalsozialist" und meint das Mitglied der NSDAP, der "Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei", die als alleinige Partei im damaligen Deutschland ein Machtinstrument Hitlers war. Obwohl die Partei eine breite Zustimmung in allen gesellschaftlichen Schichten hate, war nicht jeder Deutscher automatisch ein Parteimitglied, also ein Nazi. Die NS-Diktatur gilt auch als" Gefälligkeitsdiktatur", in welcher sich Hitler und "die Partei die Zustimmung der Massen zu Krieg und Rassismus bzw. die Duldung dieser Verbrechen erkaufte." Das dein Opa trotz seiner negativen öffentlichen Äußerungen zu A. Hitler überlebt hat, ist bemerkenswert und zu beglückwünschen.
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Was das Verstecken von Juden (u.a.) betrifft, teile ich Ihre Meinung. Diese Taten waren sehr risikoreich, aber auch sehr mutig und bewundernswert. Leider war Menschlichkeit in dieser Zeit und unter diesem Regime nicht gefragt, doch fand sie trotz dessen zweifellos statt. Wenn Sie mit Charakter die Persönlichkeit und die Eigenheiten eines Menschen meinen, dann bin ich diesbezüglich ebenfalls Ihrer Ansicht. Doch wie gesagt: Ein guter und lobenswerter Charakter bewahrte bei wehrkraftzersetzenden Aussagen und Aktivitäten nicht vor einer Aburteilung und der Todesstrafe!
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P.S.: Das Ihr Opa für seine Äußerungen nicht sofort standrechtlich erschossen wurde, ist u.a. auch der Tatsache zu verdanken, das zum Ende des Krieges die Menschen, die Hitler für einen Idioten hielten, immer zahlreicher wurde. Und wenn man sich im Kreise von Gleichgesinnten derartig äußerte, dann musste man mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht mit einer Bestrafung rechnen. Dies allein ist jedoch noch keine Heldentat!
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