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7. Februar 2007, 12:20 Uhr

Kommunen wollen Dealer bleiben

Im Sommer läuft das Modellprojekt für die staatliche Abgabe von Heroin an Suchtkranke aus. Während die Städte weiter an den Heroinambulanzen festhalten wollen, plädiert die Unionsfraktion für billigeres Methadon.

Ein Pfleger hält in der Bonner Heroin-Ambulanz eine Heroinmedikation, bestehend aus einem Stauschlauch, Tupfer, Spritze, Kanüle und Pflaster in der Hand© Kirsten Neumann/DDP

Sieben Städte kämpfen weiter für die staatliche Abgabe von Heroin an Suchtkranke. Bei einem Treffen in Frankfurt am Main wollten Gesundheitspolitiker der Kommunen am Mittwoch mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD) über einen Fortbestand der städtischen Heroinambulanzen beraten. Die Ergebnisse sollten am Nachmittag auf einer Pressekonferenz veröffentlicht werden.

Kommunen wollen weiter Diamorphin

Die Kommunen wollen erreichen, dass das synthetische Heroin Diamorphin doch noch als Medikament zugelassen wird. Die Unions-Bundestagsfraktion lehnt dies bisher ab. Sollte es beim Nein der Union bleiben, läuft die kommunale Heroin-Behandlung zum 30. Juni aus. An dem bundesweiten Modellprojekt zur staatlichen Abgabe von Heroin hatten sich die Städte Frankfurt am Main, Bonn, Hannover, Karlsruhe, Köln, München und Hamburg beteiligt.

Die Ergebnisse des Modellprojekts seien eindeutig, hieß es in einer Mitteilung des Frankfurter Drogenreferats. Die heroingestützte Behandlung helfe langjährigen Drogenabhängigen, die an bisherigen Therapieformen gescheitert seien. Ihnen werde es erleichtert, sich aus dem Kreislauf illegaler Drogenbeschaffung und der Drogenszene zu lösen.

CDU ist das Projekt zu teuer

Die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing sprach sich im Vorfeld des Treffens für eine Fortsetzung des Heroin-Projekts aus: "Es wäre höchst fahrlässig, diese Menschen mit ihrer Drogenkrankheit allein zu lassen", sagte Bätzing der "Berliner Zeitung". Auch Frankfurts Gesundheitsdezernentin Manuela Rottmann plädierte für eine Fortsetzung des Projekts in der Stadt bis 2010. "Scheitert das, gehen wir notfalls vor Gericht", sagte die Grünen-Politikerin. Auch die Evangelische Kirche schaltete sich in den Streit ein und forderte die Union auf, die Arbeit der Heroinambulanzen fortzuführen.

In einem Brief forderte sie unter anderem die drogenpolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Maria Eichhorn, auf, die Heroinambulanzen fortzusetzen. Man solle die Menschenwürde aller Opiatabhängigen beachten, hieß es einem Bericht zufolge in dem Schreiben. Eichhorn betonte dagegen, die Behandlung mit Diamorphin sei drei Mal so teuer wie die Therapie mit dem sonst üblichen Substitut Methadon.

AP
 
 
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