19. September 2012, 15:30 Uhr

"Cinema for Peace" macht Rückzieher

Eingebettet in eine Diskussion über Meinungsfreiheit wollte "Cinema for Peace" den umstrittenen Mohammed-Schmähfilm in einem Berliner Kino zeigen. Jetzt gibt die Stiftung die Pläne auf.

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"Mohammed" (r.) ein lüsternder Trottel? So suggeriert es der anti-islamische Film "Die Unschuld der Muslime"©

Die Stiftung "Cinema for Peace" hat Pläne für die Aufführung des islamfeindlichen Videos in einem Berliner Kino nach ersten öffentlichen Protesten aufgegeben. Ursprünglich hatte sie geplant, bei einer Diskussionsveranstaltung am 1. Oktober auch Ausschnitte des Films "Die Unschuld der Muslime" zu zeigen. Das in den USA hergestellte Video, von dem bislang nur ein 14-minütiger Trailer bekannt ist, hatte in der islamischen Welt gewaltsame Proteste ausgelöst.

Die Stiftung hatte am Dienstagabend per E-Mail zu einer Veranstaltung im Berliner Kino Central über Rassismus und religiös motivierten Hass eingeladen. Neben dem Video sollten beispielsweise auch Ausschnitte aus dem Nazi-Film "Jud Süß" zu sehen sein, einem antisemitischen Spielfilm von 1940, den NS-Propagandachef Joseph Goebbels in Auftrag gegeben hatte. Es sei nicht neu, dass Hass auf andere Religionen durch einen Film transportiert werde. Am Mittwoch erklärte ein Sprecher jedoch, die Stiftung wolle "weder weitere Reaktionen noch eine weitere Verbreitung dieses Filmes unterstützen".

Die Bundesregierung prüft, ob eine Aufführung des in den USA produzierten Amateurfilms "Innocence of Muslims" in Deutschland verboten werden kann. Anlass dafür ist die Ankündigung der rechtspopulistischen "Bürgerbewegung pro Deutschland", den Film in einem Berliner Kino zeigen zu wollen.

mlr/Reuters/DPA
 
 
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