Einige europäische Zeitungen haben die Mohammed-Karikaturen nachgedruckt. In Frankreich wurde daraufhin ein Chefredakteur entlassen. Wie reagiert die europäische Medienlandschaft auf die Zeichnungen?

Die dänische Zeitung "Jyllands-Posten" vom 30.1.2006. Vier Monate zuvor veröffentlichte die Zeitung Karikaturen vom Propheten Mohammed© Torben Christensen/AFP
Unter der Schlagzeile "Voltaire hilf, sie sind verrückt geworden!" beschäftigt sich "France Soir" mit der feindlichen Reaktion aus der muslimischen Welt auf seinen Nachdruck der umstrittenen dänischen Mohammed-Karikaturen. Das Pariser Boulevardblatt ging nicht darauf ein, dass sein ägyptischer Verleger Raymond Lakah den "France-Soir"-Chef Jacques Lefranc wegen der Veröffentlichungen entlassen hat.
Die Meinungen in der europäischen Medienlandschaft gehen weit auseinander. Waren die Karikaturen eine unnötige Provokation oder sind sie als Satire wichtiger Bestandteil der Meinungsfreiheit?
Unterdessen haben bewaffnete Kämpfer der palästinensischen Organisation Fatah von den Regierungen Frankreich, Dänemark und Norwegen eine Entschuldigung gefordert. Dazu bezogen die Fatah-Kämpfer vor dem EU-Büro in Gaza-Stadt Stellung und erklärten es für geschlossen. Damit wollten sie gegen die Karikaturen protestieren. Sie riefen die Palästinenser zum Boykott von Waren aus den drei Ländern auf.
Die zwölf Zeichnungen waren im vergangenen Jahr erstmals in einer dänischen Zeitung erschienen. Sie wurden seitdem von einer norwegischen und einer französischen Zeitung nachgedruckt. In der muslimischen Welt löste dies zum Teil gewaltsame Proteste aus, weil dort die bildliche Darstellung Allahs und seines Propheten verboten ist.