. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
20. August 2009, 15:17 Uhr

Neuer Verdacht gegen RAF-Terroristin Verena Becker

Es ist eines der letzten großen Rätsel in der Geschichte der Roten Armee Fraktion: Wer erschoss 1977 Generalbundesanwalt Siegfried Buback? Jetzt kommt möglicherweise Licht ins Dunkel. Neue DNA-Untersuchungen lenken den Verdacht auf die RAF-Terroristin Verena Becker.

RAF, Buback, Mord, Becker, Verena Becker, Siegfried Buback

Die Leichen von Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seinem Fahrer Georg Wurster liegen nach den Todesschüssen am Tatort in Karlsruhe© Heinz Wieseler/DPA

Mehr als 30 Jahre nach dem Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback deuten neue DNA-Spuren auf die frühere RAF-Terroristin Verena Becker als mögliche Mittäterin hin. An den damaligen Bekennerschreiben der "Roten Armee Fraktion" wurde Genmaterial entdeckt, das nach einem neuen Gutachten eindeutig von ihr stammt, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Am Donnerstag hat die Polizei die Wohnung der 57-Jährigen durchsucht, die vor rund 20 Jahren aus der Haft entlassen worden war.

Nach Angaben der Behörde hat das Kriminaltechnische Institut des Bundeskriminalamts (BKA) Anhaftungen an mehrere Briefumschlägen untersucht, in denen eine Woche nach dem Attentat in Karlsruhe die Bekennerschreiben verschickt worden waren. Nach einem Gutachten vom Februar bestehe "kein Zweifel, dass die Beschuldigte die Verursacherin der Anhaftungen ist", heißt es in einer Mitteilung. Bei Spuren direkt auf zwei Bekennerschreiben, so habe ein weiteres Gutachten ergeben, könne Becker als Verursacherin nicht ausgeschlossen werden. Die Bundesanwaltschaft habe wegen der neuen Verdachtsmomente in den letzten Monaten eine Reihe von verdeckten Ermittlungsmaßnahmen veranlasst.

Mehr als 30 Jahre nach dem Mord an Buback und seinen beiden Begleitern am 7. April 1977 haben die Ermittlungen damit eine überraschende Wende genommen. Im Juli des vergangenen Jahres hatte eine DNA-Untersuchung die Ex-Terroristin, gegen die seit April 2008 ermittelt wird, zunächst entlastet: Spuren an einem Motorradhandschuh, einem Helm und einer Jacke, die nach der Tat gefunden wurden, stammten definitiv nicht von ihr.

Buback-Sohn fühlt sich bestätigt

Michael Buback, Sohn des ermordeten Generalbundesanwalts, hatte Becker aber immer wieder als mögliche Todesschützin genannt. Er stützte sich dabei unter anderem auf Zeugen, die auf dem Tat-Motorrad eine zierliche Person wie Verena Becker gesehen haben wollen.

Als unmittelbare Täter galten Christian Klar, Knut Folkerts sowie der - wegen schwerer Verletzungen nicht verurteilte - Günter Sonnenberg, als Rädelsführerin wurde Brigitte Mohnhaupt verurteilt. Bisher haben alle Beteiligten aber hartnäckig geschwiegen, auch zur Frage, wer damals geschossen hat.

Becker war einen Monat nach dem Mord an Buback zusammen mit Sonnenberg im süddeutschen Singen festgenommen worden; das Paar war im Besitz der Tatwaffe. Ein Ermittlungsverfahren gegen sie war Anfang der 80er Jahre aber eingestellt worden. Wegen der Schießerei bei ihrer Festnahme wurde Becker zu lebenslanger Haft verurteilt. 1989 wurde sie begnadigt.

DPA
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
LaoLu (30.08.2009, 02:04 Uhr)
Interessant
ist das Vorgehen der rechtsstaatlichen Organe in diesem unseren Lande.
Telefonüberwachung, Durchsuchung der Wohnung, irgendwas wird sich schon finden, was für den Haftbefehl reicht.
Und sei es die Niederschrift der Gedanken einer ehemaligen Terroristin...
LaoLu (30.08.2009, 01:20 Uhr)
Interessant
ist die Art, wie die Strafverfolgungsbehörden hier vorgehen:
Durchsuchen wir doch mal die Wohnung, es wird sich schon was finden, was einen Haftbefehl rechtfertigt.
Und seien es Gedanken einer früheren Terroristin, ob sie nun für das Opfer beten solle...
MEHR ZUM ARTIKEL
Buback-Anschlag Sohn bittet Ex-RAF-Terroristen um Aufklärung

Der Sohn des von der Roten Armee Fraktion ermordeten Siegfried Buback, Michael Buback, appelliert an die früheren RAF-Mitglieder, endlich den Mord an seinem Vater aufzuklären. Das Oberlandesgericht Stuttgart will heute bekanntgeben, ob der ehemalige Terrorist Christian Klar nach gut 26 Jahren Haft entlassen wird. mehr...

Michael Buback "RAF-Täter wurden gedeckt"

Anderthalb Jahre hat Michael Buback recherchiert. Der Sohn des ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback wollte wissen, wer im April 1977 seinen Vater wirklich erschossen hat. Im stern berichtet er, dass die wahre Mörderin für die Tat vermutlich nicht belangt wurde, weil der Verfassungsschutz sie deckte. mehr...

Die Sommerschule Der Deutsche Herbst

Auf offener Straße erschießt die RAF im April 1977 Generalbundesanwalt Siegfried Buback. Damit beginnt eine Mordserie, die die Republik verändert und als Deutscher Herbst in die Geschichte eingeht. Testen Sie in der Sommerschule, was Sie noch über das Terrorjahr wissen. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe