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10. März 2007, 13:18 Uhr

Kein Führerschein für Dauer-Müde

Chronisch schläfrige Autofahrer dürfen möglicherweise bald nicht mehr ans Lenkrad: Angeblich plant das Bundesverkehrsministerium neue Ausschlusskriterien bei der Führerschein-Vergabe, "auffällige Tagesschläfrigkeit" gehört dazu.

Allein 2005 gab es 1780 Unfälle wegen Übermüdung - Tendenz steigend© DDP

Unter Schlafattacken leidende Auto- und Lastwagenfahrer könnten schon bald das Steuer aus der Hand geben. Wie der Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart berichtete, plant das Bundesverkehrsministerium eine Ergänzung der Fahrerlaubnisverordnung. In die amtliche Beurteilung der Fahreignung soll demnach künftig auch die von krankhafter Müdigkeit ausgelöste Tagesschläfrigkeit aufgenommen werden. Die Konsequenz: Bei Schlafstörungen in Verbindung mit "auffälliger Tagesschläfrigkeit" könne die gesundheitliche Eignung als Voraussetzung zur Erlangung der Fahrerlaubnis in Frage gestellt werden.

Besonders berufliche Vielfahrer betroffen

Laut ACE hat der Gesetzgeber dabei insbesondere Lkw-, Bus- und Taxifahrer im Visier, die sich auch heute schon regelmäßigen medizinischen Untersuchungen zur Feststellung ihrer Fahrtüchtigkeit unterziehen müssten. Das Bundesverkehrsministerium beruft sich bei seiner Gesetzesinitiative auf Studien, wonach der Anteil ermüdungsbedingter Unfälle deutlich höher liegt als derjenige der amtlichen Unfallstatistik (2005: 1.780 Unfälle wegen Übermüdung), berichtete der Auto-Club weiter. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat laut ACE festgestellt, dass Übermüdung die zweithäufigste Unfallursache im Lkw-Güterverkehr ist.

Der ACE verwies auch auf Unfallforschungsergebnisse der deutschen Versicherungswirtschaft: Danach werden 24 Prozent der Lkw-Unfälle durch Einschlafen verursacht. Der Anteil der darin verwickelten Berufskraftfahrer sei entsprechend hoch. Dies habe aber nicht immer etwas mit der auch in der Reisebusbranche üblichen Missachtung von Lenk- und Ruhezeiten zu tun, betonte der ACE. Verkehrsmediziner gingen vielmehr von einer hohen Anzahl von Personen aus, die an krankhaften Schlafstörungen litten. Diese seien ein Verkehrssicherheitsrisiko.

Schlaf-Wach-Störungen oft unterschätzt

Unter behandlungsbedürftigen Schlaf-Wach-Störungen leiden schätzungsweise mehr als 10 Prozent der deutschen Bevölkerung, zitierte der ACE die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin. Ein Großteil dieser Störungen bleibe unerkannt, weil die damit verbundenen nächtlichen Atemstillstände vielfach nicht bemerkt würden. Patienten mit derartigen Erkrankungen hätten auf Grund übermäßiger Tagesschläfrigkeit ein erhöhtes Unfallrisiko.

Der ACE geht davon aus, dass bei Zustimmung des Bundesrates die geplante Änderung der Fahrerlaubnisverordnung noch in diesem Sommer in Kraft treten kann. Krankhafte Müdigkeit könne die gesundheitliche Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeugs beeinträchtigen, warnte der Club. ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner sagte: "Von Müdigkeitsattacken werden Autofahrer nicht nur gepeinigt, wenn sie nachts unterwegs sind. Besonders gefährlich wirkt die krankhafte Tagesschläfrigkeit. Statt darin aber ein Alarmzeichen zu sehen, wird diese Art von Müdigkeit von vielen noch verdrängt."

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