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Sind Terroristen noch in München? Polizei zeigt Präsenz in der Stadt

Sind die angeblichen Terroristen von München noch dort oder anderswo in Deutschland unterwegs? Und gibt es sie überhaupt? Nach dem Terroralarm der Silvesternacht läuft die Fahndung weiter.

Ein Polizist am Münchner Bahnhof - bewegungsverzerrtes Bild

Die Polizei in München zeigt weiter Präsenz. Auf der Suche nach mutmaßlichen Terroristen werden Hinweise der Bevölkerung ausgewertet

AFP

Nach dem Terroralarm in der Silvesternacht in München fahndet die Polizei weiter nach angeblichen potenziellen Attentätern aus Syrien und dem Irak. Dazu werden in den nächsten Tagen auch Hinweise aus der Bevölkerung kriminalpolizeilich abgearbeitet, wie ein Sprecher sagte. Außerdem wird die Polizei in der Landeshauptstadt auch am Samstag und Sonntag verstärkt Präsenz zeigen, obwohl die Behörden am Freitagmittag Entwarnung gegeben hatten. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte gesagt, es gebe gegenwärtig keine konkrete Anschlaggefahr mehr.

Nach Hinweisen befreundeter Geheimdienste hatten die Behörden am späten Silvesterabend den Hauptbahnhof sowie den Bahnhof im Stadtteil Pasing evakuiert. Es bestand der konkrete Verdacht, dass fünf bis sieben Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gegen Mitternacht Anschläge wie in Paris verüben wollten. Ob es die teilweise namentlich bekannten Verdächtigen überhaupt gibt, ist aber weiterhin unklar.


Hinweise schon vor Weihnachten

Der erste Hinweis auf die beiden Bahnhöfe - noch ohne Details zu Namen der Verdächtigten und Zeitpunkt - kam laut "Süddeutscher Zeitung", WDR und NDR bereits spätestens am 23. Dezember, also noch vor Weihnachten. Er wurde zunächst jedoch für unwahrscheinlich gehalten. Die Informationen verdichteten sich dann aber, ein Hinweisgeber aus dem Irak wurde dort vom Bundesnachrichtendienst befragt. Entsprechende Berichte der drei Medien wurden inzwischen bestätigt.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA kam ein Hinweis vor ein paar Tagen aus den USA. Den deutschen Sicherheitsbehörden lagen auch aus dem Geheimdienstbereich detaillierte Informationen zu Namen, Orten und einem möglichen Tatablauf vor. Die ganz konkrete Warnung für die Silvesternacht wurde nach Angaben der Münchner Polizei dann an Silvester vom französischen Geheimdienst übermittelt.

Angebliche Unterkunft in einem Hotel

Die angeblichen Täter sollten laut "Süddeutscher Zeitung" in einem Hotel in der Innenstadt untergekommen sein, waren aber nicht zu finden. Das ZDF berichtete, ein Abgleich der Namen mit Anti-Terror-Datenbanken habe keine Treffer ergeben.

An Neujahr gab es in München dann nach den Worten des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann keine ganz konkrete Anschlagsgefahr mehr. Die Sicherheitslage sei nun nicht viel anders als zuletzt nach den Attentaten in Paris von Mitte November. Einige der in der Silvesternacht eingesetzten 550 Beamte wurden wieder abgezogen, es waren aber noch etwa 100 Einsatzkräfte zusätzlich im Dienst.

De Maizière: Engere Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will Konsequenzen aus dem Terroralarm in München ziehen und sich für eine engere Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten einsetzen. Angesichts der weiterhin ernsten Sicherheitslage werde es künftig "noch intensiver als bisher darauf ankommen, dass wir mit den Sicherheitsbehörden anderer Staaten eng zusammenarbeiten", sagte de Maizière der "Bild"-Zeitung. Auch Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) warb dafür.

"Auch im neuen Jahr bleibt die Lage sehr ernst", sagte de Maizière der "Bild". Der Informationsaustausch mit ausländischen Sicherheitsbehörden sei daher wichtig.

dho/DPA/AFP
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