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Schäuble-Karikatur entlarvt Doppelmoral in der CDU

Eine griechische Karikatur von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble empört wegen Nazi-Anspielungen einige in der CDU. Vier Wochen nach "Charlie Hebdo" zeigen sie eine bemerkenswerte Doppelmoral.

Ein Kommentar von Thomas Krause

  Diese Karikatur von Wolfgang Schäuble ist in der griechischen Syriza-Parteizeitung erschienen. Der Text lautet: "Die Verhandlung hat begonnen: Wir bestehen darauf, Seife aus eurem Fett zu machen ... wir diskutieren nur über Düngemittel aus eurer Asche."

Diese Karikatur von Wolfgang Schäuble ist in der griechischen Syriza-Parteizeitung erschienen. Der Text lautet: "Die Verhandlung hat begonnen: Wir bestehen darauf, Seife aus eurem Fett zu machen ... wir diskutieren nur über Düngemittel aus eurer Asche."

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Wehrmachtsuniform und mit Sprechblasen mit Bezug auf die Konzentrationslager der Nazis: Schäubles Sprecher Martin Jäger hat eine in der Parteizeitung der griechischen Regierungspartei "Syriza" veröffentliche Karikatur des deutschen CDU-Politikers scharf kritisiert.

"Diese Karikatur ist widerwärtig. Und der Autor dieser Karikatur sollte sich schämen", sagte Jäger am Freitag in Berlin. Es gelte das Prinzip der Meinungsfreiheit. "Ich nehme jetzt diese Meinungsfreiheit auch mal für mich persönlich in Anspruch."

Auf dem Bild der "Syriza"-Zeitung werden Schäuble unter der Überschrift "Die Verhandlung hat begonnen" folgende Worte in den Mund gelegt: "Wir bestehen darauf, Seife aus Eurem Fett zu machen." Und: "Wir diskutieren nur über Düngemittel aus Eurer Asche."

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Jan-Martin Luczak empört sich via Twitter über die griechische Karikatur.

Freiheitliche Werte oder Doppelmoral?

Dabei ist es keinen Monat her, dass Luczak sich ebenfalls via Twitter über die Solidaritätsdemos nach dem Attentat auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" gefreut hatte. Wir erinnern uns: Islamistische Attentäter erschossen insgesamt zwölf Mitarbeiter Pariser Zeitung, weil das Satire-Blatt mehrfach Karikaturen des Propheten Mohammed veröffentlicht hatte.

Vor vier Wochen also forderte auch die CDU von Muslimen ein, Satire und Karikaturen auszuhalten. Doch wenn Wolfgang Schäuble von einem Karikaturisten aufs Korn genommen wird, will man das in der CDU offenbar nicht hinnehmen. Es ist nicht der erste und es wird nicht der letzte Nazi-Vergleich sein, den wir Deutschen zu sehen kriegen. Das darf man geschmacklos finden. Aber das muss aushalten, wer ernsthaft für freiheitliche Werte einstehen will. Sonst legt man eine Doppelmoral an den Tag wie einige Herren von der CDU.

mit DPA
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