Nach dem Tod von vier Soldaten innerhalb weniger Tage hat der Wehrbeauftragte des Bundestages die Ausrüstung der Bundeswehr kritisiert. Es würden vor allem Spezialfahrzeuge gegen Sprengfallen gebraucht.
Nach dem erneuten Tod eines deutschen Soldaten in Afghanistan macht der Wehrbeauftragte des Bundestages Mängel bei der Ausrüstung mit dafür verantwortlich, dass Bundeswehrsoldaten Sprengfallen in Afghanistan nicht rechtzeitig orten und entschärfen können. "Eine entscheidende Schwachstelle sind immer noch die fehlenden Möglichkeiten, tödliche Sprengfallen rechtzeitig zu erkennen und zu beseitigen", sagte Hellmut Königshaus der "Allgemeinen Zeitung" aus Mainz. Die Bundeswehr war am Donnerstag zum dritten Mal innerhalb weniger Tage Ziel eines tödlichen Angriffs geworden. Bei dem Anschlag mit einem selbstgebauten Sprengsatz in der Provinz Baghlan wurde ein Soldat getötet, zudem gab es fünf Verletzte.
"Das entscheidende Problem ist, dass wir immer noch nicht in der Lage sind, diese Sprengfallen rechtzeitig zu orten und unschädlich zu machen", sagte Königshaus. Im Gegensatz zu den deutschen Soldaten verfügten beispielsweise die US-Streitkräfte über schweres Gerät zum Aufspüren und Beseitigen von Sprengfällen aus geschützten Fahrzeugen heraus, sogenannte Route Clearance Packages. "Ich habe bereits vor einem Jahr dafür gefordert, solche gepanzerten Spezialfahrzeuge mit Roboterarm auch für unsere Truppen einzuführen und in Afghanistan einzusetzen", sagte der Wehrbeauftragte.
Die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan sollen den Angaben nach 2012 vergleichbares Gerät aus Deutschland erhalten. "Jeder Tag Wartezeit ohne solche Spezialfahrzeuge ist aber ein Tag zu viel", sagte Königshaus. Angesichts der sich häufenden Anschläge auf deutsche Soldaten mahnte er zur Besonnenheit: "Wir erleben im Moment in Afghanistan eine sehr, sehr bittere Zeit. Aber wir sollten jetzt trotz allem Ruhe und Nerven bewahren."