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18. Juli 2010, 15:38 Uhr

Ermittlungen gegen Kommandeure

Es ist der bislang erste Fall seiner Art in Deutschland: Die Mutter eines im April in Afghanistan getöteten Soldaten hat Strafanzeige gestellt. Gleich drei Staatsanwaltschaften nehmen nun Vorermittlungen gegen die zuständigen Kommandeure auf.

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Sie stehen fast täglich unter Beschuss: Bundeswehrsoldaten in Afghanistan© Maurizio Gambarini/DPA

Auf die Strafanzeige der Mutter eines in Afghanistan gefallenen Soldaten prüfen nun drei Staatsanwaltschaften unabhängig voneinander, ob eine unzureichende Einsatzplanung für den Tod des Feldwebels am Karfreitag bei Kundus verantwortlich ist. "Wir haben die Vorermittlungen wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung an die zuständigen Staatsanwaltschaften abgegeben", sagte ein Sprecher der Strafverfolgungsbehörde in Potsdam am Montag, wo die Strafanzeige eingegangen war.

Mutter wirft schweres Versagen vor

Der Anfangsverdacht wird nun von der Staatsanwaltschaft in Berlin wegen des dort ansässigen Bundesverteidigungsministeriums geprüft, sowie von den Staatsanwaltschaften in Oldenburg und Regensburg wegen des dienstlichen Wohnsitzes der zuständigen Kommandeure.

Der 35-jährige Nils Bruns war am 2. April während eines Feuergefechts mit Taliban durch einen Sprengsatz getötet worden, im selben Gefecht wurden zwei weitere Bundeswehr-Soldaten getötet.

Die Mutter wirft der Bundeswehr einem "Spiegel"-Bericht zufolge schweres Versagen vor: Man habe die Einheit ihres Sohnes "unter bewusster Versagung militärischer Hilfe verrecken lassen", heißt es demnach in dem fünf Seiten langen Schreiben. Demnach waren die Soldaten mit unzureichender Ausrüstung und ohne Helikopter-Unterstützung zu der Mission geschickt worden, obwohl sie auf dem Weg zu anderen Soldaten waren, die ebenfalls angegriffen worden waren.

Vier Soldaten verletzt

Unterdessen sind erneut vier Bundeswehrsoldaten bei einem Anschlag leicht verletzt worden. Wie das Einsatzführungskommando am Montag in Potsdam mitteilte, schweben die Soldaten nicht in Lebensgefahr. Ihr Transportpanzer "Fuchs" war in den frühen Morgenstunden etwa zwölf Kilometer südwestlich von Kundus auf eine Sprengfalle von Aufständischen gefahren. Das beschädigte Fahrzeug wurde geborgen.

mre/AFP
 
 
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