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15. Dezember 2009, 17:10 Uhr

SPD in Bayern fordert Neuwahlen

Nach dem Milliarden-Debakel der BayernLB in Österreich stehen die CSU und die Regierung von Ministerpräsident Horst Seehofer schwer unter Beschuss. Die Opposition kritisiert den Rücktritt von Bankchef Michael Kemmer als Ablenkungsmanöver. Die SPD verlangt Neuwahlen.

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"Unfähige Politiker" der CSU hätten Milliarden verbrannt: SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher (vorne) attackiert die Regierung von Ministerpräsident Seehofer (hinten)© Andreas Gebert/DPA

Die BayernLB ist ihre österreichische Skandaltochter Hypo Group Alpe Adria (HGAA) los - und der CSU bleibt ein toxisches Erbe. 3,7 Milliarden Euro Verlust hat die staatliche Bank unter den Augen des jahrelang CSU-dominierten Verwaltungsrats den bayerischen Steuerzahlern mit ihrem gescheiterten Balkan- Experiment eingebrockt. Toxisch sind nicht nur die finanziellen, sondern auch die politischen Folgen. "Versager tragen ein Logo mit drei Buchstaben: CSU", schleudert SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher der CSU am Dienstag im Landtag entgegen - und fordert Neuwahlen in Bayern."Geben Sie die Herrschaft des Landes bitte wieder zurück in die Hände des bayerischen Volkes", sagte er in seiner Antwort auf eine Regierungserklärung von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Seehofer hatte darin zugesagt, die Probleme der BayernLB zu lösen.

Seehofer gab seine Regierungserklärung zum Verkauf der bisher zur BayernLB gehörenden österreichischen Bank Hypo Alpe Adria (HGAA) ab. Österreich verstaatlicht die HGAA, die mehrheitlich staatliche BayernLB verzichtet gleichzeitig auf 825 Millionen Euro Forderungen von ihrer bisherigen Tochter. Bankchef Michael Kemmer hatte am Montag auf Druck der Staatsregierung seinen Posten zur Verfügung gestellt. Er kam so einem Rauswurf zuvor.

Seehofer nannte dies ein "Debakel". "Es ist zu keinerlei Schönrederei Anlass", sagte Seehofer. Gleichzeitig sagte er zu, die Hintergründe umfassend aufzuklären. Er sehe seine Landesregierung in einer "Aufklärungs- und Informationspflicht". Außerdem bekräftigte er seine Ankündigung, dass der Freistaat sich von der BayernLB trennen will. Trotz monatelanger intensiver Bemühungen hat Bayern aber bisher keinen Interessenten gefunden. SPD-Landtagsfraktionschef Rinderspacher sagte, bei der BayernLB handle es sich um einen Skandal, der als Schandfleck in die Geschichte Bayerns eingehen werde. "Unfähige Politiker" der CSU hätten Milliarden verbrannt. Das Logo CSU sei inzwischen ein "Markenzeichen für finanzpolitischen Dilettantismus".

Seine Forderung nach Neuwahlen begründete Rinderspacher damit, dass die CSU die Menschen in Bayern im Jahr 2008 "nach allen Regeln der Kunst" über die wirtschaftliche Lage belogen habe, um an der Macht zu bleiben. Es handle sich um eine "dreiste Wählertäuschung", ohne die die CSU "nie und nimmer über 40 Prozent gekommen" wäre. CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich sagte vor Journalisten in Berlin zur BayernLB, "die Sache ist sehr unschön". Dies zeige, "dass Politik in ihrer Gesamtheit nicht unbedingt geeignet ist, das Bankgeschäft erfolgreich zu betreiben". Alle Landesbanken erbrächten derzeit den Beweis, dass sie keine besseren Banker seien als die Privatbanken. Grünen-Fraktionschef Sepp Daxenberger sagte, zum Desaster der BayernLB sei es gekommen, "weil die CSU das große Rad drehen wollte". Der frühere Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) habe immer davon gesprochen, Champions League zu spielen. "Man kann eben nicht bestehen in der Champions League mit Kreisligaspielern."

Österreichs Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) kündigte unterdessen an, nach der Verstaatlichung der HGAA penibel nach den Gründen für deren Schieflage zu suchen. Es werde jeder Beleg, jeder Vorgang, jede Verantwortung in dieser Bank beleuchtet. Pröll kündigte an, dass dazu eine Sonderkommission eingerichtet werde.

Der Milliarden-Deal der BayernLB mit der HGAA im Jahr 2007 war vom Verwaltungsrat der Landesbank gebilligt worden. In dem Gremium saßen damals mehrere prominente CSU-Politiker, darunter der damalige Innenminister Günther Beckstein, der damalige Wirtschaftsminister Erwin Huber und der heutige Fraktionschef Georg Schmid.

AFP/DPA
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
tannebaum (16.12.2009, 15:25 Uhr)
neuwahlen?
so etwas wäre dumm, denn ist die spd nicht schon genug gestraft worden? auch wenn es nicht für csu allein gereicht hatte, dass lag ja kaum an der spd. die war irre schlecht und einzig die freien wähler machten damals allen die suppe salzig.

nun, die freien wähler ist out. die spd würde noch schlimmer abschneiden und die csu wäre der gewinner und alleingewinner. denn eines muss man den bayern zugestehen, wenns den richtig dreckig geht, dann sagen die sich nur: jetzt erst recht!
delsa (16.12.2009, 11:44 Uhr)
Neuwahlen
Man kann zehn mal Wahlen in
Bayern abhalten, die Sozis kommen nie auf'nen grünen Zweig! Wann wollen sie dies
kapieren !
fotoluchs (16.12.2009, 07:57 Uhr)
Teil des Problems
Was brächten Neuwahlen für die bayerische SPD denn ein ? Richtig, nix ! Der Wähler hat nämlich erkannt, dass die Parteien unisono Teil des Problems sind.
Dirk_37 (16.12.2009, 07:26 Uhr)
SPD will Neuwahlen?
Dieser Looserverein, der sich allenfalls in bayern über Randthemen ins gerede bringt, sollte wirklich mal den Rand halten. Ja, was da passiert ist, ist eine große Sauerei. Dennoch hat gerade Bayern der Politik der CSU der vergangenen Jahrzehnte es zu verdanken, die Nummer 1 in Wirtschaftsangelegenheiten zusammen mit BW zu sein! Und dann sehen sich alle Lästermäuler mal bitteschön die "Erfolgsbilanzen" der rot-regierten Länder aus. Ja wandert´s doch aus, wenns euch da so gefällt! MfG Dirk
Prologo (16.12.2009, 01:22 Uhr)
Wiedergutmachung oder Abtretung!
Abtretung ist angesagt. Von allen CSU Nachfolgebonzen, welche ihre Lichtgestalt Stoiber entsorgt haben.

Aber das wichtigste haben die Meuchelmörder übersehen. Das Stoiber Kartell ist in Rente. Und die Drecksarbeit müssen sie für den Königsmord selbst auslöffeln. Das haben sie jetzt davon.

Hätten sie das Kartell Stoiber noch am Leben gehalten, dann wären sie nicht die Schuldigen am LB Desaster und am finanziellen Ruin von Bayern.

Aber die Machtgier hat sie jetzt an den Pranger gebracht. Übereifer schadet nur.

Jetzt gehts looos, jetzt gehts looos, wenn die SPD in Bayern nicht wieder alles versaut.

MfG,
T.
Prologo (16.12.2009, 00:32 Uhr)
Das Stoiber Kartell muss zur Verantwortung gezogen werden!
Das muss man sich mal vorstellen.
Büchergeld und Studiengebühren hat Stoiber und Konsorten eingeführt.

Die Kindergartenkosten in Bayern sind die höchsten in Deutschland und wir haben viel zu wenig Kindergartenplätze in Bayern.

Und als Aufsichträte der Landesbank haben sie sich tausende Bonuszahlungen oder Aufsichtsratsvergütungen einverleibt.
Und sie haben Milliarden Verzockung zugelassen!

Nein, liebe CSU Maffia, so geht das nicht.

Die Studiengebühren werden in Bayern sofort abgeschafft. Ansonsten werdet ihr abgeschafft. Ihr, die Nachkommen des Betrüger Kartells der CSU.

Und noch vieles Anderes wird gemacht.
Kindergärten kostenlos. Ist doch klaro.
Schulkost für zehn Jahre kostenlos.

Das haben diese Dilletanten alles versaut!

Neuwahlen sind das richtige Gegenmittel.

MfG,
T.
tatanuna (15.12.2009, 23:24 Uhr)
Jo moi, was wollt ihr denn,
die CSU ist dem Herrgott so nah, aber der Dummheit viel näher.
Helmers (15.12.2009, 21:00 Uhr)
Wir fordern eine Aufkklärung!
Gestern so heute Zusachlag der LB-Verantworlichen der Baern LB, es wird Zeit, dass die Machenschaften unserer Regierung in Bayern untersucht werden. Jeder österreichische Journalist, wie zu sehen war, hat die Gefährlichkeit der Übernahme erkannt, nur unsere Experten nicht. Herr Faltelhauser, sie sind der Verantworltiche Minister und müssen mit Kürzungen ihrer Bezüge rechnen ebenso wie Herr Stoiber und Herr Beckstein als Zwilling mit Herrrn Huber, da sie diese Geschäfte eingefädelt haben, zusammen mit dem Rechtspopulisten Haider-postum, wir fordern Afkläfung als Steuerzahler und zwar sofort. Wo bleibt der Staatsanwalt, der wieder alles einstellen wird?
omaha (15.12.2009, 18:37 Uhr)
Dreist
Jeder kleine Ladendieb wird in Bayern vor Gericht gestellt, und was passiert mit diesen Typen Kemmer Beckstein Fraktionschef schmid, die gehen mit einer hohen Pension in den Ruhestand. diese Kerle sind schuld , das jeder Bayrische steuerzahler für dieses Debakel mit 1000 Euro gerade stehen muß. Diese mi... kerle sollen büßen, und nicht noch mit einer hohen Pension belohnt werden.
Aber es wird nichts in diesem koruptem Drecksstaat passieren, es ist verachtenswert, und diese CSU habe ich gewählt
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