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10. Mai 2010, 12:34 Uhr

Linke stellt Bedingungen für Regierungsbeteiligung

Große Koalition oder Drei-Parteien-Bündnis? Nach der NRW-Wahl sind CDU und SPD auf Partnersuche. Oskar Lafontaine lehnt eine Tolerierung von Rot-Grün ab, und auch für eine Koalition mit beiden stellt der Linkenchef Forderungen.

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Freude bei den Linken: Mit 5,6 Prozent der Stimmen zieht die Partei in NRW in den Landtag ein© Berthold Stadler/DDP

Die Linke wird sich nach Aussage ihres Bundesvorsitzenden Oskar Lafontaine in Nordrhein-Westfalen nicht auf eine Tolerierung einer rot-grünen Minderheitsregierung einlassen. Für Gespräche darüber gebe es "keine seriöse Grundlage", sagte er vor einer Sitzung des Parteivorstandes in Berlin.

Für eine rot-rot-grüne Koalition stellte Lafontaine vor allem eine Bedingung: Eine neue Regierung in Nordrhein-Westfalen dürfe keinen Sozialabbau im Bundesrat mittragen. "Denn jetzt geht es ja um die Frage: Wer bezahlt die vielen Milliarden, mit denen Frau Merkel operiert derzeit", sagte der scheidende Parteichef.

Linken-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch lehnte eine Tolerierung dagegen nicht grundsätzlich ab. "Dort wird im Moment weder was ausgeschlossen noch sonst irgendwas", sagte er. "Der Ball liegt jetzt bei der SPD. Die muss sich verständigen."

Gerüchte, nach denen die SPD in Nordrhein-Westfalen versuche, Abgeordnete der Linken abzuwerben, bezeichnete Lafontaine als "Unfug". "Zu solchen Parolen nehmen wir keine Stellung." Die Linke hatte bei der Wahl am Sonntag 5,6 Prozent der Stimmen erhalten und zieht damit in den siebten westdeutschen Landtag ein.

Grüne sind uneins über die Ampel-Koalition

Die Grünen in NRW wollen indes nicht nur über Rot-Rot-Grün, sondern auch über die Bildung einer Ampel-Koalition mit SPD und Liberalen verhandeln. "Wir sind natürlich auch bereit, mit der FDP zu sprechen", sagte Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann am Montag in der ARD. "Uns geht es allein darum, Inhalte umzusetzen." Landesparteichef Arndt Klocke nannte die Umsetzung von Rot-Grün-Gelb wegen programmatischer und personeller Unverträglichkeiten mit der FDP hingegen unwahrscheinlich.

Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle will die Entscheidung über eine mögliche Ampel-Regierung in Nordrhein-Westfalen dem dortigen Landesverband überlassen. Diese Frage müsse man "vor Ort bewerten und entscheiden", sagte der Außenminister am Montag in Berlin. Er habe "volles Vertrauen in die nordrhein- westfälische FDP".

SPD soll Regierungsfähigkeit der Linken klären

Bei der Linkspartei muss nach Ansicht von Grünen-Politikerin Löhrmann ausgelotet werden, ob sie überhaupt bereit sei, Verantwortung zu übernehmen. Die Aussagen der Partei im Wahlkampf und in ihrem Programm wiesen nicht darauf hin, sagte sie. Zunächst aber müsse die SPD klären, ob eine Regierung mit der Linkspartei vorstellbar sei.

Eine Jamaika-Koalition mit CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen lehnte Grünen-Bundeschefin Claudia Roth ab: "Wir sind nicht bereit, der Mehrheitsbeschaffer zu sein für Schwarz-Gelb." Auch eine Minderheitsregierung mit der SPD, die von der Linkspartei toleriert werde, komme für die Grünen nicht infrage. "Ansonsten sind wir gesprächsbereit." Die Grünen seien bereit für einen Politikwechsel in Nordrhein-Westfalen. "Die SPD muss dafür jetzt den Fahrplan ausgeben", forderte Roth.

Trotz der großen Gewinne der Grünen bei der NRW-Landtagswahl am Sonntag würde weder die Wunschkoalition Rot-Grün noch ein schwarz-grünes Bündnis über eine Mehrheit im neuen Düsseldorfer Landtag verfügen. Rechnerisch möglich sind ein rot-rot-grünes und ein rot-gelb-grünes Bündnis. Außerdem ist eine große Koalition von CDU und SPD denkbar.

CDU-Bundespartei fordert Große Koalition

Auf Bundesebene wird in der Union unterdessen der Ruf nach einer Bildung eben dieser großen Koalition in NRW laut. "Wir brauchen eine solide Regierung", sagte Saarlands Ministerpräsident Peter Müller in Berlin. Auch Thüringens Regierungschefin Christine Lieberknecht und Junge-Union-Chef Philipp Mißfelder plädierten für eine Koalition aus CDU und SPD. Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer sprach sich in München ebenfalls dafür aus.

Bei der Landtagswahl zwischen Rhein und Weser stürzte die CDU auf nur noch 34,6 Prozent der Stimmen - ein Verlust von 10,2 Prozentpunkten. Die SPD kam auf 34,5 Prozent, womit sie 2,6 Punkte verlor. Die Grünen konnten mit 12,1 Prozent ihren Anteil fast verdoppeln, die FDP kletterte nur leicht auf 6,7 Prozent. Die Linken kamen auf 5,6 Prozent. Damit stellen CDU und SPD künftig jeweils 67 Abgeordnete, die Grünen 23, die FDP 13 und die Linke elf.

P.S. Was sagen Sie zu dem Ergebnis der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen? Wer soll nun mit wem koalieren? Und was bedeutet das Resultat für Berlin und die Bundespolitik. Diskutieren Sie mit uns auf unserer stern.de-Facebookseite

DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 35)
 
tannebaum (11.05.2010, 07:54 Uhr)
@prologo
ach, nun tun sie so, als wäre ihre beschränkte intelligenz gar nicht echt, sondern sie wollten mich mit ihren dümmlichen rechenbeispielen nur reinlegen?

ich bitte sie, wer soll denn den mist glauben. so voller euphorie wie sie die linken verteidigen und permanent allen unterstellen, dass land will rot rot grün...

nene, dass nimmt ihn keiner ab. zumal auch hier wieder nur deutlich wird, dass fakten fehlen und den rest sie sich selbst ausdenken und dann als tatsache verkaufen wollen. ist ja nicht das erste mal.
Prologo (10.05.2010, 23:08 Uhr)
1
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Prologo (10.05.2010, 21:06 Uhr)
@dannebaum, Ich freue mich echt, ....

....dass Sie sich so veralbern lassen.

Sie fallen ja wirklich noch auf alles rein.
Entweder liegts am hohen Alter, oder Sie sind nach der Lehre gleich in Rente gegangen??

MfG,
T.
tannebaum (10.05.2010, 20:06 Uhr)
@Prologo
77% ??? nichtwähler eingerechnet???

na, wenn sie so rechnen, dann sind ja 98,2% aller nrw-wähler keine freund der linken. muhahahahha, dann ist das ja ne richtige antipartei!!!!!

seit wann rechnet man denn nichtwähler mit ein. mein gott, was sie alles vom stapel lassen.

dann haben wir nämlich in berlin einen bürgermeister (olle wowi) den nicht mal 21% der gesamtberliner wollten. demnach hätte der nicht das recht zu dem amt, denn nicht mal ein drittel hat den gewählt...

verstehe ich sie da richtig? ist das ihre weltauffassung????
tannebaum (10.05.2010, 20:03 Uhr)
@auwei
jetzt lehnen sie sich weit aus dem fenster... sozialdemokraten sind demokratisch. also diese leute, die westen mitgestaltet haben und im osten zwangsfusioniert zur sed wurden. oder wenn sie nicht wollten, im zuchthaus oder im todeskeller landeten...

und wirklich linke (also solche mit wirtschaftsplänen a la gysis linke) haben jede staatswirtschaft gegen den baum gefahren. alle!!!
auwei (10.05.2010, 16:57 Uhr)
@tannebaum
Zitat: "ich bin kein freund der cdu, aber ich kenne auf der anderen seite kein land der welt, so eine linke regierung wohlstand brachte. alles endete im bankrott. daher bin ich sehr, sehr skeptisch." Achtung! Jetzt lehnen Sie sich weit aus dem Fenster. Das ist eine Definitionsfrage. Erstens hat die Sozialdemokratie qua sozialem Frieden und Verteilungsgerechtigkeit in vielen Ländern maßgeblichen Anteil an Fortschritt und Wohlstand. Zweitens hat eine "rechte" Regierung genauso oft in den Ruin geführt (qud erat demonstrandum). Und drittens kommt es auf die Umstände an: Vielen Bolivianern und Venezuelanern (dass Chavez etwas schräg ist, finde ich allerdings auch) geht es heute besser als unter den rechten Oligarchen. Zum Beispiel. Vielen US-Amerikanern ging es am Ende der Periode Reagan und Bush II schlechter als vorher. Dto. Thatcher. Es ist immer eine Sache der Fragestellung und der Prioritäten...
Prologo (10.05.2010, 16:28 Uhr)
@dannebam, Sie haben recht, es waren nur 77 %, ...
...welche schwarz/gelb abgewählt haben.
Rechnen Sie die Nichtwähler und alle die anders gewählt haben zusammen,
falls Sie das mit Ihrer Bildung noch hinkriegen.
MfG,
T.
nightmare_online (10.05.2010, 16:27 Uhr)
@tannebaum
Ist aber seltsam, das die SPD-Rechte ausschliesslich aus Verlierern besteht, aus Leuten die vom Wähler abgewatscht wurden, nicht? Clement ist ja inzwischen weg, aber dem Absturz in NRW folgte die Berufung nach Berlin. Steinbrück brachte es sogar fertig, NRW an die CDU zu verlieren - anschliessend gings dann nach Berlin. Gabriel verlor Niedersachen - und zack - ab nach Berlin. Steinmeier fuhr für die SPD das schlechteste Resultat nach 1949 ein - und wurde prompt Fraktionsvorsitzender. etc. pp.
Wahlen für die SPD gewonnen haben in den letzten 12 Jahren genau 3 Leute: Kurt Beck, Andrea Ypsilanti und Matthias Platzeck.
Beck und Ypsilanti wurden von der SPD-Rechten entsorgt, mal sehen was die sich für Platzeck ausdenken.
Das Motto des Rechten Flügel der SPD lautet wie immer "Egal wie die Prügel ausfallen, die der Wähler uns gibt, wir fallen immer auf die Füsse".
Und - übrigens: Nahles als "SPD-Linke" zu bezeichnen, ist schon niedlich. Die Frau hat alles, aber wirklich alles abgesegnet, was Schröder & Co. beschlossen haben. Die Frau ist genauso "links" wie es Clement oder Schröder ist / war.
Achja: Und das Wowi einer der unbliebtesten SPD-Politiker ist, ist schlicht und ergreifend eine Lüge.
Bitte-sachlich (10.05.2010, 16:19 Uhr)
@tannebaum
Die Stasi-Diskussion findet in Brandenburg statt. In NRW geht es um was anderes als um die DDR und deren Erbe. Sie wollen das die CDU mit der SPD koaliert? Wegen der Altnazis in der CDU? Hören Sie doch mit den unnützen Politikverboten auf. Wenn es was zu bestrafen gibt in irgendeiner Richtung, dann überlassen Sie das lieber den Gerichten und Anwälten.
tannebaum (10.05.2010, 16:16 Uhr)
@auwei
richtig. die fdp hat auch höchtens eine henkelfunktion. aber eine, die als koaltionspartner attraktiver ist. das macht sie wertvoller.

die linke hat sich bisher vor der verantwortung gedrückt oder versagt...

ich bin kein freund der cdu, aber ich kenne auf der anderen seite kein land der welt, so eine linke regierung wohlstand brachte. alles endete im bankrott. daher bin ich sehr, sehr skeptisch.
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