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26. Januar 2010, 08:41 Uhr

Linke versucht die doppelte Doppelspitze

Nun ist es offiziell: Nach dem Abgang Oskar Lafontaines soll die Linke künftig von Klaus Ernst und Gesine Lötzsch geführt werden. Auch der Posten des Bundesgeschäftsführers wird doppelt besetzt.

Linkspartei, Lafontaine, Bisky, Gysi, Lötzsch, Ernst, Parteispitze

Er stammt aus dem Westen, sie aus dem Osten: Klaus Ernst und Gesine Lötzsch werden in Zukunft an der Spitze der Linkspartei stehen© Karlheinz Schindler/DPA

Die Ostdeutsche Gesine Lötzsch und der aus Bayern stammende Klaus Ernst sollen die Linkspartei nach den Querelen der letzten Wochen aus der Krise führen. Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi bestätigte am Dienstag in Berlin, dass die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Lötzsch, 48, und Partei-Vize Ernst, 55, beim Parteitag Mitte Mai als Nachfolger des an Krebs erkrankten Oskar Lafontaine und von Lothar Bisky kandidieren sollen. Lafontaine und Bisky hatten die Partei seit ihrer Gründung Mitte 2007 gemeinsam geführt.

Stellvertretende Vorsitzende sollen für den Westen die Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht und der saarländische Landesvize Heinz Bierbaum, für den Osten die bisherigen Amtsinhaberinnen Katja Kipping und Halina Wawzyniak werden.

Als Nachfolge des nach Illoyalitätsvorwürfen ebenfalls nicht mehr kandidierenden Dietmar Bartsch soll es erstmals zwei Bundesgeschäftsführer geben. Der aus Hessen stammende Fraktionsvize Werner Dreibus und die sächsische Bundestagsabgeordnete Caren Lay sollen dieses Amt übernehmen, sagte Gysi. Neuer Schatzmeister soll der Bundestagsabgeordnete Raju Sharma aus Schleswig-Holstein werden.

Personaltableau einstimmig beschlossen

Es sei darum gegangen, bei dem Personaltableau einen "guten und fairen Kompromiss" zu finden, sagte Gysi. Er sei stolz, dass man so rasch eine Lösung gefunden habe. Sie sei vom geschäftsführenden Vorstand einstimmig beschlossen worden. Die stellvertretende Parteivorsitzende Wawzyniak und Vorstandsmitglied Ulrich Maurer sollen zudem als Parteibildungsbeauftragte dafür sorgen, dass die aus westdeutscher WASG und ostdeutscher PDS vereinigte Partei in ihrem Einigungsprozess weiter vorangebracht wird.

Die Doppelspitze an der Parteiführung war bisher als Übergangslösung zur Vereinigung der Ost- und Westteile der Linkspartei gedacht und sollte 2010 auslaufen. Der Parteitag muss mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit eine Satzungsänderung beschließen, damit die Doppelspitze beibehalten werden kann.

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 14)
 
Oetker333 (26.01.2010, 16:44 Uhr)
Wozu
Wozu um Himmels willen braucht man zwei Geschäftsführer? Zwei Parteivorsitzende kann ich ja verstehen aber zwei Geschäftsführer? Da sollen wohl extra viele Parteiposten vergeben werden. Und gleich ein paar No- Names. Da haben sie Bartsch umsonst geopfert. Die Vereinigung is wohl noch nicht richtig abgeschlossen.
OttoB (26.01.2010, 16:42 Uhr)
Die Linke
ist schon auf dem richtigem Weg.
Oetker333 (26.01.2010, 16:38 Uhr)
Guter Witz!
Die Linke wird die SPD bei der Bundestagswahl einholen LOL! Bei allem Respekt sowas wird in den nächsten Jahrzehnten nicht passieren. Wenn die Linke schon ohne Lafontaine die SPD einholt, wie denn dann? Die Linkspartei wird die SPD maximal überholen, wenn die SPD zu weit nach links rückt, denn den Bieterwettstreit mit der Linken kann die SPD nicht gewinnen. Und die Linkspartei wird nicht größer werden wenn sie nicht endlich ihre linksradikalen Ballast a la Kommunistische Plattform abwirft. Noch nie war eine Partei im linken Spektrum stärker als die SPD nicht mal in der Endzeit der Weimarer Republik, wo die Menschen die Republik verachteten. Es hat einen gewissen Grund dass die SPD bei der letzten Bundestagswahl stärker war als die Linke.
laeppe (26.01.2010, 16:28 Uhr)
Häme gegen DIE LINKE
verursacht bei mir nur noch Mitleid.
Leute die eine Mövenpick Partei vorziehen
denen ist definitiv nicht mehr zu helfen ausser
diese sind Unternehmer, Ärzte ect.
Prologo (26.01.2010, 16:19 Uhr)
Bei aller Häme gegen die LINKEN, ..........

.......aber Deutschland kann froh sein, dass es die Partei DIE LINKE überhaupt gibt.

Denn die LINKE zwingt die CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne, dass sie ihr soziales Gewissen nicht verlieren.

Man kann es nicht oft genug sagen, ohne die LINKE würden sich Rüttgers und Gabriel einen Dreck um Hartz IV oder den Mindestlohn kümmern!!

Und wenn die SPD nicht endlich die verantwortlichen für dieses Wahldesaster rauswirft, bekommt sie keine soziale Glaubwürdigket mehr hin.

Dann wird die LINKE die SPD noch mit 20 % überholen, weil die SPD bei 15 % landet.

Die LINKE hat es gar nicht nötig, sich um die SPD zu bemühen, denn der linke Flügel des SPD wird noch bei den LINKEN angekrochen kommen.

Das sage ich als SPD Wähler.

MfG,
T.
Administrator (26.01.2010, 16:03 Uhr)
Liebe User,
wir haben an dieser Stelle einige Kommentare gelöscht. Bitte diskutieren Sie das Thema sachlich.

Herzliche Grüße,

Ihre stern.de-Admins

laeppe (26.01.2010, 15:45 Uhr)
@ Schurke
Sie scheinen ein Insider zu sein bei dem
Wissen. Können Sie das auch etwas näher erklären - warum sollte Ernst in 2 Jahren
weg sein ?
Warum ist Maurer nur als "Schläfer" geeignet?
SethusCalvisius (26.01.2010, 14:47 Uhr)
@Schurke
Warum sollte es bei den Linken anders sein als in anderen Parteien?
Schurke (26.01.2010, 14:26 Uhr)
Gysis Personaltableau
Gysis Personaltableau wird abgenickt. Eine faire und sachliche Diskussion gibt es nicht. Der Vorstand schlägt vor, und das Fußvolk muss folgen. Klaus Ernst wird hier weit überschätzt. In spätestens zwei Jahren ist er weg vom Fenster. Uli Mauer ist für seinen Aufgabenbereich völlig ungeeignet. Der Mann kann überall pennen, sonst nichts.
Halodri73 (26.01.2010, 11:54 Uhr)
@SethusCalvisius
*lach*
Schön gefragt.
Ok, ich ergänze "Bekanntheitsgrad" und "PR-Wirksamkeit"
An kantigen, profillierten Persönlichkeiten mangelt es in der SPD letzthin in der Tat merklich!!
Aber zumindest hat man als halbwegs normal informierter Bürger dieNamen Sigmar Gabriel und Andrea Nahles schonmal gehört. Wenn auch nicht in Verbindung mit tollen Errungenschaften...
;-))

Spaß beiseite, ich vermute in der Tat, daß die alte Dame SPD die LINKE locker überleben wird, wie in der Geschichte schon die USPD und diverse Kommunisten.

Ist zwar grad nicht im Trend diese Meinung, ist mir aber herzlich wurscht. Ein Irrtum wird nicht zur Wahrheit nur weil er Anklang findet!
:-))
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