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24. April 2009, 17:20 Uhr

Merkel warnt vor Panikmache

Kanzlerin Angela Merkel hat die Aussagen von Gesine Schwan über die "explosive Stimmung" in Deutschland scharf kritisiert. Die Warnungen der Präsidentschaftskandidatin der SPD seien "völlig unverantwortlich". Auch die CSU wettert gegen Schwans "saudummes Gerede".

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Kanzlerin Angela Merkel kritisiert die Präsidentschafts-Kandidatin der SPD, Gesine Schwan© Fabrizio Bensch/Reuters

Gesine Schwan steht nach ihren Warnungen vor einer "explosiven Stimmung" in Deutschland in der Kritik. Damit würden Ängste geschürt und Panik verbreitet, so Kanzlerin Angela Merkel, die die Aussagen als "völlig unverantwortlich" bezeichnet.

Schwan hatte in einem Interview vor einer "explosiven Stimmung" gewarnt, sollte sich die Wirtschaftslage nicht ändern. "Ich kann mir vorstellen, dass in zwei bis drei Monaten die Wut der Menschen deutlich wachsen könnte", sagte sie dem "Münchner Merkur". Dann würden "abfedernde Maßnahmen" wie das Kurzarbeitergeld auslaufen. "Wenn sich dann kein Hoffnungsschimmer auftut, dass sich die Lage verbessert, dann kann die Stimmung explosiv werden", sagte Schwan.

Damit resgierte sie auf Aussagen von DGB-Chef Michael Sommer, der ebenfalls von sozialen Unruhen gesprochen und die deutsche Wirtschaftslage mit der Großen Depression Anfang der 30 Jahre verglichen hatte.

Scharfe Kritik an Schwan kam auch von der CSU. Sie forderte die SPD auf, ihre Bewerberin für das höchste Staatsamt zurückzuziehen. "Schwan wird zu einer Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden in Deutschland", so CSU-Generalsekretär Alexander Dobrint dem "Münchner Merkur".

"Mit ihrem saudummen Dahergerede von sozialen Unruhen provoziert sie die Spaltung unserer Gesellschaft", so Dobrint weiter. Schwan spiele Linke-Chef Oskar Lafontaine in die Hände, "der in Deutschland die Straßen brennen sehen und einen Generalstreik ausrufen will". Damit habe sie sich endgültig für das höchste deutsche Staatsamt disqualifiziert.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte der "Welt", gesellschaftliche Verantwortungsträger sollten sich nicht "an wilden Spekulationen und wahltaktischen Manövern beteiligen". Die Unternehmen täten derzeit alles, um das Beschäftigungsniveau in den Betrieben zu halten. Hundt bezeichnete die negative Stimmungsmache als "äußerst schädlich".

"Verantwortungslos, nachgerade dumm"

Auch Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) rief zur Zurückhaltung auf. Er halte es für "verantwortungslos, nachgerade für dumm, in einer solchen Situation eher noch einen Beitrag zur Verunsicherung zu leisten", so der Minister. Er sehe mit Freude, "dass es in diesem Land ein hohes Maß an Besonnenheit gibt" und würde sich dieses "auch wünschen bei jenen, die jetzt von sozialen Unruhen zu murmeln beginnen".

Wolfgang Schäuble sieht wegen der sozialen Sicherungssysteme ebenfalls keine Gefahr von Unruhen wegen der Wirtschaftskrise. "Es wird auch jetzt niemand in materielle Existenzbedrohung kommen", sagte der Bundesinnenminister. Die Politik habe die Krise zwar nicht verhindern können, "aber wenn sie das tut, was sie kann, dann muss es nicht zu Unruhen kommen".

Sogar aus den Reihen der SPD muss Schwan Kritik einstecken. "Es ist nicht gut, wenn wir davon reden, dass hier Unruhen ausbrechen könnten wie in Frankreich oder anderswo", so Fraktionschef Peter Struck. Das untergrabe die Bemühungen der Bundesregierung, die gerade alles dafür tue, um die tiefe Krise für die Menschen abzumildern.

Unterstützung von links

Der Parteichef der Linken, Oskar Lafontaine, unterstützte dagegen die Aussagen von Sommer und Schwan. In der "Leipziger Volkszeitung" sagte er: "Diese Sorgen teilen wir." Er unterstellte der Koalition indirekt eine Stärkung der Rechtsextremisten, da sie nicht genug gegen die steigende Arbeitslosigkeit unternehme, sondern "ziemlich tatenlos" zuschaue. Für den Fall einer weiteren Verschlechterung forderte Lafontaine den politischen Generalstreik als Protestmaßnahme.

Gesine Schwan selbst verteidigte ihre Warnung unterdessen. Sie sagte am Freitag, immer mehr Menschen seien über zunehmende Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft verärgert. "Wir müssen verhindern, dass die von vielen empfundene Enttäuschung zu einer explosiven Stimmung führen könnte", sagte Schwan. Sie rechne nicht mit brennenden Barrikaden, aber in der gegenwärtigen Krise hätten die Politiker "die Verantwortung, weder zu dramatisieren oder gar Ängste zu schüren, noch die Realität auszublenden".

DPA/AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 23)
 
n8g8 (26.04.2009, 22:10 Uhr)
@Merkwelle
Es wäre ja auch ein Wunder gewesen, wenn öffentlich würde, dass sich ausgerechnet eine LINKE (ich) und ein Liberaler (mit Startbahn aus Berlin *ggg*) trotz Diskussion mit halbwegs sachlichen Argumenten noch nen schönen Abend gewünscht hätten - und das auch noch ÖFFENTLICH!!! :-)
Es kann eben nicht sein, was nicht sein darf.-
Westerle.Merkwelle (26.04.2009, 08:38 Uhr)
Stern zensiert

Die Kommentare zu dem grandiosen Hetzartikel über Oskar Lafontaine (http://www.stern.de/politik/deutschland/:Linkspartei-Chef-Lafontaine%2C-Gassenhauer/661924.html) wurden gelöscht bzw. ausgeblendet. Passten wohl nicht ins Konzept. Also: nicht so kritisch schreiben. Das kommt gar nicht gut an.
loooping8 (25.04.2009, 14:05 Uhr)
ja und eins noch die liebe frau merkel
haette vor einigen jahren mal lieber die banken warnen sollen,da war die wirtschaftlich misere naemlich schon abzusehen und haette verhindert werden koennen.jetzt spielt sie den herman,( "haltet die welt an merkel kommt") und wird nervoes wenn mal einer die wahrheit sagt.dagegen ist ja so ein dummbanker noch ein waisenknabe!!
loooping8 (25.04.2009, 13:49 Uhr)
dem kommentar
von pitiplatsch ist nichts mehr hinzu zu fuegen,ausser vielleicht das es manchen arme menschen in den philippinen besser geht wie manchen deutschen.die menschen hier muessen im winter wenigstens nicht frieren und wenn man mal von der hauptstadt manila absieht auch nicht hungern.als aussiedler der schon 10 jahre hier auf einer insel lebt (ein glueck)habe ich jedenfalls diese erfahrung gemacht.die armen leute in deutschland tun mir echt leid zumal sie zusaetzlich noch von einem behoerdenheer gegeaengelt werden.ich habe den eindruck das seitdem ich deutschland verlassen habe dort unbemerkt von der bevoelkerung psyschologische kzs errichtet werden.
ganzbaf (25.04.2009, 09:11 Uhr)
Merkel warnt vor Abwiegelern?

Und Verharmlosern?
Nein.
Warum nicht?
.
Die Marktgläubigen und "Globalschreihälse" in USA wie Europa haben die Verarmung breiter Schichten und den Systemzusammenbruch vollumfänglich zu verantworten.
.
Alle Mann zurückgetreten! Merkle übergeben sie sofort an Geißler! ;-)
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Weg frei für die löbliche Linke, die alles vohergesehen hat.
pitiplatsch (25.04.2009, 07:19 Uhr)
Was für ein unfähige verlogene
Kanzlerin haben wir uns eingehandelt ??Diese unfähige Probagandistin merkelt nicht das es in diesem unseren Lande gewaltig rumort ?? Wie doof und verlogen muß man sein um diese Ungerechtigkeiten nicht zu bemerkeln ?? Ein Mafiosi Namens Zumwinkel bekommt für sein totales Versagen 20 Millionen € Belohnung, eine Verkäuferin die A N G E B L I C H knapp 2 € unterschlagen haben soll, wird von einer, ich meine koruppten, Richterin im Namen des Volkes, gekündigt. Politiker die total Versagen, die Merkel voraus, schaufeln sich Steuerfreie Kohle in die eigenen Taschen die wir Sklaven erarbeiten müssen, und dann sagt dieses hohle Weib dass es unverantwortlich sei was die Schwan sagt und feststellt ? Dieser aufgeblasene Sprechblasenbildende Hosenanzug der sich Kanzler nennt gehört samt seinen Vassallen in die Spree gejagt und zwar ohne Ausnahme samt den total versagenden Staatsanwälten und Richtern. Einen Rechtsstaat hatten wir mal jetzt haben wir einen die Sklaven ausbeutenden Unrechtsstaat der seinesgleichen sucht. Bankenmanager die total versagt haben werden belohnt alleinstehende Frauen mit Kindern werden in den Arsch getreten. Die ist soziale Gerechtigkeit wie es der Hosenanzug will und fertiggebracht hat. Pfui Teufel vor einer solch abgehobenen Abzockerin die sich Kanzlerin nennt.
AST61 (25.04.2009, 03:07 Uhr)
aha...
wenn man in einen Bienenkorb sticht,brummt es gewaltig.
Frau Schwan hat also ins schwarze getroffen.
Aber dass es bald knallt,weiss jeder halbwegs gebildete eh schon länger,also wozu die Aufregung seitens der Regierung?
Lass die sein, wie sie sind,aber für so doof,dass sie die Wirkung ihres Krieges,den sie seit Jahren konsequent gegen Ottonormalo geführt haben,nicht erkannt haben, halte ich sie nun doch nicht.
Diejenigen,die in in ihrer Laufbahn noch ein bisschen Realitätssinn bewahren konnten,werden bis September schlaflose Nächte haben.
Wie auch immer...Gewalt ist nie eine Lösung.
Besser wäre es,wenn der stolze "Nichtwähler",der uns den Schlamassel mit eingebrockt hat,mal ab und zu Bundesliga und DSDS für Zeitung oder informative Sendungen eintauschen würde.
Denn eigentlich ist nicht die Regierung unser eigentlicher Feind, sondern die träge Masse,die durch ihr Verweigern der Wahl unsere Volksschauspieler legitimiert, weiterzumachen wie gehabt.
n8g8 (25.04.2009, 00:00 Uhr)
@nostradamus
Sind Sie sich auch sicher, dass Sie ausgerechnet die "Berater" hier öffentlich in Zusammenhang mit der lobbyistischen Verschwendung von Steuergeldern an den Pranger stellen möchten?
Schließlich gehören die zu den (freundlich geschätzten) 15 Prozent, die weiterhin vom steuerzahlersubventionierten Merkel-Aufschwung profitieren, der nie eingetreten ist. :-)
Die Berater-Republik ist seit Schröder zwar auch einmal ein Titel-Thema. Aber doch kein Wahlk(r)ampfargument! Also lassen Sie sich doch endlich einmal etwas besseres einfallen, sonst wählen mehr so wie ich: Die.Linke.
Gisella (24.04.2009, 23:58 Uhr)
in unserem Lande
kann man sagen, was man denkt und das nennt sich "Meinungsfreiheit"- egal ob Frau Schwan oder Sommer oder Müller, Meier, Schmitt ausprechen, was sie denken-es ist ein verbrieftes Recht.
Nostradamus (24.04.2009, 23:40 Uhr)
Pluralismus
ist das Grundprinzip unserer Gesellschaft. In der DDR gab es nur eine vorherrschende Meinung und das war eben die des Zentralrats der SED.
.
Die Wahrheit war schon immer schwer zu ertragen aber wer sich der Wahrheit verschließt, der muss sich nicht wundern, dass er bestraft wird wenn er zu spät kommt. Um mal Michael Gorbatschow zu zitieren.
.
Wer sich aber nur mit denen umgibt, die sagen was man hören will, der sollte auch Berater eigentlich ganz verzichten. Die ansonsten dafür entstehenden Kosten sind Steuergeldverschwendung.
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