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2. Januar 2009, 14:20 Uhr

Ärzte holen Althaus aus dem Koma

Die Ärzte wollen den thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus aus dem künstlichen Koma aufwecken. Der Zustand des bei einem Ski-Unfall schwer verletzten Politikers sei stabil, doch Prognosen über bleibende Schäden wollten die Ärzte nicht abgeben. Wer Schuld an dem schweren Unfall hat, ist weiterhin unklar.

Dieter Althaus, Ski-Unfall, Österreich, Koma

Soll in Kürze aus dem künstlichen Koma geweckt werden: der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus© AP

Der bei einem Ski-Unfall schwer verunglückte thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus soll aus dem Koma geholt werden. Der Zustand des CDU-Politikers sei stabil, sagte der Ärztliche Direktor des Kardinal Schwarzenberg'schen Krankenhauses, Reinhard Lenzhofer, am Freitag im österreichischen Schwarzach. Die Ärzte wollten den 50-Jährigen nun langsam aus dem Koma aufwachen lassen, was bis zu 24 Stunden dauern könne.

Althaus erlitt bei dem Zusammenstoß auch einen Knochenbruch im Bereich des Gesichts, der jedoch nicht besonders behandelt werden müsse, so Lenzhofer. Ob Althaus bleibende Schäden zurückbehalten wird, lässt sich nach Aussage der Ärzte noch nicht prognostizieren. Sie gaben sich jedoch zuversichtlich, dass Althaus wieder ins normale Leben zurückkehrt. Wie lange der Politiker noch im Krankenhaus bleiben muss, lasse sich derzeit nicht sagen. Er soll nach Erfurt gebracht werden, sobald er transportfähig ist. Es gebe bereits Kontakt mit seinem Heimatkrankenhaus.

Althaus war am Donnerstag während einer Abfahrt mit einer anderen Skifahrerin zusammengestoßen, die ihren schweren Verletzungen erlag. Der Ministerpräsident war nach dem Unfall zunächst noch ansprechbar, wurde später aber in ein künstliches Koma versetzt. Augenzeugen gibt es für den Unfall nach Polizeiaussagen nicht. Die beiden Skifahrer seien aber offenbar frontal an einer Kreuzung zweier Pisten zusammengeprallt, sagte Einsatzleiter Sigmund Schnabel. Während Althaus einen Helm getragen hatte, war die Skifahrerin ohne Kopfbedeckung unterwegs gewesen. Die Sichtverhältnisse seien einwandfrei gewesen, die Piste sei in optimalem Zustand.

Auch einen Tag nach dem tragischen Ski-Unfall ist die Schuldfrage noch weiter ungeklärt. Nach Berichten der Boulevardzeitung "Österreich" fuhr der Politiker von der rechten, schwereren Abfahrt "Die Sonnige" in die von links kommende, leichtere "Panorama-Abfahrt" des Skigebietes Riesneralm ein. Nach den auch auf Pisten geltenden Verkehrsregeln hatte der Politiker also Vorfahrt. Nach Angaben der zuständigen Polizei soll ein gerichtlich bestellter Sachverständiger klären, wie es zu dem Sikunfall kam.

Dieter Althaus, Ski-Unfall, Österreich, Koma

Nach Informationen der "Kronenzeitung" erlitt die in den USA lebende Slowakin noch an der Unfallstelle einen Herzstillstand, konnte jedoch zunächst von Mitarbeitern des Rettungsteams wiederbelebt werden, bevor sie auf dem Weg in ein Krankenhaus starb.

Bundeskanzlerin Angela Merkel reagierte "tief betroffen und schockiert" auf den schweren Skiunfall. Regierungssprecher Thomas Steg sagte in Berlin, Merkel stehe in Kontakt mit Frau Althaus. Sie lasse sich regelmäßig unterrichten. Die CDU-Chefin habe zu Althaus eine besonders enge und vertrauensvolle Beziehung. Sie entsende ihre besten Genesungswünsche und hoffe, dass der Schwerverletzte die nächste Zeit gut überstehe. Der Familie und den Angehörigen der an dem Unfall beteiligten Frau drücke die Kanzlerin ihr Mitgefühl und Beileid aus.

Auch die Präsidentin des Thüringer Landtags, Dagmar Schipanski, äußerte sich bestürzt über den Skiunfall. "Ich bin erschüttert von dem schweren Unfall, den Dieter Althaus erlitten hat", erklärte Schipanski am Freitag in Erfurt. "Unsere Gedanken sind in diesem Augenblick bei der Familie des Ministerpräsidenten, der wir Kraft und Zuversicht wünschen", fügte Schipanski hinzu.

Die Landesfinanzministerin Birgit Diezel wird vorübergehend die Amtsgeschäfte des Regierungschefs übernehmen. Diezel ist auch stellvertretende Ministerpräsidentin im Freistaat.

DPA/Reuters/AFP
 
 
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