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3. Januar 2009, 10:48 Uhr

Althaus aus künstlichem Koma erwacht

Knapp zwei Tage nach seinem schweren Ski-Unfall ist der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus aus dem künstlichen Koma erwacht. Er ist ansprechbar und kann Arme und Beine bewegen, so die behandelnden Ärzte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unterdessen wegen fahrlässiger Tötung.

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Aus dem Koma erwacht: Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus© Jens Meyer/AP

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) ist nach seinem schweren Skiunfall aus dem künstlichen Tiefschlaf erwacht. Er ist ansprechbar und nimmt seine Umgebung war. Das gaben die behandelnden Ärzte am Samstagmorgen in der Unfallklinik in Schwarzach im österreichischen Pongau bekannt. Wenn die Genesung weiter gute Fortschritte mache, sei die Verlegung des CDU-Politikers nach Deutschland in der kommenden Woche denkbar, sagte der Leiter der Klinik, Reinhard Lenzhofer, vor Journalisten. Thüringens Bauminister Gerold Wucherpfennig (CDU) dankte im Anschluss an die Pressekonferenz den österreichischen Medizinern für die Betreuung von Althaus.

Die Staatsanwaltschaft der österreichischen Stadt Leoben hat unterdessen routinemäßig ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Wie der zuständige Staatsanwalt, Walter Plöbst, der Deutschen Presse-Agentur dpa am Samstag sagte, wurden die Ermittlungen bereits kurz nach dem tödlichen Unglück auf der Riesneralm in der Steiermark aufgenommen. Fahrlässige Tötung kann in Österreich mit einer Freiheitsstrafe von maximal zwei Jahren bestraft werden.

Althaus war von den Ärzten seit Freitag langsam aus dem künstlichen Koma geweckt worden, in das sie ihn wegen seiner schweren Schädel-Hirn-Verletzung und einer leichten Gehirnblutung versetzt hatten. "Der Ministerpräsident hat seine Gattin erkannt. Er bewegt seine Extremitäten. Mehr kann man zurzeit nicht erwarten", sagte Lenzhofer.

Der Patient werde nicht mehr künstlich beatmet, bekomme aber noch Infusionen. Die computertomographische Untersuchung habe den stabilen Zustand des Ministerpräsidenten bestätigt: "Das macht auf eine günstige Entwicklung Hoffnung. Es ist aber noch nicht abschätzbar, bis er voll mobil wird - es wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen", meinte Lenzhofer. In jedem Fall sollten dabei "die Wünsche der Angehörigen" berücksichtigt werden. Derzeit sei ein Transport aber noch nicht zu vertreten.

Althaus werde nun langsam wieder an normale Ernährung gewöhnt und nach dem schweren Unfall psychologisch und durch einen Physiotherapeuten behandelt. Die Ärzte wollen "in den kommenden zwei, drei Tagen der Genesungsfortschritt weiter beobachten", dann erst werde man über eine Verlegung des Patienten entscheiden, kündigte der Klinik-Anästhesist Hubert Artmann an.

Thüringens Regierungssprecher Fried Dahmen hatte zuvor bereits berichtet, dass Althaus am Krankenbett mit seiner Frau Katharina gesprochen habe. "Er hat seinen Namen und sein Geburtsdatum sagen können", berichtete Dahmen nach einem Gespräch mit den behandelnden Ärzten.

Althaus war am Neujahrstag auf einer Piste der Riesneralm in der Steiermark mit einer 41-jährigen Slowakin zusammengestoßen. Die Frau, eine Mutter von vier Kindern, starb wenige Stunden später auf dem Weg ins Krankenhaus.

Die Gründe für den Unfall sind noch ungeklärt. Bisher, so betonte Lenzhofer, sei Althaus noch nicht über den Tod der Frau informiert worden, "weil dies eine Belastung für ihn wäre. Das ist zurzeit für ihn noch unzumutbar."

DPA/AP
 
 
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