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Ronald, der Beender

Keine Grundrechte verletzt, Vorwürfe vom Tisch - Pofalla erklärt die NSA-Affäre für beendet. Im Netz glauben ihm viele nicht. Twitter-Nutzer ätzen gegen den Kanzleramtschef, Blogger parodieren ihn.

Von Timo Brücken

  Abschlussstärke: Auf dem Blog "Pofalla beendet Dinge" darf der Chef des Kanzleramts allerhand Sachen für beendet erklären - den Klimawandel, den Bundestagswahlkampf und sogar die Bauarbeiten am neuen Berliner Flughafen.

Abschlussstärke: Auf dem Blog "Pofalla beendet Dinge" darf der Chef des Kanzleramts allerhand Sachen für beendet erklären - den Klimawandel, den Bundestagswahlkampf und sogar die Bauarbeiten am neuen Berliner Flughafen.

Ronald Pofalla hat ein Problem: Niemand will ihm so recht glauben. Am Montag hat der Chef des Kanzleramts die Spähaffäre um die Geheimdienste NSA und GCHQ für beendet erklärt. "Es gibt in Deutschland keine millionenfache Grundrechtsverletzung", sagte er im Bundestag. Der Vorwurf, Amerikaner und Briten spähten massenhaft deutsche Staatsbürger aus, sei "vom Tisch". Im Netz schlägt ihm dafür nichts als Spott entgegen.

"Keine Panik, niemand wird hier überwacht – wir haben das schriftlich!", schreibt der Netzaktivist Markus Beckedahl kurz nach Pofallas Statement in seinem Blog. Dessen Verprechen, mit Briten und Amerikanern ein sogenanntes No-Spy-Abkommen abzuschließen, kommentiert Beckedahl mit den Worten: "Wahrscheinlich glaubt er sonst auch an Märchen."

Auch auf Twitter ergießt sich der Spott. "Macht mal einer den Pofalla und erklärt die Arbeitswoche für beendet?", fragt User @derjojo. Und @5usanka hofft: "Ich muss ab nächste Woche wieder von #mainz aus #bahn fahren. Hoffentlich erklärt Herr #pofalla das Chaos bis dahin für beendet." Der Grünen-Politiker Volker Beck wundert sich: "In Zukunft wird uns NSA versprechen, sich so zu verhalten, wie er sich bisher auch verhalten hat. Wow."

Andere Twitterer machen sich mit Bildern über Pofalla lustig. Sie montieren das Gesicht des CDU-Politikers zum Beispiel auf das Filmplakat von "Schlussmacher" mit Matthias Schweighöfer oder karikieren ihn als Hasen, der erklärt "Mit diesem Fax von Obama ist die lästige Prism-Debatte ja wohl endlich vom Tisch!!!" Dabei hält er ein Blatt Papier hoch, auf dem steht: "I no spy. Obama."

Viele der Tweets laufen unter dem Hashtag #PofallabeendetDinge. In der Nacht zum Dienstag ging unter diesem Motto sogar ein eigenes Tumblr-Blog online. Dort ist Pofalla in der immer gleichen Wahlplakat-Optik mit wechselnden Slogans, Frisuren und Kopfbedeckungen zu sehen. Auf der fiktiven Wahlwerbung darf der CDU-Politiker allerhand Sachen für beendet erklären, zum Beispiel den Klimawandel, den Bundestagswahlkampf und sogar die Bauarbeiten am neuen Berliner Flughafen. Ein Plakat zeigt Pofalla neben dem Satz: "Aus meiner Sicht ist die Unfähigkeit der Deutschen Bahn beendet." @5usanka würde sich freuen.

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