30. September 2012, 13:10 Uhr

Wulff soll Siemens um Geld für Film gebeten haben

Monate nach seinem Rücktritt als Bundespräsident werden abermals neue Beschuldigungen gegen Christian Wulff bekannt. Laut einem Bericht soll er 2008 um Geld für den Film eines Freundes gebeten haben.

Christian Wulff, Geld, Siemens, David Groenewold, Vorwürfe, Ermittllungen, Film

Hat er persönlich um Gelder für einen Film geworben? Ex-Bundespräsident Christian Wulff, hier bei einer Veranstaltung im Juli 2012©

Neue Vorwürfe gegen Christian Wulff: Als niedersächsischer Ministerpräsident soll er persönlich um Gelder bei Siemens geworben haben. Es sei um die Finanzierung eines Films seines Freundes David Groenewold gegangen, berichtet der "Spiegel". Auf Anfrage der Nachrichtenagentur DPA wollten sich weder Wulffs Anwalt Gernot Lehr noch Groenewolds Anwalt Christian-Oliver Moser zu den Vorwürfen äußern. Beide verwiesen auf das seit Februar laufende Ermittlungsverfahren.

Die Staatsanwaltschaft Hannover bestätigte DPA, dass "in die Richtung" ermittelt werde. Eine Unterstützung im Zusammenhang mit der Finanzierung des Films werde geprüft. Einzelheiten wollte ein Sprecher nicht nennen. Laut "Spiegel" soll Wulff im Dezember 2008 in einem Brief an Siemens-Chef Peter Löscher darum gebeten haben, "dass die Siemens AG sich stärker als bisher in das Projekt einbringt". Dabei soll es um Groenewolds Film "John Rabe" gegangen sein. Er handelt von einem Siemens-Manager, der während des Zweiten Weltkriegs in China Tausenden das Leben rettete. Löscher lehnte die Bitte dem Bericht zufolge ab.

Ermittler kümmerten sich um Wulffs Oktoberfest-Besuch

Wulffs Engagement soll auf einen Wunsch Groenewolds von September 2008 zurückgehen, schreibt das Magazin. Kurz zuvor hatten Wulff und seine Frau Bettina an einer Feier auf dem Münchner Oktoberfest teilgenommen, die Groenewold bezahlt hatte. Laut "Spiegel" vermuten die Ermittler einen Zusammenhang zwischen der Bitte, für den Film zu werben und dem Oktoberfest-Besuch.

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt seit dem 17. Februar 2012 gegen den Ex-Bundespräsidenten wegen möglicher Vorteilsnahmen, die Wulff in seiner Amtszeit als niedersächsischer Ministerpräsident von dem Filmproduzenten David Groenewold angenommen haben soll. Dabei geht es unter anderem um den Oktoberfest-Besuch und einen gemeinsamen Urlaub mit Groenewold auf Sylt.

tkr/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Die Wulffs und die "Bild" Präsident von Diekmanns Gnaden

Man mag über Bettina Wulffs Buch denken, was man will. Aber eines ist sicher: Es wirft ein grelles Licht auf das Verhältnis der Wulffs zur "Bild"-Zeitung - und die "Bild" kommt dabei besser weg.

Christian Wullf und der Nord-Süd-Dialog Staatskanzlei soll Geld eingetrieben haben

Wie stark war Christian Wulff als Ministerpräsident von Niedersachsen in die Organisation des Nord-Süd-Dialogs eingeweiht? Der Chef seiner Staatskanzlei soll persönlich Geld eingesammelt haben.

Alt-Bundespräsident Wulff sagt sich von Glaeseker los

Ex-Präsident Christian Wulff hat im Verfahren gegen seinen früheren Sprecher und Vertrauten Olaf Glaeseker ausgesagt - und verweigert ihm jede Hilfe. Packt Glaeseker jetzt gegen Wulff aus?

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (25/2013)
Lust auf Rezept