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Für Eventmanager: Wulff sprach Sponsoren an

Christian Wulffs Beziehung zu dem Eventmanager Manfred Schmidt war intensiver als bislang bekannt: Nach stern-Informationen sprach er für Schmidts Nord-Süd-Dialog Sponsoren an.

Von Hans-Martin Tillack

  Gute Beziehung: Eventmanager Manfred Schmidt (l.) und das Ehepaar Wulff 2007 auf einer Veranstaltung des Nord-Süd-Dialogs in Hannover

Gute Beziehung: Eventmanager Manfred Schmidt (l.) und das Ehepaar Wulff 2007 auf einer Veranstaltung des Nord-Süd-Dialogs in Hannover

Bundespräsident Christian Wulff hat in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident dem Eventmanager Manfred Schmidt zumindest indirekt bei der Sponsorensuche für private Prominentenpartys geholfen. Nach Informationen des stern sprach Wulff seinerzeit den Vorstandschef des Hannoveraner Versicherungskonzerns Talanx, Herbert Haas, auf den von Schmidt privatwirtschaftlich organisierten sogenannten Nord-Süd-Dialog an.

Wulff, der Schirmherr der Veranstaltungsreihe war, habe Haas, "auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht", teilte Talanx auf stern-Anfrage mit. Wulffs damaliger Sprecher Olaf Glaeseker habe darauf "weitere Informationen" übermittelt. Der Konzern entschied sich anschließend für ein Sponsoring und steuerte für das Event im Dezember 2009 insgesamt 10.000 Euro bei.

Auch der Touristikkonzern TUI wurde von der Staatskanzlei in Hannover auf die Eventreihe hingewiesen und zahlte 2007 und 2008 je 25.000 Euro für den Nord-Süd-Dialog. Glaeseker habe zuvor "auf die Veranstaltung und die Möglichkeit eines Sponsorings aufmerksam gemacht", bestätigte TUI dem stern. Ausgelöst von einem Bericht von stern.de über kostenlose Ferienaufenthalte von Glaeseker auf den Anwesen von Schmidt prüft die Staatsanwaltschaft in Hannover inzwischen, ob sie ein Ermittlungsverfahren gegen Wulffs Ex-Sprecher einleiten muss.

Wie die Staatskanzlei in Hannover dem stern mitteilte, lud Wulff als Ministerpräsident persönlich am 30. Juni 2008 den Unternehmer Egon Geerkens zu einer offiziellen Delegationsreise nach China und Indien ein, die im Oktober 2008 stattfand. Kurz nach der Reise gewährte Geerkens’ Ehefrau Edith dem Ehepaar Wulff einen zinsgünstigen Kredit über 500.000 Euro. Wulffs Anwälte gaben jetzt dem stern keine direkte Antwort auf die Frage, warum Wulff Geerkens damals einlud. Der Unternehmer sei "auf eigene Rechnung" dabei gewesen, teilten sie lediglich mit. Daher sei ihm "kein Vorteil gewährt" worden.

Geerkens beriet Wulff schon vor langer Zeit

Wie der stern weiter berichtet, beriet Egon Geerkens Wulff bereits bei einem Immobiliengeschäft vor etwa elf Jahren. Ab dem Jahr 2000 suchte Wulff einen Käufer für das Haus seines Vaters in Westerkappeln bei Osnabrück und fand ihn schließlich in dem Malermeister Wiho Pieper, einem CDU-Mitglied aus dem benachbarten Wallenhorst. Pieper war zuvor selbst ein Geschäftspartner von Geerkens. 1996 führte er für ihn Aufträge bei einem Bauprojekt in Berlin aus.

"Herr Geerkens unterstützte Herrn Wulff bei dem Verkauf der Immobilie als väterlicher Freund", teilten Wulffs Anwälte dem stern auf Fragen zu dem Hausverkauf in Westerkappeln mit. Dies sei aber keine "beratende oder anderweitige Tätigkeit von Herrn Geerkens im Sinne einer geschäftlichen Beziehung" gewesen. Diese Betonung ist aus Wulffs Sicht wichtig, weil er dem niedersächsischen Landtag im Februar 2010 hatte erklären lassen, in den zehn Jahren zuvor keine Geschäftsbeziehung mit dem Unternehmer unterhalten zu haben.

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