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Zschäpe nennt Namen von mutmaßlichen NSU-Unterstützern

Sie benennt NSU-Helfer, die das Gericht zum großen Teil schon kennt. Ansonsten will sie im NSU-Trio keinen Einfluss gehabt haben: In ihrer Erklärung stellt Beate Zschäpe sich selbst als Opfer von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos dar.

Beate Zschäpe

Will keinen Einfluss auf Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos gehabt haben: Beate Zschäpe

Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat in ihrer von einem ihrer Anwälte verlesenen neuen Erklärung mehrere Neonazis als Helfer benannt. So habe der Anführer der Chemnitzer "Blood & Honour"-Gruppe, Jan W., eine Waffe beschafft, hieß es am Donnerstag im NSU-Prozess in der Erklärung. Das habe ihr Uwe Böhnhardt erzählt. Dabei sei auch von einem Schalldämpfer die Rede gewesen. Darüber hinaus nannte sie die Namen weiterer Helfer, die das Trio bei sich versteckt hatten, Wohnungen gemietet oder Papiere oder Krankenkassenkarten zur Verfügung gestellte hatten. Davon waren die meisten allerdings bereits bekannt und teilweise im Prozess als Zeugen gehört worden.

Ein besonders enges Verhältnis habe sie zu dem als Terrorhelfer angeklagten André E. und dessen Frau gehabt. Mit der Frau sei sie "befreundet" gewesen und habe diese ab 2006 bis zum Auffliegen des NSU regelmäßig getroffen. Meist seien sie mit den Kindern der Familie E. auf einen Spielplatz gegangen.

"Sie ließen sich von mir nichts sagen"

Ansonsten hat Zschäpe sich als machtlos gegenüber den NSU-Mitgliedern Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos beschrieben. "Sie ließen sich von mir nicht beeinflussen. Sie ließen sich von mir auch nichts sagen", ließ Zschäpe ihre Verteidigung zu Fragen des Gerichts erklären. Bei den dem NSU angelasteten Taten hätten Böhnhardt und Mundlos sie weder für die Planung noch für die Ausführung gebraucht.

Zschäpe hatte in dem seit Mai 2013 laufenden Prozess kurz vor Weihnachten erstmals über ihre Verteidigung Angaben zur Anklage der Bundesanwaltschaft gemacht. Darin bestritt sie die Vorwürfe der Anklage zum größten Teil. Bei den Nachfragen des Gerichts sagte sie, Böhnhardt und Mundlos hätten ihre Widersprüche gegen die Gewalttaten mit abwertenden Handbewegungen abgetan. Bis zur Ermordung des ersten von am Ende zehn NSU-Opfern habe sie nicht für möglich gehalten, dass die beiden einen Menschen töten könnten. Im Verlauf der Mordserie hätten sie dann zu ihr gesagt, einer mehr oder weniger sei auch egal.

Waffen vor Zschäpe versteckt?

Zschäpe sagte, sie habe erst nach dem Tod von Mundlos und Böhnhardt mitbekommen, dass die beiden Männer ihr während des gemeinsamen Lebens im Untergrund "eine Vielzahl an Waffen" nicht gezeigt hätten. Jeder von ihnen habe in ihrem Unterschlupf ein abschließbares Zimmer gehabt, dort hätten die beiden die Waffen vor ihr verstecken können. Zschäpe beschrieb ihr Verhältnis zu Mundlos wie das von "Bruder und Schwester". "Mein Verhältnis zu Uwe Böhnhardt beschreibe ich so, dass ich ihn geliebt habe." Insgesamt sei sie abhängig von den beiden gewesen.

Die Erklärung Zschäpes hatte sich nach einem Befangenheitsantrag des mutmaßlichen NSU-Helfers Ralf Wohlleben gegen den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl und eine Richterin um mehrere Stunden verzögert.

tkr/DPA/AFP
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