Zur mobilen Ansicht
Wechseln Sie für eine bessere Darstellung
auf die mobile Ansicht
Weiterlesen Mobile Ansicht
Startseite

Zschäpe äußert sich noch nicht zu Fragen des Gerichts

Nach der Pause über die Feiertage geht der NSU-Prozess in München weiter. Das Gericht hat der Hauptangeklagten Beate Zschäpe eine lange Liste mit Fragen diktiert. Noch wird sie sich dazu nicht äußern.

  Die Angeklagte Beate Zschäpe lächelt in die Kameras

Die Angeklagte Beate Zschäpe lächelt in die Kameras

Wie war das Verhältnis zwischen Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt? Was bedeutet es, wenn Zschäpe sagt, die beiden Männer hätten ihr nicht hundertprozentig vertraut? Das Oberlandesgericht München hat viele Fragen an die Hauptangeklagte Beate Zschäpe nach deren schriftlicher Einlassung, die ihr Anwalt Matthias Grasel vor Weihnachten verlesen hatte. Zschäpe soll mehr Details dazu geben, wer die Helfer des Nationalsozialistischen Untergrunds waren, dem die Angeklagte angehört haben soll. 

Eigentlich sollte Zschäpe sich an diesem 253. Prozesstag zu der langen Liste mit Fragen des Gerichts zu ihrer Einlassung äußern - erneut bloß schriftlich, vorgetragen von ihrem Anwalt Grasel. Auch Antworten auf Fragen an den Mitangeklagten Ralf Wohlleben wurden an diesem ersten Prozesstag nach der Weihnachtspause erwartet. Zumindest Zschäpe soll sich am Dienstag zunächst noch nicht äußern. Das berichtet "München.tv" und bezieht sich auf eine Aussage der Gerichtssprecherin Andrea Titz.

Dennoch soll es sich in den kommenden drei Verhandlungstagen vor allem um Antworten auf die Fragen gehen, die das Gericht nach den Einlassungen der Angeklagten hat. Auch Wohlleben hatte sich vor Weihnachten schriftlich geäußert, seine Erklärung jedoch selbst vorgelesen. 

Fragen zu Person, Verhältnis zu den Uwes und Helfer des Trios

Am Mittwoch, dem 254. Prozesstag, soll zunächst Wohllebens Einlassung fortgeführt werden. Erst danach ist Zschäpes Befragung angesetzt. Am ersten Verhandlungstag im neuen Jahr stand zunächst Prozess-Routine im Mittelpunkt. Das Oberlandesgericht verlas Listen von Beweisstücken und Spurenauswertungen und führte sie damit als Beweismittel ein. 

Zschäpe hatte im Dezember nach zweieinhalb Jahren NSU-Prozess ihr Schweigen gebrochen. In ihrer schriftlichen Einlassung hatte sie bestritten, an den Morden und Sprengstoffanschlägen des NSU beteiligt zu sein.

Sie will nicht einmal Mitglied des NSU gewesen sein. Zschäpe hatte beteuert, sie habe von den Morden ihrer Freunde Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt immer erst im Nachhinein erfahren und sei entsetzt gewesen.

Sie ließ außerdem durch ihren Anwalt Grasel ankündigen, sie werde auch Fragen des Gerichts beantworten, allerdings ebenfalls bloß schriftlich. Der im Strafprozess sonst übliche Dialog aus Fragen des Gerichts und Antworten der Angeklagten ist damit nicht möglich.

Erwartet wird, dass Zschäpe bei ihrer nächsten Einlassung zunächst Fragen zu ihrer Person beantworten wird. Erst danach will sie auf Fragen zum Zusammenleben mit ihren Freunden und Mitbewohnern Mundlos und Böhnhardt und zu Details über ihr Wissen über die Straftaten des NSU eingehen.

jen
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools