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29. Oktober 2009, 07:34 Uhr

Jobbörse der Arbeitsagentur lädt zu Missbrauch ein

Scharfe Kritik am Stellenportal der Bundesagentur für Arbeit (BA): Kriminelle könnten zu Unrecht an Bewerberdaten gelangen, warnte Deutschlands oberster Datenschützer Peter Schaar. Die BA müsse dieses "Einfallstor für Datenmissbrauch" unverzüglich schließen.

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Warnt vor Sicherheitslücken im Stellenportal der BA: Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar© Fritz Reiss/AP

Deutschlands größtes Stellenportal im Internet, die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit (BA), lädt nach Ansicht des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar zum Missbrauch geradezu ein. Kriminelle könnten zu Unrecht an Bewerberdaten gelangen, etwa um persönliche Kontakte anzubahnen, sagt Schaar der "Süddeutschen Zeitung". Es dürfe nicht sein, dass sensible Bewerberdaten in falsche Hände geraten: "Dies lässt sich mit dem Sozialdatenschutz in keinster Weise vereinbaren."

Schaar hält die Kontrollmechanismen der BA für ungenügend. So müsse ein Arbeitgeber lediglich den Firmennamen, die Branche sowie Anschrift und Ansprechpartner angeben, berichtet die Zeitung. Seine Identität prüfe die Bundesagentur nicht. Nach der Anmeldung bekomme der Arbeitgeber eine persönliche Identifikationsnummer zugeschickt, mit der er bereits Bewerberdaten in nicht anonymisierter Form einsehen und ein Stellenangebot aufgeben könne. Auf diese Weise könne sich jeder per E-Mail oder per Post Bewerbungsunterlagen zuschicken lassen, mit Adresse, Telefonnummer, Geburtsdaten, Zeugnissen und Lebenslauf - egal, ob er einen Job zu vergeben hat oder nicht.

Schaar forderte die Bundesagentur auf, "dieses Einfallstor für Datenmissbrauch unverzüglich zu schließen". Die BA lehnt eine Änderung des Verfahrens dagegen ab: Im Hinblick auf die Engpässe am Arbeitsmarkt wolle man eine Erhöhung der Einstiegsbarrieren für die Jobbörse vermeiden, zitiert die Zeitung aus einer Stellungnahme. Die Nürnberger Behörde verweise auch auf ihre Kontrollen: Man prüfe die Stellenangebote täglich, zumindest per Stichprobe. Außerdem gehe eine Arbeitsgruppe möglichen Missbrauchsfällen nach.

DPA
 
 
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