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19. Januar 2008, 15:28 Uhr

Bayern kommt Schäuble zuvor

Bayern will das Urteil des Karlsruher Verfassungsgerichts zu den umstrittenen Online-Durchsuchungen nicht abwarten. Nach Medienberichten will der Freistaat im Alleingang ein Gesetz auf den Weg bringen, um Online-Durchsuchungen zu ermöglichen.

Überwacht per Mausklick - Online-Durchsuchungen würden dies möglich machen© AP

Bayern plant bei den umstrittenen Online- Durchsuchungen von Computern einen Alleingang. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will noch in diesem Februar einen Gesetzentwurf auf den Weg bringen, um den Verfassungsschützern des Landes solche heimlichen Durchsuchungen von Computern Terrorverdächtiger via Internet zu ermöglichen. Einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" bestätigte ein Ministeriumssprecher. FDP und Linke kritisierten den Vorstoß.

Gefahr ist "sehr real"

"Wir warten nicht mehr", sagte Herrmann dem Magazin. "Unabhängig von etwaigen Entscheidungen in Berlin" werde er die bayerischen Behörden in die Lage versetzen, einen genauen Blick auf gefährliche Festplatten zu werfen. Man dürfe nicht länger warten, "weil die Gefahr terroristischer Anschlagsplanungen im Internet leider nicht virtuell, sondern sehr real ist". Etwaige Vorgaben aus Karlsruhe könne man während der parlamentarischen Beratungen im Landtag in die Gesetzgebung einfließen lassen.

Der Innenexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Max Stadler, kritisierte dies dennoch als "grobe Respektlosigkeit gegenüber dem Bundesverfassungsgericht". Die Online-Durchsuchung sei ein so massiver Eingriff in die Grundrechte, "dass Hau-Ruck-Aktionen und übertriebener Ehrgeiz hier völlig fehl am Platz sind", kritisierte er am Samstag in Berlin in einer Mitteilung. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, Petra Pau, erklärte in Berlin: "Auch der Freistaat Bayern ist nicht frei von den Geboten des Grundgesetzes."

Zypries und Schäuble streiten noch

Die auch von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble geplante Ausspähung von Computern ist ein Dauer-Streitthema in der Bundesregierung. Der CDU-Politiker liegt mit Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) über weitere Details des Gesetzentwurfs zur Reform des Bundeskriminalamtes (BKA) im Zwist.

In einem von mehreren Zeitungen am Samstag zitierten Brief an Zypries beschuldigt Schäuble seine Ministerkollegin indirekt der Indiskretion. Mit Blick auf das Bekanntwerden neuer Abhörvorschläge aus seinem Haus sprach Schäuble von "mutwilligen Verletzungen vereinbarter Verfahren" und "Störungen des gedeihlichen Miteinanders". In einem Antwortschreiben wies Zypries dies den Berichten zufolge als "nicht hilfreiche" Unterstellungen zurück.

Anlass sind Überlegungen im Innenministerium, das BKA-Sicherheitsgesetz zu verschärfen. Demnach soll in Ausnahmefällen der besondere Abhörschutz für Abgeordnete, Verteidiger und Priester fallen. Das Ministerium hatte am Mittwoch bestätigt, dass der Referentenentwurf eine entsprechende Passage enthalte. Es betonte aber, der Entwurf sei noch in der Abstimmung innerhalb der Regierung. Schäuble selbst habe noch nicht entschieden.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 25)
 
PPSS (20.01.2008, 14:03 Uhr)
Brutalstmöglicher Schwachsinn....
"Wenn man schon keine Ahnung hat: Einfach mal die Klappe halten."
Den Satz sollte man (neben dem hier wohl auch vergessenen Grundgesetz) einfach allen Politikern in die Eidesformel schreiben.
Ernst1 (20.01.2008, 09:04 Uhr)
Sollte dieser Schnellschuss
wieder rückgängig gemacht werden müssen, so sollte dieser bayrische Tintenpisser die Kosten für die Änderung aus der eigenen Geldbörse bezahlen. Die Staatsfeinde sitzen nicht in Stadelsheim sondern in Berlin und München. Nicht die Alkaida oder Talian ist die Gefahr sondern solche Stammtisch Politiker
sir.california (20.01.2008, 07:19 Uhr)
@gmathol
genau. es trifft nur die "unbewanderten". internationale terroristen werden sich zu schützen wissen. das sollten diese dreckspolitiker eigentlich auch wissen - nur: wofür diese maßnahme dann eigentlich?
gmathol (20.01.2008, 05:30 Uhr)
Es gibt technische Moeglichkeiten...
...wie Proximyzer, damit ist es nicht einmal moeglich den Quellen-PC oder den Provider zu ermitteln. Period.
tripex (20.01.2008, 03:21 Uhr)
Abwarten und Tee trinken
ist genau das, was unsere Politiker vom Poebel erwarten, um in letzter Sekunde und ohne Vorwarnung Gesetze durchzuwinken, von denen noch nie jemand zuvor gehoert hat.
SchobelGrott (20.01.2008, 01:58 Uhr)
Gesocks!
Laufen in der Politik eigentlich nur noch Verfassungsfeinde rum?
Früher hätte man dieses Pack an die nächste Laterne gehängt.
talkingkraut (19.01.2008, 23:57 Uhr)
Können sich einer solchen Online-Durchsuchung leicht entziehen
Herrmann hat nicht recht, wenn er diese Festplatten für gefährlich hält, sie sind es nicht, da können noch so schreckliche Inhalte drauf sein, die Sicherheitsbehörden interessieren sich dafür nicht besonders, sondern ihnen geht es darum, das Kommunikationsmittel Internet den Terroristen zu nehmen, und hier liegt natürlich Herrmann wieder sehr richtig, wenn er meint, verhindern zu müssen, dass die Terroristen das Internet für Anschlagsplanungen nutzen. Das muss man sich klar machen um zuerkennen, von welch begrenzter Wirkung die von Hermann angepeilte Online-Durchsuchung privater Computer Terrorverdächtiger ist. Wenn hier Herrmann einige wenige Privatrechner von Terrorverdächtigen ausspioniert, dann können diese Leute ohne weiteres über einen anderen Rechner ins Internet. Man hat also nichts erreicht von dem, was die Sicherheitsbehörden wollten, nämlich zu verhindern, dass die Terroristen das Internet als Kommunikationsmittel nutzen, aber man wiegt den Bürger mit Aktionismus in Sicherheit, und verlässt sich insgeheim auf die Amerikaner, die den Terrorismus viel entschlossener bekämpfen, dass sie die deutschen Sicherheitsbehörden warnen, wenn Terroristen hier etwas machen wollen, wie bei den Sauerländern, bei denen amerikanische Erkenntnisse die Deutschen auf ihre Spur brachten.
deholgi (19.01.2008, 22:49 Uhr)
CSU
Die C(hristlichen) S(tasi) U(nternehmer) sollem mal machen. Das wird dann vom BVG wieder einkassiert.
Aber hauptsache mal blöd rumeiern.
Robin37 (19.01.2008, 22:46 Uhr)
So geht es nicht weiter
Unser Demokratie ist am ende , das system muss geändert werden.Schäuble muss entmachtet werden und das , kann nur das Volk selbt.Ich wurde das Pateien System abschaffen.Politiker dürfen nicht mehr in Vorständen sitzen oder nebenerweblich tätig sein.Politische Patei müssen erzätzt werden durch direkt gewählte Volksvertreter ohne Pateinzugehörigkeit.Schäuble muss angeklagt werden wegen:1.Terrorismuss am Volk.2.Volksverhetzung.3Nichtachtung des Grundgesezes, usw..Wir haben seit es Deutschland gibt ,das Demokratische Patein , und wohin hat uns das das erste mal gebracht ....zu den Nazis .und wohin bringt es uns diesmal ...ob wir nun ein Führer haben der alles überwacht oder eine Patei oder eine Grosse Koadition.Alles abschaffen.Nur politiker direkt wählen .Denn wenn man sich die erste Demokratie anschaut (Griechenland) da gabs auch keine Patein.Und Wir haben jetzt doch die Technische möglichkeit jeden Tag das Volk zu befragen wass es wirklich will.Tel.Internet usw.Warum denken die Politiker nur weil unsere Vohrfahren darauf verzichtet haben Volksabstimmen haben zu wollen ,kann das nicht heissen das alle nachvolgenden Generationen das auch wollen.
langsam-reicht-es (19.01.2008, 21:48 Uhr)
danke onkel schäuble für deine fascho-ideen
wann stellt denn endlich mal jemand den antrag,diesen verbitterten durchgeknallten onkel auf seinen geisteszustand hin untersuchen zu lassen--
--onkel schäuble,du hast paranoia.
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