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Pegida marschiert durch Europa

Die antiislamische Bewegung Pegida hat in mehreren Ländern Europas zu Demonstrationen aufgerufen. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. Auch Gegner der fremdenfeindlichen Gruppierung gingen auf der Straße.

  Pegida hat in mehreren europäischen Ländern zu Demonstrationen aufgerufen. 

Pegida hat in mehreren europäischen Ländern zu Demonstrationen aufgerufen. 

Ohne Pegida-Gründer Lutz Bachmann haben am Samstagnachmittag in Dresden Tausende Anhänger des fremden- und islamfeindlichen Bündnisses demonstriert. Bachmann liege krank im Bett, wurde den Teilnehmern zu Beginn der Kundgebung mitgeteilt.

Während der Veranstaltung, auf der immer wieder "Merkel muss weg"-Rufe zu hören waren, sollte es Liveschaltungen in andere europäische Städte geben, wo anlässlich eines gemeinsamen Aktionstages fremdenfeindlicher Gruppen ebenfalls gegen die angebliche Islamisierung des Abendlandes demonstriert wurde. Die Polizei sicherte die Kundgebung in Dresden mit einem Großaufgebot, um Zusammenstöße mit zahlreichen Gegendemonstranten zu verhindern.

In Calais wird verbotene Pegida-Demo aufgelöst

Bei einer Pegida-Demonstration im nordfranzösischen Calais ist es am Samstag zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Die Sicherheitskräfte lösten den verbotenen Aufzug der fremdenfeindlichen und antiislamischen Bewegung unter Einsatz von Tränengas auf, wie ein AFP-Journalist berichtete. Mehrere Menschen wurden festgenommen.
Etwa 150 Teilnehmer hatten sich trotz des Demonstrationsverbots vor dem Bahnhof von Calais im Zentrum der Hafenstadt versammelt. Dort riefen sie Slogans wie "Wir sind hier zu Hause!" oder "Journalisten - Kollaborateure". Demonstranten sangen die französische Nationalhymne und schwenkten französische Flaggen.


Frankreichs sozialistischer Innenminister Bernard Cazeneuve hatte das Verbot der Pegida-Demonstration in Calais am Mittwoch mit der Gefahr der "Störung der öffentlichen Ordnung" begründet. Das Verbot für alle Gruppen, die "Spannungen, Spaltung und Gewalt hervorrufen", werde so lange gelten wie nötig, sagte er. Am Rand von Calais leben etwa 3700 Flüchtlinge unter miserablen Bedingungen in einem Lager; sie wollen von dort aus nach Großbritannien.

Ausschreitungen in Prag

Bei einer mit der Pegida abgestimmten islamfeindlichen Kundgebung in Prag ist es am Samstag zu Ausschreitungen zwischen rechten Demonstranten und linken Gegendemonstranten gekommen. Es flogen Flaschen und Feuerwerkskörper. Die Polizei setzte mehrere Hundertschaften ein, um die beiden Gruppen zu trennen.

Rund 1500 Islamgegner versammelten sich mit Spruchbändern wie "Nein zur Einwanderung - Stopp der Merkelisierung" vor der Prager Burg, dem Präsidentensitz. "Der Islam ist keine Religion, das ist eine faschistische Ideologie", wetterte einer der Demonstranten. Die Mobilisierung blieb hinter den Erwartungen der Veranstalter zurück: Der Block gegen den Islam und die rechte Parlamentspartei Morgenröte - nationale Koalition hatten mit Tausenden Teilnehmern gerechnet.

400 Menschen bei Pegida-Gegendemo

Rund 400 Menschen nahmen an zwei Gegendemonstrationen gegen Hetzreden und für Solidarität mit Flüchtlingen teil. "Wir wollen gegen die wachsende Fremdenfeindlichkeit in der tschechischen Gesellschaft ankämpfen", sagte der Gegendemonstrant Jaroslav. Andere hielten Spruchbänder hoch wie "Hass löst keine Probleme" oder "Flüchtlinge sind willkommen". 

Auch in Australien sind Pegida-Anhänger auf der Straße

Rund 400 Australier haben in Canberra an einem von der Pegida-Bewegung inspirierten Marsch gegen Islamisierung teilgenommen. Die Demonstranten trugen am Samstag in der austalischen Hauptstadt Banner mit Aufschriften wie "Rapefugees not welcome" und "Der Islam ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit". "Rapefugees"
verbindet das Wort Vergewaltigung (rape) mit Flüchtlingen (refugees) und spielt auf die sexuellen Übergriffe von Migranten in der Silvesternacht in Köln an. Die Pegida-Bewegung und weitere fremdenfeindliche Zusammenschlüsse in anderen europäischen Staaten planen am Samstag einen Aktionstag unter dem Motto "Festung Europa".

"Wir unterstützen die westliche Kultur", sagte der Organisator der Kundgebung, John Bolton, der Deutschen Presse-Agentur. Deutschland erlebe einen "Dschihad durch Einwanderung". "Wir sehen, was geschieht, wenn der Islam wie in Köln nicht kontrolliert wird", sagte der Rechtsanwalt. "Australien kontrolliert seine Grenzen, aber wir verlieren die Schlacht im Inneren. Es gibt Kinderheirat und Genitalverstümmelung von Mädchen."

kg/DPA/AFP
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